Budapest: Dieses Museum wurde nur für Selfie-Touris gebaut

Budapest: Dieses Museum wurde nur für Selfie-Touris gebaut

Budapest ist um einen instagrammablen Spot reicher: Im Selfie-Museum können Foto-Fans und Teilzeit-Influencer sich den Daumen am Auslöser wund knipsen. Denn hier jagt eine Fotokulisse die nächste.

Mann schießt Foto.
Fürs Selfie in Pose schmeißen und damit womöglich andere Urlauber stören? In diesem Museum müssen sich Besucher darüber keine Gedanken machen. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Malcolm Lightbody

Auf einer Banane schaukelnd, mit pink Flamingos posend oder in Süßigkeiten badend: Das Museum of Sweets and Selfies (Szelfi Mùzeum) in Budapest solltest du mit voll geladenem Handyakku betreten. Denn hier wird das Selfie-Schießen zur olympischen Disziplin. 

Video: So sieht es im Selfie-Museum Budapest aus

Während du an Sightseeing-Spots wie dem Budapester Burgpalast, der Fischerbastei oder dem Széchenyi-Heilbad um das perfekte Selfie mit Hunderten anderen Touristen kämpfen musst, kannst du dich im Selfie-Museum ohne Zeitdruck austoben.

Museum mal anders: Hinter den Türen zeigt sich das sonst sehr prunkvolle und historische Budapest eher plastisch, verspielt, surreal – für manchen vielleicht auch einfach kitischig. Bei den Besuchern kommt das jedoch gut an.

30.000 Besucher strömten bisher in das Selfie-Museum

Geöffnet hat das Selfie-Museum seit Dezember 2018, seither schossen hier 30.000 Besucher ein Erinnerungsfoto. In elf Installationen, verteilt auf 400 Quadratmetern, können Foto-Fans mit wenigen Schritten den Hintergrund wechseln.

Zum Beispiel versunken in bunten Streuseln.

Oder umgeben von einem rosafarbenen und quietschgelben Bananen-Meer.

Selbst einen Heiratanstrag gab es hier schon – das Verlobungsfoto ist wohl einmalig.

Das steckt hinter der Idee des Selfie-Museums in Budapest

Abseits der Zuckerwatte-Welt und Instagram-Blase sorgt das Museum aber auch für Diskussionsstoff: Braucht die Welt einen weiteren Ort, der offenbar nur der Selbstinszenierung in den sozialen Medien dient?

Ganz unbegründet ist die Skepsis nicht: Menschen riskieren ihr Leben für ein Foto, mehr als 259 Menschen kamen beim Selfieschießen ums Leben, und auch wilde Tiere werden für Likes vor die Linse gezerrt.

Eine Besucherin denkt darüber differenziert: „Es ist was ganz Natürliches, aber auch schlecht, weil du nicht im Moment lebst, sondern stattdessen zum Handy greifst“, sagte die 18-jährige Panka der „Economic Times“. Sie fällt genau in die Zielgruppe des Museums, zwischen 13 und 30 Jahren. Aber auch ein paar Rentner sollen sich schon in das Selfie-Wunderland verirrt haben.

Co-Gründerin Lilla Gangel sieht darin eher eine Spielwiese für Besucher: „Wir versuchen, die Grenzen der Menschen zu verschieben und ihre Kreativität aufblühen zu lassen.“ Wir würden in dieser Welt nun mal leben, in der überall Fotos im Netz geteilt werden würden, „ob wir es mögen oder nicht“, meint Lilla. 

Wenn du ähnlicher Ansicht bist, dann haben wir neben Budapest auch noch eine Selfie-Adresse in Deutschland für dich:

Szelfi Mùzeum | 43. Paulay Ede str. Budapest, Zip-1061 | Öffnungszeiten: täglich 10 Uhr bis 20 Uhr | Eintritt: ab zehn Euro für Einzelpersonen

Supercandy Pop-up-Museum | Melatengürtel 107–109, 50825 Köln-Ehrenfeld | Öffnungszeiten: täglich 10 Uhr bis 22 Uhr, Dienstag geschlossen | Eintritt: Normalpreis 29 Euro, ermäßigter Preis 21 Euro

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