Feldbett statt Hotel: Easyjet-Passagiere stranden in Nizza

Feldbett statt Hotel: Easyjet-Passagiere stranden in Nizza

Wegen schlechten Wetters wurde ein Easyjet-Flug mit Ziel Genf nach Nizza umgeleitet – spätabends landete die Maschine. Passagiere bekamen kein Hotel mehr – die Nacht verbrachten sie auf Feldbetten.

Die Flughafenmitarbeiter stellten Feldbetten auf.
Hoffnung auf ein gemütliches Bett im Hotelzimmer zerstört: Die Easyjet-Passagiere mussten auf Feldbetten in Nizza schlafen.

Foto: twitter.com/Yéssika De Léon

Provisorisch aufgestellte Feldbetten, kein Ersatzflug, nicht mal Wasser: Darüber beschwerte sich eine Passagierin von Easyjet, nachdem ihr Flug EZY6907 am vergangenen Freitag unplanmäßig am Flughafen Nizza landete – spät abends. Sie stellte sich auf ein Hotelzimmer ein, da in dieser Nacht kein Flug mehr nach Genf gehen sollte.

Doch die Realität sah anders aus.

Unwetter nach Hitzewelle: Easyjet-Flug EZY6907 wird nach Nizza umgeleitet

Schon vor dem Flug wurde die Stimmung offenbar getrübt: Passagierin Yéssika De León twitterte, dass die Maschine in Edinburgh knapp 60 Minuten zu spät abgehoben war.

Dann verlängerte sich der Flug auch noch wegen der wetterbedingten Umleitung nach Nizza – etwas zu Trinken soll es währenddessen nicht gegeben haben. 

Flugstrecke der Easyjet-Maschine.
In Genf sollte der Easyjet-Flieger an diesem Tag nicht mehr ankommen. Foto: flightaware.com (Screenshot)

Nach der Landung gegen 23 Uhr hoffte sie nur auf eines: Ein Hotel, um ein paar Stunden Schlaf zu tanken. Doch dann beobachtete sie, wie am Flughafen Feldbetten aufgebaut wurden: „Wir sollten Edinburgh um 17.50 Uhr verlassen und kurz nach 21 Uhr in Genf landen. Es ist jetzt 0.47 Uhr am nächsten Tag, wir sind in Nizza, es gibt kein Hotel, keinen Bus, kein Wasser.“

Gefrustete Easyjet-Passagiere müssen Nacht auf Feldbetten verbringen

Dass kurzfristig gestrandete Passagiere auf Feldbetten im Flughafen übernachten müssen, ist nicht unüblich. Die Erfahrung mussten auch rund 1.000 Fluggäste vergangene Woche in Amsterdam machen, nachdem ein Betankungsfehler dazu führte, dass zwischen 20.000 und 30.000 Menschen am Flughafen Schiphol feststeckten.

Während dort ein großer Teil doch noch in anderen Unterkünften untergebracht werden konnte, mussten die Easyjet-Kunden auf das bequeme Bett im Hotelzimmer verzichten. So auch Yéssika, die unter den Betroffenen auch Familien mit extrem jungen Kindern sowie ältere Menschen sah.

Bis 2.18 Uhr, also drei Stunden nach der Landung, sollen sie weder Wasser noch Essen bekommen haben.

Gestrandete Fluggäste erreichen erst 24 Stunden später das Ziel Genf

Und die Tortur sollte erst 24 Stunden nach der geplanten Ankunft in Genf ein Ende haben. Wie die britische „Sun“ berichtet, soll für die Gestrandeten am Samstagmorgen ein Bustransfer von Nizza nach Genf organisiert worden sein.

Die pünktliche Abfahrt um 7 Uhr soll sich allerdings verzögert haben – nach acht Stunden Busreise sollen die Touristen gegen 21 Uhr abends in Genf angekommen sein.

Der reisereporter hat Easyjet um ein Statement gebeten. Gegenüber der „Sun“ bestätigte die Billig-Airline den umgeleiteten Flug und erklärte, dass die Hotels in der Umgebung stark ausgelastet gewesen seien und dass deshalb versucht wurde, unter anderem mit Erfrischungen den Passagieren entgegenzukommen.

Kunden hätten sich die Weiterreise nach Genf auf Kosten der Airline selbst organisieren oder eben auf den arrangierten Bus warten können.

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