Alaska: Touristin stirbt bei Wanderung am Bus aus „Into the Wild“

Alaska: Frau stirbt bei Wanderung am „Into the Wild“-Bus

Ein Abenteuer-Trip auf den Spuren von Christopher McCandless, der 1992 in einem verlassenen Bus in Alaska ums Leben kam, ist einem jungen Paar zum Verhängnis geworden: Die Frau ereilte ein ähnliches Schicksal.

Szene aus dem Film „Into the Wild“, der in Alaska spielt.
Für den Film von 2007 wurde der verlassene Fairbanks City Transit Bus 142 nachgebaut.

Foto: imago images/United Archives/KPA

Die junge Weißrussin (24) war mit ihrem Mann auf den Spuren des Buches und gleichnamigen Films „Into the Wild“ in Alaska unterwegs. Doch auf dem Rückweg vom verlassenen Bus am Stampede Trail ereilte sie ein ähnlich tragisches Schicksal wie die Hauptfigur: Beim Überqueren des Teklanika Rivers am Rande des Denali-Nationalparks wurde sie unter Wasser gedrückt und ertrank.

Nicht einmal einen Monat zuvor hatte das Paar in New York geheiratet – jetzt musste Piotr Markielau (24) mitansehen, wie seine Frau Veranika Nikanava (24) in seinen Armen starb. Nachdem die beiden zwei Nächte in dem verlassenen Bus verbracht hatten, in dem auch der echte Christopher McCandless seine letzten Monate erlebt hatte, ging ihnen das Essen aus.

Touristin stirbt bei Überquerung des Teklanika Rivers in Alaska

Auf dem Rückweg nach Healy wollten sie am vergangenen Donnerstag erneut den Teklanika River überqueren – doch das Wasser stand höher als zwei Tage zuvor. Wie die „Washington Post“ berichtet, ging Piotr zuerst durch den Fluss. Verenika habe es fast bis zur Hälfte geschafft und dann nach Hilfe gerufen. 

Piotr versuchte, sie ans andere Ufer zu ziehen, dabei trieben beide 20 bis 30 Meter flussabwärts, bevor sie schließlich an Land gelangten. Zu spät: Piotr glaubt, dass Verenika noch in seinen Armen gestorben ist. Schließlich ließ er ihren leblosen Körper zurück und wanderte vier Stunden, bis er andere Menschen traf und die Behörden alarmierte. 

Einem Sprecher der Alaska State Troopers zufolge wird der Vorfall untersucht, allerdings vermute man keine Fremdeinwirkung. An der Stelle, die die beiden überqueren wollten, habe das reißende Wasser nach einem Regenfall höher als hüfthoch gestanden.

Christopher McCandless, der sich selbst oft als „Alexander Supertramp“ bezeichnet hatte, verbrachte rund vier Monate in dem abgelegenen Bus. 1992 starb er dort, vermutlich ist er verhungert. Kurz vor seinem Tod hatte er versucht, in die Zivilisation zurückzukehren, aber scheiterte an dem zu hohen Wasserpegel des Teklanika Rivers und kehrte um.

„Into the Wild“: Buch und Film machen den Stampede Trail und den verlassenen Bus berühmt

Die Buchversion seines Lebens von John Krakauer aus dem Jahr 1996 und dessen Verfilmung mit Emile Hirsch von 2007 haben McCandless’ Geschichte international bekannt gemacht. Seitdem ist der echte Bus zu einer Art Pilgerstätte geworden.

Doch die Wanderung auf dem Stampede Trail, rund 160 Kilometer südwestlich von Fairbanks, birgt auch Gefahren: Zwischen 2009 und 2017 mussten die Behörden von Alaska 15 Rettungs- und Sucheinsätze durchführen, weil Menschen auf dem Weg zum Bus 142 oder zurück in Not geraten waren.

2010 ertrank bereits eine Schweizerin (29) in den reißenden Fluten, als sie versucht hatte, den Fluss zu durchqueren.

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