Wer an Stränden aus Steinen kleine Türmen baut, stört den fragilen Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Urlauber sollten deshalb keine Steine stapeln. Auf Teneriffa kämpfen Umweltschützer sogar darum, das Steinestapeln zu verbieten. 

Der YouTube-Kanal #pasasinhuella (hinterlasse keine Spur) erklärt in Videos, warum die gleichnamige Kampagne so wichtig ist, und zeigt die Aufräumarbeiten vor wenigen Tagen:

Rund 150 Freiwillige haben mitgeholfen und den Playa Jardín innerhalb einer halben Stunde von den Steintürmen befreit.

Der Lokalzeitung „El Día“ zufolge war es die erste große Aktion zur Umweltregeneration auf Teneriffa. Einheimische und Urlauber haben die Türme Stein für Stein behutsam abgebaut, um den Steinstrand in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.

Doch der Lohn der Mühe hielt nur kurz: Bereits am nächsten Tag sollen die Türme wieder aufgebaut worden sein, berichtet der „Lonely Planet“.

Jaime Coello, Leiter der Fundación Telesforo Bravo Juan Coello, die hinter der Kampagne steckt, fordert deshalb gesetzliche Schritte: „Wir brauchen ein Gesetz, um mit Strafmaßnahmen gegen diejenigen vorzugehen, die die Türme trotzdem bauen.“

So will Teneriffa Reisende über die Auswirkungen des Steinestapelns aufklären

Der Rat prüft derzeit ein gesetzliches Verbot der Steintürme. Außerdem sollen Urlauber bereits bei der Anreise auf die Kanaren über die negativen Auswirkungen des Steinestapelns informiert werden. Denn dadurch werde die Naturlandschaft verändert und der Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten zerstört.

Die Organisation arbeitet mit der Reederei Fred Ohlsen zusammen, die in den Sommermonaten an Bord ihrer Fähren zwischen Teneriffa und La Gomera sowie zwischen Lanzarote und Fuerteventura Videos zeigen wird. 

Zusätzlich wollen die Umweltschützer mit dem Flughafenbetreiber Aena zusammenarbeiten, um die Infos auch in den Flughäfen zu verbreiten.

Jaime Coello spricht von einem „Kopiereffekt“. In anderen Teilen der Welt habe man begonnen, an schönen Orten Steine aufeinanderzustapeln. Irgendwann habe dann jemand in Teneriffa damit angefangen – und immer mehr hätten dem nachgeeifert. „Wir wollen das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig es ist, durch die Natur zu gehen, ohne sie zu verändern.“