Ausflugsboot sinkt in Kroatien – nur vier Rettungswesten an Bord

Ausflugsboot sinkt in Kroatien – Rettungswesten fehlten

Sie wollten einen Ausflug zu vorgelagerten Inseln machen, als das Boot plötzlich mit Wasser volllief und sank. Touristen aus Dänemark erheben nun schwere Vorwürfe: Nur mit großem Glück hätten alle überlebt.

Der Hafen von Trogir in der Abenddämmerung.
Am Hafen von Trogir starten viele Bootsausflüge Richtung Adriatisches Meer.

Foto: imago images/Franz Walter

28 Menschen an Bord, die meisten davon Kinder, das Boot droht zu sinken, als es immer mehr mit Wasser vollläuft – und an Bord sind nur vier Rettungswesten! Diesen Albtraum erlebte der Däne Thomas Kauffmann Lund in Kroatien.

„Dass wir alle überlebt haben, war reines Glück“, sagt er der Zeitung „Ekstra Bladet“. Der Kapitän habe nicht einmal gewusst, wie man die Westen richtig anlegt. 

Bootstour zu Adria-Inseln wird zum Horrortrip für Familie

Die Familie – Kauffmann Lund war mit seiner Ehefrau und vier Kindern sowie seinem Schwager, dessen Frau und drei Kindern unterwegs – war im Urlaub in Trogir und buchte in der letzten Ferienwoche eine ganztägige Bootstour zu verschiedenen Inseln in der Adria. 

Die 28 Touristen, darunter eine hochschwangere Frau aus Frankreich, waren bereits rund sieben Stunden an Bord, der Ausflug näherte sich dem Ende, als es nach Verlassen des letzten Stopps, etwa einen Kilometer vom rettenden Ufer entfernt, zu dem Unglück kam.

„Ich dachte, ich würde meine Eltern nie wieder sehen“, erzählt der achtjährige Jeppe Kauffmann Lund dem Sender „DR Nyheder“. Auch die Erwachsenen seien geprägt von dem Vorfall, doch am schlimmsten sei es für die sieben Kinder. „Seit dem Unglück wollen sie nicht einmal mehr in die Nähe von Wasser“, sagt er. „Den Blick in den Augen unseres Sohnes werde ich nie vergessen.“

Rettung erfolgte durch ein zufällig vorbeifahrendes Boot

Die Kinder würden viel über die missglückte Bootstour sprechen. Sie waren es auch, die das eingelaufene Wasser zuerst bemerkten. „Meine Tochter und meine Neffen haben gerufen, dass Wasser ins Boot kommt, und als ich hinschaute, sah ich, wie schnell es einlief“,  sagte er „DR Nyheder“.  

Die Passagiere wurden durch den Einsatz der Crew eines Segelboots gerettet, das zufällig in der Nähe war – und entgegen der Aussage des Kapitäns, er habe die Situation unter Kontrolle, Rettungsboote schickte.

„Unser Kapitän war dann der Erste, der ins Rettungsboot stieg“, so Kauffmann Lund. 20 Minuten, nachdem das Wasser an Bord bemerkt worden war, sank das Boot im Adriatischen Meer.   

Passagier rät: Sicherheitsausstattung immer kontrollieren

Kauffmann Lund warnt nun andere Reisende. Als er die Tour gebucht habe, habe er sich keine Gedanken über die Sicherheit gemacht. „Da war ich naiv“, sagte der 42-Jährige, der inzwischen zurück in Dänemark ist. Aber auf Fähren würde er auch nicht herumlaufen und zuerst kontrollieren, ob auch alle Rettungswesten an Bord seien

Es sei wichtig, bei zertifizierten und gut ausgebildeten Firmen zu buchen. Die Firma, bei der er buchte, gibt allerdings an, alle Sicherheitsvorschriften eingehalten zu haben. Dennoch hat Kauffmann Lund den Kapitän angezeigt, die Polizei untersucht den Vorfall.

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