Fäkalien im Bodensee: 100 Urlauber krank, Badeverbot!

Fäkalien im Bodensee: 100 Urlauber krank, Badeverbot!

Ekel-Alarm am Bodensee! Nach dem Bad klagten Urlauber über Durchfall und Erbrechen. Die Behörden fanden Fäkalien und Abwasser einer Klinik in Deutschlands größtem See und verhängten Badeverbot.

Badeverbot am Bodensee. (Symbolfoto)
Rund um Friedrichshafen wurden einige Strände gesperrt. (Symbolbild)

Foto: imago images/chromorange

Wer die heißen Tage im Urlaub am Bodensee verbringen möchte, sollte aufpassen! Denn dort haben die Behörden mehrere Strandabschnitte gesperrt, nachdem offenbar tagelang Abwasser einer Klinik ins Seewasser geleitet wurde.

Die Badeverbote gelten bis Montag und betreffen den Bereich zwischen Manzell und Fischbach. Betroffen ist auch das Frei- und Seebad Fischbach. 

Fäkalien-Alarm: Strände am Bodensee gesperrt

Was war passiert? Bereits am Mittwochnachmittag meldeten sich nach und nach Personen beim Gesundheitsamt, die nach dem Schwimmen im Bodensee über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall klagten.

Die Stadt Friedrichshafen wurde daraufhin tätig und fand eine Stelle, in der dunkles, stinkendes Wasser vom Buchenbach in den Bodensee floss. 

Rückhaltebecken für Klinik-Abwasser lief offenbar über

Nach der Wasserprobe war klar: Der Uferbereich des Freizeitgeländes wird gesperrt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die Menschen, die dort badeten, wurden aufgefordert, das Wasser zu verlassen. Die Wasserschutzpolizei wurde ebenso informiert. 

Das Badeverbot wurde am Mittwoch und Donnerstag ausgeweitet auf den angrenzenden Naturstrand, den Strand des Frei- und Seebads Fischbach sowie bis zur Einmündung der Brunnisach im Fischbacher Hafen.

Landratsamt bestätigt Norovirus-Erkrankung

Inzwischen haben sich rund 100 Menschen beim Gesundheitsamt gemeldet, die nach dem Schwimmen Symptome zeigten. Die ersten waren Schüler, die nach einem Besuch am Sonntag über Erbrechen und Durchfall klagten. 

Offenbar ist ein verstopfter Kanal, der Abwasser des Häfler-Klinikums zu einer Kläranlage führt, schuld an den Zuständen. Das Rückhaltebecken lief über und in den Buchenbach, der wiederum in den Bodensee führt, meldet der „Südkurier“. Damit wurden Krankheitserreger aus dem Brauchwasser des Krankenhauses in den See transportiert. 

Welche Erreger in dem Wasser waren, ist derzeit noch unklar, da die Untersuchungen noch andauern. Nachgewiesen sei aber ein Fall des Norovirus, zitiert die Zeitung den Pressesprecher des Landratsamtes.

Außerdem wurden bei einer bereits am Montag entnommenen Wasserprobe E-Kolibakterien und Enterokokken entdeckt, die in Fäkalien vorkommen. Der Grenzwert der EU wurde allerdings nicht erreicht. 

Die Wasserproben vom Mittwoch sollen bis Montag ausgewertet sein, bis dahin gilt nun vorerst das Badeverbot. 

Hinweise auf einen nachhaltigen Umweltschaden gebe es nicht, teilt die Stadt mit. Allerdings ermittelt die Polizei nun, wer schuld an der Misere ist. 

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