Uralte Wege entlang der ligurischen Steilküste, kleine Brücken, Weinberge und atemberaubende Aussichten auf das Meer: Der Nationalpark Cinque Terre lässt sich wunderbar zu Fuß erwandern. Insgesamt 120 Kilometer Wege ziehen sich durch die Landschaft

Besonders beliebt ist der Küstenwanderweg Nummer zwei, der die fünf Dörfer der Cinque Terre verbindet: Von Monterosso geht es nach Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Angelegt wurde er im Laufe der Jahrhunderte von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Nationalparks, um schnell von einem Ort zum nächsten zu gelangen.

Die beiden Abschnitte von Corniglia nach Manarola und von Manarola nach Riomaggiore sind aufgrund von Reparaturarbeiten und Sicherheitsbedenken für längere Zeit gesperrt. Die Wiedereröffnung ist für Juli 2024 geplant. Es gibt jedoch längere Ausweichrouten, ansonsten können Reisende für die Etappen auch den Zug nutzen.

Richtige Ausrüstung und Eintritt

Um die Instandhaltung der Wege, die Pflege der Natur und die Absicherung an der Steilküste gewährleisten zu können, wird für die Nutzung des Küstenwanderwegs Nummer zwei eine Art Maut beim Wandern erhoben. Die sogenannte Cinque-Terre-Card, die unter anderem in den Touristeninformationen erhältlich sind, berechtigt für einen beziehungsweise zwei Tage zum Zugang. Zudem kann eine Option hinzugebucht werden, die im gleichen Zeitraum auch das Zugfahren zwischen Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore ermöglicht.

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Am Anfang eines jeden Abschnitts gibt es einen Kontrollpunkt, an dem nicht nur die Cinque-Terre-Card vorgezeigt werden muss, sondern auch auf das richtige Schuhwerk geachtet wird. Flip-Flops und Sandalen sind verboten, festes Schuhwerk erforderlich. Empfehlenswert ist zudem ausreichend Wasser – Flaschen können an Trinkwasserbrunnen in den Dörfern aufgefüllt werden – sowie Sonnenschutz.

Touristinnen und Touristen wandern in der Nähe des Dorfes of Monterosso im Nationalpark Cinque Terre.

Auch wenn einige größere Anstiege zu bewältigen sind, eignet sich die Wanderung auch für ungeübte Wanderinnen und Wanderer: Die Wege befinden sich in einem guten Zustand, viele Abschnitte sind flach, unterwegs gibt es einige Sitzgelegenheiten und in den Dörfern, die sich maximal vier Kilometer entfernt befinden, können zudem längere Pausen eingelegt werden. Alle Orte haben einen Bahnhof, sodass jederzeit die Reise per Zug fortgesetzt werden kann.

Auch verlaufen kannst du dich eigentlich nicht: Es gibt kaum Abzweigungen, und rot-weiße Farbe an Felswänden sowie Bäumen hilft bei der Orientierung.

Abschnitt 1: Monterosso al Mare nach Vernazza

Der Küstenwanderweg Nummer zwei beginnt im alten Ortskern von Monterosso. Am Hotel Porto Roca führt eine Straße den Hang hinauf. Nach dem ersten Kontrollpunkt folgt sofort einer der anstrengendsten Teilabschnitte der Wanderung: ein steiler Aufstieg und endlos wirkende Steintreppen führen bis auf eine Höhe von etwa 140 Metern über dem Meer.

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Nach dem sportlichen Start schlängelt sich der Wanderweg durch Weinhänge und kleine Wälder. Zahlreiche Aussichtspunkte bieten zeitgleich einen Blick auf das Meer. Nach etwa anderthalb Stunden kommt auf einer großen Waldlichtung schließlich Vernazza zum Vorschein. Hier halten viele Touristinnen und Touristen, um ein Foto von sich mit den bunten Häusern im Hintergrund zu schießen.

Wanderschild nach Vernazza – die Routen an der Cinque Terre sind gut ausgeschildert.

Bergab geht es in den Ortskern und in den Hafen von Vernazza.

Tipp: Wanderinnen und Wanderer sollten früh starten, um den steilen Anstieg nicht in der Mittagshitze bewältigen zu müssen. Gerade am Anfang sollten sie ihre Kräfte gut einteilen. Die Strecke gewinnt zunehmend an Höhe. Wer es entspannter haben möchte, kann andersherum von Vernazza nach Monterosso gehen.

Abschnitt 2: Vernazza nach Corniglia

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter in Richtung Corniglia. Der Weg führt durch enge Gassen und vorbei am Bahnhof und ist gut ausgeschildert. Kaum aus Vernazza raus und den Kontrollpunkt passiert, müssen zunächst wieder einige Höhenmeter und Treppenstufen überwunden werden. Es folgen ebene sandige Wege und erneut Waldabschnitte.

Wer zurückblickt, hat noch lange einen Panoramablick auf Vernazza, während beim Blick nach vorn schon das Bergdorf Corniglia zum Vorschein kommt. Corniglia wurde auf einem Felsen gebaut – 100 Meter über dem Wasserspiegel. Das Dorf ist daher schon früh zu sehen – auch wenn bis dahin noch ein kurvenreicher Weg am Berg zurückgelegt werden muss. Der letzte Teil führt hauptsächlich bergab bis in die Ortsmitte von Corniglia.

Tipp: Genau auf der Hälfte des knapp vier Kilometer langen Weges befindet sich ein kleines Café. Angeboten werden unter anderem Orangen- und Zitronen-Slushy. Für die Betreiber ein gutes Geschäft: Kaum jemand kann an heißen Sommertagen einem kalten Erfrischungsgetränk widerstehen.

Entlang idyllischer Pfade kann man bis aufs Meer blicken.

Abschnitt 3: Corniglia nach Manarola

Wer weiter in den nächsten Ort der Cinque Terre, Manarola, möchte, ist von hier an auf den Zug angewiesen. Der Wanderweg ist derzeit aufgrund von Erdrutschen gesperrt. Die Wiedereröffnung ist für Juli 2024 geplant.

Es gibt eine alternative Route über Volastra, der Höhenweg ist fünf Kilometer lang. Es geht entweder mit dem Bus von Manarola nach Volastra, das dauert zehn Minuten. Auch ein 45-minütiger Anstieg zu Fuß ist möglich. Hinter der Kirche von Volastra erreichen Wandernde dann eine Wegstrecke am oberen Rand der berühmten Weinterrassen. Diese abwechslungsreiche Route führt durch das gröβte Weingebiet der Gegend.

Wanderer sind unterwegs auf dem Küstenweg, der die malerischen Orte der Cinque Terre entlang der Ligurischen Küste nahe La Spezia verbindet.

Alternative: Du nutzt den Zug. Der Bahnhof des kleinen Dorfes liegt unterhalb des Ortes und ist über eine lange Steintreppe zu erreichen. Die Bahnfahrt dauert nur wenige Minuten.

Abschnitt 4: Manarola nach Riomaggiore

Voraussichtlich 2024 soll auch der wohl bekannteste Abschnitt des Wanderweges wieder zugänglich sein: die „Via dell’Amore“ (Liebesstraße). Früher diente der kürzeste, flachste und einfachste Weg der Cinque-Terre-Wanderroute als heimlicher Treffpunkt für Verliebte der beiden Nachbardörfer.

2011 führte ein Unwetter in der Region zu Erdrutschen und Überschwemmungen. Seitdem wird die Liebesstraße aufwendig restauriert. Aktuell sind nur die ersten 200 Meter von Manarola aus geöffnet.