Wer dieser Tage eine Kreuzfahrt bucht, an dem dürfte die Debatte um die Klimakrise nicht spurlos vorbeigehen. Längst protestieren nicht nur die Einwohner Italiens in Venedig gegen den Massen-Tourismus auf Schiffen, auch in Deutschland gingen Hunderte Menschen in Kiel auf die Straße.

Dagegen steht die weiterhin boomende Kreuzfahrt-Branche. Und vielleicht willst auch du deine womöglich hart angesparte Reise auf dem Schiff nicht canceln. Ein Zwiespalt. Wer Gewissensbisse bekommt, kann über externe Anbieter das ausgestoßene CO₂ zumindest kompensieren – teilweise sogar ohne Aufpreis.

So funktioniert CO₂-Kompensation bei Kreuzfahrten

Das Prozedere kennst du vielleicht schon vom Fliegen: Detailliert fragen Portale wie Atmosfair nach deiner Reise (Kabinentyp, Anzahl der Personen, Größe des Schiffs) und berechnen dir auf dieser Grundlage deinen CO₂-Fußabdruck.

Dementsprechend wird dir eine Art Umwelt-Gebühr errechnet, die zum Ausgleich in Klimaschutz-Projekte fließt. 

Einen anderen Weg geht dieses deutsche Start-up: Die Macher von Meravando kooperieren mit Myclimate und versprechen die Kompensation kostenfrei. Möglich sei das durch Vermittlungsprovisionen der Reedereien, berichtet das Reise-Fachmagazin „fvw“.

In diesem Fall wandern die Beträge in ein Projekt nach Kenia. Dort sollen sich die Einheimischen effiziente Kocher leisten können, die weniger Feuerholz benötigen und damit auch weniger CO₂ in die Luft ausstoßen.

Darum belasten Kreuzfahrten unsere Umwelt

Damit verschwinden die ausgestoßenen Schadstoffe natürlich nicht. Viele Kreuzfahrtschiffe fahren noch immer mit Schweröl oder Diesel, deren Verbrennung beim Antrieb nicht nur Kohlenstoffdioxid, sondern auch weitere umweltschädliche Gase verursacht.

Ein Umdenken gibt es in der Branche aber: Die „Aida Nova“ fährt als erstes Kreuzfahrtschiff der Welt mit Erdgas, Hurtigrutens erstes Hybrid-Schiff sticht diesen Sommer in See. Vielerorts gibt es strengere Auflagen für einfahrende Kreuzer. Norwegen kontrolliert dies penibel – für eine Reederei verhängte das Land eine Geldstrafe von 71.000 Euro, nachdem die „MS Magellan“ mit erhöhten Schwefelwerten in den Fjorden unterwegs war.