Spanien: Touristen erkranken nach Schwimmen in giftigem See

Spanien: Touristen erkranken nach Bad in giftigem See

Sie wollten sich nur in einem türkis See abkühlen – doch dafür bezahlten einige Urlauber in Galicien mit einem Krankenhausaufenthalt. Das Wasser in der ehemaligen Wolfram-Mine ist verseucht.

Frau im Bikini steht am See am Monte Neme in Spanien.
Mit ihrem Bad in dem See riskieren Urlauber Ausschlag, Augenirritationen und Durchfall.

Foto: instagram.com/jennisuarez4

Einige Instagram-User gehen scheinbar aufs Ganze, um ihren Followern möglichst spekatukuläre Fotos zu bieten. So auch ein spanischer Influencer, der für das perfekte Bild am Monte Neme in Spanien sogar eine zweiwöchige allergische Reaktion auf sich nahm: „Das war ein bisschen blöd, aber das Bild war es wert“, sagte er gegenüber der spanischen „Cope“.

Wie es so weit kommen konnte? Wie viele andere Instagram-Enthusiasten in Galicien hatte er ein Foto an einem Baggersee mit extrem türkisfarbenem Wasser aufgenommen. Anstatt wie die meisten am Ufer stehen zu bleiben, war er allerdings ins Wasser gesprungen – das mit verschiedenen Chemikalien belastet ist. Er wird sogar „Galicisches Tschernobyl“ genannt.

Traumhafter See entpuppt sich als Gesundheitsgefahr

Bei dem See handelt es sich um einen gefluteten Steinbruch, der zu einer Wolfram-Mine gehört hat. Im Zweiten Weltkrieg ließ Hitler dort das Schwermetall abbauen, die Mine war einer der bedeutendsten Wirtschaftsmotoren der Region. Seit den 1980er-Jahren liegt sie allerdings still.

Andere Foto-Touristen landeten mit Hautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall im Krankenhaus. Sie hätten sich in dem See nur erfrischen wollen, weil er „so hübsch war“ und sie keine Hinweise sahen, dass das Baden dort verboten sei, erzählten sie gegenüber der „Público“.

Arzt warnt vor dem Schwimmen im Instagram-See

Ein Arzt des örtlichen Krankenhauses warnte allerdings vor dem vermeintlich malerischen Bad: Bei kürzeren Aufenthalten im Wasser könnten Haut- und Augenreizungen auftreten, wer versehentlich Wasser schlucke, riskiere Verdauungsstörungen, Erbrechen und Durchfall. 

Das Problem seien die Spuren verschiedener Schwermetalle, die in dem Wasser vorhanden seien. Die chemische Verunreinigung verursacht auch die besonders blaue Farbe des Sees.

Es ist übrigens nicht der einzige Instagram-Hotspot, der zwar tropisch aussieht, aber ziemlich toxisch ist: Auch in Sibirien lockt ein stechend blauer See Urlauber für das perfekte Instagram-Foto – dessen Wasser extrem giftig ist. Denn in den „Malediven von Nowosibirsk“ entsorgt ein Kohlekraftwerk Chemikalien wie Kalziumsalze und andere Metalloxide.

Die Moral von der Geschichte: Nicht einfach in Gewässern schwimmen, die du nicht kennst.

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