Zu viel Sonnencreme im Meer: Alarm auf Mallorca

Zu viel Sonnencreme im Meer: Alarm auf Mallorca

Auf Kreuzfahrtschiffen baden die Passagiere im Pool – nachdem sie sich mit Sonnencreme eingeschmiert haben. Vor Mallorca herrscht deshalb nun Alarm: Denn dadurch zieht sich ein Ölteppich durchs Meer.

Wer in der Sonne liegt, soll sich mit Sonnencreme schützen.
Sonnencreme schützt den Menschen – und schädigt Korallen.

Foto: imago images/Photocase

Das Schmutzwasser aus den Pools der Kreuzfahrtschiffe landet im Meer – und damit auch eine nicht unwesentliche Menge Sonnencreme. Die Seenotrettung hat am 8. Juli zum ersten Mal seit 2011 vor Mallorca Alarm geschlagen, weil sich ein Ölteppich auf dem Meer zeigte – verursacht durch Sunblocker. Das berichtet die „Mallorca Zeitung“. 

Das Infrastrukturministerium habe demnach Zahlen veröffentlicht, wonach 2010 drei Verschmutzungen, 2011 zwei Verschmutzungen und nun 2019 eine gemeldet wurden.

Sie entstehen, wenn das Schmutzwasser aus den Pools entladen wird. Gesetzeskonform ist das aber dennoch, keines der sechs Schiffe, die die Ölteppiche verursacht haben, habe gegen geltendes Recht verstoßen. 

Für Menschen ungefährlich, für Korallen tödlich

Für Menschen besteht keine Gefahr wegen zu viel Sonnencreme im Wasser, für Meeresbewohner allerdings schon. Deshalb haben einige Urlaubs-Hotspots bereits reagiert. 

In Palau, auf Bonaire in der Karibik, in Teilen Mexikos, in Key West in Florida sowie auf Hawaii sind oder werden gewisse Sonnencremes verboten, weil Inhaltsstoffe wie Parabene, Oxybenzon und Octocrilen die Korallenriffe beschädigen. Umweltschonende Alternativen sind aber überall erlaubt. 

Gewisse Touristengegenden in Thailand, den Philippinen und Indonesien mussten bereits Strände schließen, weil die Korallenbleiche durch Sonnencreme so stark fortgeschritten war. 

Laut Craig Downs, Geschäftsführer des Haereticus Environmental Laboratory auf Hawaii, können schon kleine Mengen Sonnencreme tödlich für die Korallen sein. „Verschmutzungen, die durch Sonnencreme verursacht werden, können Korallenriffe in bis zu fünf Kilometern Entfernung schaden“, sagte er der „Daily Mail“.

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