Roadtrip: Wie du deinen Van zu einem Zuhause machst | reisereporter.de

Roadtrip: Wie du deinen Van zu einem Zuhause machst

Gerade, wenn du einen längeren Roadtrip planst, stellt sich die Frage: Was brauchst du zum Wohnen? Und was, um dich heimisch zu fühlen? Wie viel ist wirklich notwendig? Tipps von reisereporter Tim.

Tim Noetzel
Den Sprinter „Oswald van Europe“ haben die drei für ihren politischen Roadtrip eigenhändig umgebaut.
Den Sprinter „Oswald van Europe“ haben die drei für ihren politischen Roadtrip eigenhändig umgebaut.

Foto: privat

Wir, das sind Felix, Tim und Ina, haben einen Roadtrip durch alle Länder der EU gemacht – und dabei zu dritt auf acht Quadratmetern im Sprinter gewohnt. Den haben wir selbst ausgebaut. 

In welchem Zustand wir ihn gekauft haben? Sieh selbst. Sieht so vielleicht ein Zuhause aus?

Wohl eher nicht. Gemütlich sieht anders aus. Wie aber können wir aus diesen acht Quadratmetern potenziellen Wohnraums unser Zuhause auf Rädern machen?

Diese Frage haben wir uns am Anfang der Planung unserer neunmonatigen Reise gestellt und überlegt, was wir denn wirklich brauchen. Wir hatten von #minimalism gehört und diesbezüglich mal eine Netflix-Doku zu dem gesehen, aber selbst wirklich minimalistisch zu leben – davon war ich noch ganz weit entfernt.

Das darf bei einem Roadtrip im Van nicht fehlen

Also: Was darf in deinem zu Hause auf gar keinen Fall fehlen? Diese Frage wird jeder für sich wohl ein bisschen anders beantworten. Vielleicht können wir uns aber auf ein paar essenzielle Dinge einigen.

Wie wäre es mit einem Bett, einem Platz zum Essenkochen, Wasser, ein bisschen Stauraum für die Kleidung und Licht? Auf diese Dinge haben wir drei uns, nach kleineren Diskussionen über die Relevanz von Fenstern, Heizung oder einer Toilette, geeinigt und sie anschließend selbst eingebaut.

Hier bekommst du einen kleinen Eindruck, wie das dann am Ende aussah. Die Diskussion über die Heizung wurde im rumänischen Winter dann doch noch einmal aufgegriffen und zum Glück in Form eines kleinen Holzofens umgesetzt.

Am Ende gab es sogar einen Ofen im Van namens Oswald van Europe.
Am Ende gab es sogar einen Ofen im Van namens Oswald van Europe. Foto: Driving Europe

Das mag vielleicht noch ziemlich wenig sein und einige werden sich vielleicht fragen, wie man denn ohne eine Toilette überlebt, aber man gewöhnt sich tatsächlich an vieles. Genau das haben wir auch gelernt.

So schön und entspannt ein Leben mit riesigen Räumen, WLAN, Fernseher oder Smart Speakern sein mag, dies sind nicht die Dinge, die dich glücklich machen.

Es ist nicht die Ausstattung, die ein heimisches Gefühl verleiht. 

Wir stellten fest, dass wir tatsächlich auf acht Quadratmetern alles haben, was wir brauchen, um gut zu leben und uns heimisch zu fühlen. Wir hatten wunderbare Koch-Abende, haben getanzt, gearbeitet, geschlafen und unzählige Sonnenuntergänge in ganz Europa aus unserem Zuhause beobachten dürfen.

Manchmal kamen uns sogar Freunde für ein paar Tage besuchen, und man hatte gemeinsame Erlebnisse in der Natur bei einem Becher Wein und Kartenspielen auf dem Dach unserer rollenden WG.

Wir haben gelernt, dass es nicht die Ausstattung ist, die ein heimisches Gefühl verleiht. Es sind die Momente mit wunderbaren Menschen, die diesen Ort zum Leben erwecken und dir ein wohliges Gefühl verleihen, wenn du dich zurückerinnerst.

Genau diese Momente sind manchmal sogar noch ein bisschen intensiver, wenn du nicht so viel Schnickschnack um dich herum hast, der vom Hier und Jetzt ablenken könnte. 

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