Santorin: Mann filmt Tierquälerei von Eseln und wird verprügelt

Esel-Quälerei auf Santorin geht trotz Verbot weiter

Ein südafrikanischer Tierschützer war auf der griechischen Insel Santorin unterwegs und dokumentierte das Leid der Tiere, die Touristen Klippen hinauftragen müssen. Von den Besitzern wurde er attackiert.

Eselreiten auf Santorin.
Für die Tiere ist der Touristenspaß eine Tortur, mahnen Tierschützer.

Foto: imago images/Anka Agency International

Immer wieder ist die Tierschutzorganisation „Network for Animals“ in Griechenland unterwegs und prangert die schlimmen Zustände an, unter denen vor allem Esel auf der Insel Santorin leben.

Sie werden mit Stöcken geschlagen, mit Tritten malträtiert, Halfter und andere Accessoires sind viel zu eng angelegt und schneiden in die Haut. 

Esel-Reiten auf Santorin: Hat sich etwas verändert?

Mitarbeiter Luke Barritt aus Südafrika und ein Kameramann hatten die Tierquälerei bereits vor einem Jahr öffentlich gemacht. Nun kehrten sie zurück, um zu schauen, ob sich etwas verändert hat. 

Aber sie filmten die gleichen Szenen wieder: Esel, die schlimm misshandelt werden und trotz sengender Sonne permanent übergewichtige Touristen die Klippen hochtragen müssen – ohne Wasser und Futter, damit sie nicht auf den Weg koten oder urinieren, was Touristen verärgern könnte.

Esel mit offenen, blutigen und entzündeten Wunden, in denen Mücken schwirren. 

Eselhalter drohen, den Tierschützer die Klippe hinunterzuwerfen

Doch als Luke Barritt dieses Mal filmte, griffen die Eselbesitzer ein. Sie sollen die beiden Mitarbeiter getreten und geschlagen haben, teilweise mit Peitschen, und gedroht haben, die Südafrikaner die Klippen hinunterzustürzen, sollten sie noch einmal Videos aufnehmen. 

Es ist nicht das erste Mal, dass die Eselhalter derart aggressiv gegenüber Kritikern auftreten. Vor ziemlich genau einem Jahr protestierte eine Gruppe Tierschützer mit Postern auf den Stufen der Klippen, als bis zu 40 Eselhalter sie umzingelten, schlugen, anspuckten und bedrohten. Ein Video von dem Vorfall wurde auf Facebook geteilt.

Obwohl Barritt die Vorfälle bei der Polizei anzeigte – nicht nur den Übergiff auf ihn selbst, sondern auch die Misshandlung der Esel –, gab es bisher keine Reaktion. Das Video, das die beiden aufnahmen, stellte die Organisation dennoch online – um damit bei Touristen dafür zu werben, das Eselreiten sein zu lassen. 

Santorin: Esel-Reiten für Übergewichtige eigentlich verboten

Esel sollten eigentlich maximal 20 Prozent ihres Körpergewichtes tragen. Daran halten sich die Halter in Santorin aber nicht. Für die Tiere ist das besonders bitter, denn die Anzahl der übergewichtigen Touristen habe sich nach Angaben von Christina K. von der „Santorini Animal Welfare Association“ verdreifacht. Bis zu fünfmal am Tag müssen die Esel in Fira beispielsweise die 500 Stufen hoch und runter. 

Im Oktober hat die griechische Regierung eigentlich ein Verbot erlassen: Touristen mit mehr als 100 Kilo Körpergewicht dürfen demnach nicht mehr auf Eseln reiten. Die Videoaufnahmen von „Network for Animals“ zeigen hingegen anderes. 

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