Den Lebensabend in Würde auf Reisen verbringen – das will die deutsche Reederei Ted Cruises ihren Gästen ermöglichen. Die ungewöhnliche Idee, Senioren statt im Altersheim auf einem Kreuzfahrtschiff zu pflegen, kommt an. In ein paar Monaten sollen Senioren auf einem Flusskreuzfahrtschiff ihre Rente genießen können.

Schiff als Altersheim soll 2020 in See stechen

An Bord der schwimmenden Seniorenresidenz „FT Calea“ soll ab dem Spätsommer 2020 betreutes Wohnen angeboten werden, seine erste Probefahrt hat das Schiff bereits im Dezember beschritten. Heimathafen wird der Raum Köln/Bonn sein – die meiste Zeit des Jahres, etwa 150 Tage im Jahr, verbringen die Bewohner dann abwechselnd in den Häfen der Rheinstädte Bonn oder Köln. 

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Von dort sind regelmäßige Ausflüge „entlang der schönsten Wasserstraßen Mitteleuropas“ geplant. Ob Straßburg, Amsterdam oder Cochem: Die „FT Caleaׅ“ unternimmt Fahrten unter anderem zur Loreley-Passage, zu den Weinbergen der Mosel und passiert auf dem Weg nach Holland die typischen Windmühlen.

Flusskreuzfahrt statt Hochseekreuzfahrt

Ursprünglich startete Ted Cruises mit der Idee, ein Hochseekreuzfahrtschiff zum Altersheim umzubauen. Die Idee sei auch nicht verworfen, so Geschäftsführer Thady Alexander Thömmes zum reisereporter. „Wir merken jedoch, dass das Konzept der Flusskreuzfahrt noch deutlich besser ankommt. Grund dafür ist auch die Heimatbezogenheit und Nähe zur Familie, die bei einer Dauer-Hochzeekreuzfahrt nicht gegeben wäre.“ 

Für das Konzept der Hochseekreuzfahrten sei man weiter in Gesprächen mit einer Reederei, die das Schiff jedoch noch bis 2021 chartert.

Für Menschen, die im Alter das Reisen nicht gänzlich aufgeben wollen, noch zu selbstständig sind, um in ein Heim zu gehen, und trotzdem in der Nähe ihrer Liebsten bleiben möchten, ist das Konzept des Unternehmens womöglich eine gute Alternative.

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So soll das betreute Wohnen auf einem Kreuzfahrtschiff aussehen

Was die Bewohner erwartet: Auf den vier barrierefreien Decks befinden sich die 93 sogenannten Kabinenmodule, die individuell zu 50 Wohneinheiten gestaltet werden können. Gewählt werden kann zwischen einer Einzelkabine mit circa elf Quadratmetern, einer Doppelkabine mit größerem Bad (23 Quadratmeter) und einer großzügigen Suite mit 34,5 Quadratmetern. Insgesamt soll es drei verschiedene Zimmerkategorien geben. Aufzüge und mehrere Treppenlifte verbinden die Etagen miteinander.

Abseits der eigenen vier Kabinenwände soll dann Urlaubsflair aufkommen: Live-Musik in einer der drei Bars, kostenloses Essen und Getränke im Restaurant sowie eine Sauna und ein Wellnessraum. Der ungefähr 4.000 Quadratmeter große Flusskreuzer kommt auf dem Oberdeck mit einem Panoramasalon, der einen 180-Grad-Blick auf die vorbeiziehende Landschaft ermöglicht. 

Ungefähr 40 Mitarbeiter sollen sich rund um die Uhr um die Bewohner kümmern: vom Zimmerservice über das Küchen- und Barteam, Pfleger und Betreuer bis hin zum Kapitän. An jeder Destination will die Reederei für angemessene medizinische Betreuung in Zusammenarbeit mit Ärzten und Krankenhäusern sorgen.  

Neben professioneller Pflege genießen die Senioren Hotelservice, beispielsweise im Restaurant, in dem es täglich bis zu fünf Mahlzeiten gibt, sowie Workshops, damit keine Langeweile aufkommt.

So teuer ist ein Zimmer auf dem Flusskreuzfahrtschiff

Urlaub und Pflege in einem? Das sind die Preise: Die erste Kabinenkategorie beginnt bei 3.500 Euro monatlich. Die teuerste Kategorie, das Wohnen in der Suite, kostet monatlich 8.400 Euro.

Essen und Trinken, Pflege, Strom, Wasser – alles inklusive. Da die Bewohner bei ihrem Einzug eine komplett nach ihren Vorstellungen renovierte Kabine bekommen, wird zusätzlich ein einmaliger Betrag zwischen 29.000 und 79.000 Euro fällig.

Pauschal kann das nicht mit dem Preis zum betreuten Wohnen an Land verglichen werden. Zum einen ist der Begriff nicht geschützt, zum anderen variieren die Kosten stark – je nach Wohnregion, Wohnungsgröße und Ausstattung.

Hört sich für dich oder Verwandte interessant an? Ab sofort können die Kabinen gekauft werden. Wer bereits in der Liste der zukünftigen Kabinenbesitzer aufgenommen wurde, kann am 25. Januar 2020 und am Folgetag sowie am 1. Februar und am 2. Februar 2020 sich selbst vor Ort ein Bild machen und sich dann final für die richtige Kabine entscheiden.