Was für ein Chaos-Trip mit der Deutschen Bahn: Oma Gaby dos Santos wollte nur ihren minderjährigen Enkel in München zum Abschied in den ICE bringen. Doch plötzlich fuhr der Zug los, und sie war noch drin. Ohne Ticket. Was war passiert?

Der Zug hatte wegen eines Defekts Verspätung, sollte statt um 13.51 Uhr 15 Minuten später um 14.06 Uhr abfahren. Doch überraschenderweise fuhr er dann doch fünf Minuten früher los, und Oma Gaby steckte fest.

Oma Gaby fährt (aus Versehen) schwarz mit dem ICE

„Plötzlich gingen die Türen zu. Ich habe noch panisch auf den Knopf gedrückt, aber es war schon zu spät – der Zug fuhr los. Ich bin aus Versehen schwarzgefahren!“, das erzählte die 61-Jährige der „Bild“.

Eine unangenehme Situation für die Großmutter, schießlich wollte sie sich nur von ihrem Enkel verabschieden und sichergehen, dass er seinen Platz findet. Denn wegen des Defekts waren die Wagennummern durcheinandergekommen.

Doch statt dann von außen zu winken, fuhr sie plötzlich mit ihrem Enkel nach Nürnberg. Ihre Sitznachbarn boten sofort an, als Zeugen gegenüber der Schaffnerin auszusagen und Gaby bei der Fahrkartenkontrolle zu unterstützen, das schreibt die 61-Jährige auf Facebook. Doch das war überhaupt nicht notwendig.

Schaffnerin stellt Bierzettel-Ticket für Oma aus

Denn als die Kontrolleurin kam, zeigte sie Verständnis für Oma Gaby und stellte ihr ein selbst geschriebenes Ticket aus – auf einem Bier-Bestellzettel! Darauf stand: „Reisende hat Kind in Zug gesetzt. In München war bei unserem ICE 624 ganz schönes Chaos. Dame hat es bei dem Kuddel-Muddel nicht mehr aus dem ICE geschafft. Bitte mit zurückbefördern.“ Mit Zangenabdruck.

Zudem habe sie die anderen Schaffner gebeten, Gaby zurück nach München zu befördern. 

Und das Bierzettel-Ticket zeigte Wirkung: Sämtliche Kontrolleure akzeptierten die Entschuldigung, und Gaby kam ohne große Probleme von Nürnberg zurück nach München.

In ihrem Facebook-Post lobt sie das Verhalten der Bahn-Mitarbeiter, die wohl sonst eher negative Erfahrungen mit Kundenbewertungen machen. Normalerweise hätte Gaby die Fahrt übrigens 60 Euro gekostet. Nachlösen hätte sie in dem Moment nicht gekonnt, denn bei sich hatte sie nur 35 Euro.