In einem Land, in dem etwa 60 Prozent der Bevölkerung an magische Wesen wie Elfen und Trolle glaubt, scheint die Fantasie keine Grenzen zu kennen. Kein Wunder, dass ausgerechnet ein isländisches Unternehmen namens Tulipop eine Reihe Figuren herstellt, die nicht nur die Herzen von Fans von Hello Kitty und Co. höher schlagen lassen.

Signy Kolbeinsdottir und Helga Arnadottir haben das Unternehmen 2010 gegründet. Kreativer Kopf ist die Illustratorin Kolbeinsdottir. Sie ließ sich von Zeichentrickhelden ihrer Kindheit inspirieren und erfand sechs Charaktere und eine Fantasiewelt drumherum.

Tulipop-Figuren sind eher Antihelden

Mittlerweile gibt es in 14 Ländern 120 Shops mit unzähligen Artikeln rund um die sechs Antihelden – allein auf der Heimatinsel der Unternehmerinnen sind es 30. Der Flagship-Store befindet sich in der Inselhauptstadt Reykjavík, ganz in der Nähe der Hallgrimskirche. Die Stadt verlieh ihm den Titel „bester Neuzugang in der Innenstadt“.

Traditionelle Geschlechterrollen gibt es auf Tulipop, der Insel mit zwei Seen und drei Monden, nicht. Alle Tulipop-Figuren haben Fehler – und werden trotzdem gemocht. Im Zentrum stehen die pilzköpfigen Geschwister Bubble und Gloomy; der zaghaft-langsame Bubble ist der Tagträumer, seine Schwester frech, waghalsig und chaotisch.

Das Monster Fred, ein struppiger Geselle aus dem Vergessenen Wald, verfügt über eine sanfte Seele im wilden Körper. Komplettiert wird das Sextett durch die äußerlich liebenswerte, in Wahrheit aber falsche und eitle Bärchenfrau Miss Maddy, den weisen, aber etwas gierigen Mister Tree – eine alte Tanne mit Diamantaugen und pathologischem Sammeltick – und die Matriarchin und Tulipop-Erschafferin Mama Skully; einem leicht gruselig wirkenden Totenschädel mit Kerze auf dem Kopf.