Dauer-Alarm auf Sardinien: Zunächst schien es, als hätten die Löschkräfte den verheerenden Waldbrand um die Stadt Tortolì an der Ostküste unter Kontrolle bekommen. Doch am Montagnachmittag brach erneut Feuer aus. Das berichtet unter anderem die Regionalzeitung „L’Unione Sarda“. 

Das Problem: Ungünstige Winde mit Geschwindigkeiten um die 60 Kilometer pro Stunde und weiterhin sehr hohe Temperaturen von bis zu 32 Grad an den Küsten fachen die Flammen immer wieder auf. 

Rund 5.000 Menschen in Sicherheit gebracht – Brände auf Sardinien weiten sich aus

Etliche Häuser, Hotels, zwei Campingplätze und ein Sommerlager mussten bislang evakuiert werden – etwa 5.000 Menschen waren gezwungen, ihren Aufenthaltsort vorübergehend zu verlassen. 

Die Brandherde sind kaum überschaubar: An mindestens 40 Orten sollen die Flammen wüten, unter anderem auch um die bekannte Küstenstadt Olbia. Mittlerweile sollen sich die Brände sogar bis in den Süden der Insel (Quartu, Molentargius-Park, Poetto-Strand, Pirri nahe Cagliari) ausgebreitet haben. 

Der Bürgermeister von Tortolì erklärte unterdessen für die Region den Zustand einer Naturkatastrophe, berichtet die Regionalzeitung „La Nuova Sardegna“. So soll bereits ein wertvolles archäologisches Gebiet von den Flammen betroffen sein. Auch einige Häuser sollen dem Inferno nicht standgehalten haben.

Helikopter versuchen, Feuer auf Sardinien zu löschen

Das genaue Ausmaß des Schadens sei bislang nicht absehbar. Allein um Tortolì sollen bis Montag um die 800 Hektar Land zerstört worden sein.

Der regionale Katastrophenschutz ist in Alarmbereitschaft und kämpft sowohl am Boden als auch in der Luft mit Helikoptern und Canadair-Löschflugzeugen gegen die Feuer-Hölle.  

Dort gab es nach Berichten von „Sardiniapost“ am Montag erneut Evakuierungen. Rund 40 Personen mussten demnach das Strand-Resort Baia di Cea bei der gleichnamigen Ortschaft Cea verlassen. Hotelgäste sollen dazu aufgefordert worden sein, sich zu Fuß zum Strand in Sicherheit zu begeben.

Der Besitzer verzweifelt: „Hier verliere ich mein Lebenswerk“, sagte er der sardischen Regionalzeitung. Als Ursache vermuten Behörden unter anderem Brandstiftung. Nahe Tortolì soll ein Bauer unachtsam seine Gartenabfälle wie abgeschnittene Äste und Zweige verbrannt haben.

Das müssen Sardinien-Urlauber wissen

Das Auswärtige Amt hat aktuell keine Reisewarnung für Sardinien ausgegeben, weist aber dennoch auf seiner Website darauf hin, dass es vor allem in den Sommermonaten in Italien aufgrund der herrschenden klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden komme. „Reisende sollten auf entsprechende Meldungen in den Medien und gegebenenfalls Hinweise der lokalen Behörden achten.“

Wer die Reise noch nicht angetreten hat, sollte sich vorab bei der jeweiligen Unterkunft oder gegebenfalls beim Reiseveranstalter über die Lage und mögliche Programmänderungen erkundigen. Bei Pauschalreisen könnte ein solcher Fall als „höhere Gewalt“ gelten – eine kostenfreie Stornierung ist dann möglich.

Gerade Sardinien bietet sich für einen Roadtrip an – viele wählen dafür den Camper.

Der ADAC warnt nun, dass gesperrte Straßen und schlechte Sicht durch den Rauch möglich seien. Auch mit einem eingeschränkten touristischen Angebot sei zu rechnen.

Was ist vor Ort zu tun? ADAC-Mitglieder, die in Not geraten sind, können den Auslandsnotruf des Automobil-Clubs wählen (Telefonnummer: +49 89 22 22 22). Wer bei einem anderen Verkehrsclub angemeldet ist, sollte sich über entsprechende Notrufnummern erkundigen.

Im Worst Case: Ausgebrannte Fahrzeuge (Autos und auch Wohnmobile) seien über die Teilkasko versichert. Zelte und andere Privatgegenstände hingegen übernehme die normale Hausratversicherung ohne Zusatzleistung nicht.