Spektakulär, aber nicht ungefährlich: Regeln für die Safari

Spektakulär, aber nicht ungefährlich: Regeln für die Safari

Eine Safari in Afrika ist ein wundervolles Erlebnis, aber nicht immer ganz ungefährlich. Flusspferde, Elefanten, Raubkatzen und Schlangen finden menschliche Eindringlinge nicht immer gut, daher ist Vorsicht geboten.

Johannes Dieterich
Sichtung eines Leoparden in Botswana.
Touristen in Botswana beobachten einen Leoparden.

Foto: imago images/Sergey Gorshkov

Ein Mann, womöglich ein Wilderer, wurde von Elefanten zertrampelt und von Löwen verspeist. Ein Leopard zerfleischte einen Jungen, der gerade mal zwei Jahre alt war. Vierzehn Löwen, die aus dem umzäunten Naturreservat ausbrachen, um die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Und ein Nilpferd, das den Wärter einer an den Park angrenzenden Kupfer-Mine tottrampelte.

Diese Zwischenfälle wurden kurz hintereinander aus dem südafrikanischen Krugerpark gemeldet. Spätestens, wenn sich derartige Meldungen wieder einmal häufen – und das kommt keineswegs selten vor –, werden wir daran erinnert, dass es sich bei den wilden Kreaturen nicht um niedliche Plüschtiere und bei ihren Reservaten nicht um Tierparks handelt.

Big Five: Spektakulär, aber nicht ungefährlich

Eine Begegnung, vor allem mit den Big Five – Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn – ist spektakulär, aber Touristen sollten sich der möglichen Gefahren bewusst sein.

Wobei die meisten, die sich zum ersten Mal auf Safari begeben, keinen derartigen Realitätscheck benötigen: Wenn der erste Elefant mit den Ohren wedelt, werden die Machtverhältnisse sofort deutlich. Bei der Begegnung mit Elefanten die richtige Mischung aus Respekt und Gelassenheit zu finden kann also lebensrettend sein. 

Drei spielende Löwenjunge.
Süß, aber gefährlich: Drei Löwenbabys in der Serengeti. Foto: imago images / Nick Dale

Zunächst die gute Nachricht: In den meisten Fällen der Begegnung mit einem wilden, hungrigen oder auch nur nervösen Tier wird sich zwischen dir und ihm eine schützende Blechschicht befinden, denn eine Safari findet meistens in einem Jeep statt. 

Obacht bei der Safari ohne Auto

Den oben beschriebenen Zwischenfällen ist allen gemein, dass es sich um Menschen handelte, die nicht in Autos unterwegs waren – ob aus professionellen Gründen wie beim Wilderer oder aus familiären Gründen wie beim Jungen, der bei seinem Vater, einem Wildhüter, mitten im Park lebte.

Dennoch gibt es auch die Möglichkeit, einen „bush walk“ oder eine „walking safari“, also eine Safari zu Fuß, zu machen – oder auf dem Fahrrad wie im Hell’s-Gate-Nationalpark, mit dem Boot wie im Chobe-Nationalpark oder sogar zu Pferde. Dann befindest du dich aber meistens in der Obhut eines bewaffneten Rangers, der sehr genau weiß, wie er sich und wie du dich verhalten musst. 

In 25 Jahren Afrika habe ich noch nie von einem tödlichen Zwischenfall bei einem Bush-Walk gehört. Dafür zählen diese zu den eindrucksvollsten Erlebnissen, die du in einem Nationalpark haben kannst. Das sollte dich allerdings nicht dazu verleiten, dich auch ohne professionelle Begleitung zu Fuß auf den Weg zu machen.

Raubtiere können auch durchs Fenster springen

Mit Skepsis solltest du auch der Versicherung von Hobby-Experten begegnen, dass Menschen in einem Fahrzeug niemals angegriffen werden, weil ein Raubtier nur den Wagen, aber nicht dessen Inhalt wahrnehmen würde. Es gibt durchaus Vorfälle, in denen sich ein Löwe, Gepard oder Leopard einen Touristen durchs offene Autofenster geangelt hat. 

In einigen Nationalparks gibt es daher die Vorschrift, mit geschlossenen Fenstern zu fahren. Möchtest du die Natur jedoch auch einatmen, kannst du mit einem Tour-Guide in dessen offenem Jeep zum „game drive“ aufbrechen, wie man eine Safari im Englischen bezeichnet. Der weiß, wie er sich zu verhalten hat, und erzählt dir nebenbei noch alles Wissenswerte über die Welt, die dich umgibt.

Das einzige Tier, das dir selbst im geschlossenen Fahrzeug gefährlich werden kann, ist der Elefant. Doch dass der sich auf dein Auto setzt oder es gar umdreht, kommt äußerst selten vor: Bei solchen Vorfällen handelt es sich nach Einschätzung von Experten entweder um Panikattacken einer Elefantenkuh mit Baby oder um akute Zahnschmerzen eines Tieres. 

Um auch solchen vermeintlichen Angriffen ausweichen zu können, solltest du darauf achten, dass du nicht von anderen Autofahrern eingeparkt wirst: In hochfrequentierten Reservaten wie dem Kruger-Nationalpark passiert das leider viel zu oft und zu schnell. 

Nilpferd, Schlange und Moskito sind am gefährlichsten

Übrigens: Die für den Menschen gefährlichste Spezies ist keinesfalls der König der Tiere, sondern das Nilpferd, das äußerst geräuschempfindlich und wesentlich schneller ist, als du vermuten würdest. Mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde ist es schneller als Usain Bolt, der über 100 Meter höchstens auf durchschnittlich 37,5 Kilometer pro Stunde kam. 

Besonders schutzlos sind den Hippos Menschen in Booten ausgesetzt: Sie könnten die kleinen Boote einfach umdrehen und Menschen mit ihren rund 40 Zentimeter langen Eckzähnen aufspießen. Die meisten Angriffe gibt es allerdings in Ufernähe, wenn sich Flusspferde durch zu nah kommende Menschen gestört fühlen.

Wer nun aber nur auf große Tiere achtet, begeht möglicherweise einen Fehler. Schlangen sind weltweit für jährlich weit mehr als 100.000 Tote und fast eine Million Verletzte verantwortlich. Die meisten Vorfälle ereignen sich allerdings nicht in Afrika, sondern in Asien. 

Schlangen sind in der Regel nicht sonderlich angriffslustig, sondern versuchen zu fliehen. Ein Stock, mit dem du beim Gehen möglichst große Erschütterung verursachst, sowie gutes Schuhwerk sind gegen die kriechenden Giftspritzen der beste Schutz. 

Und dann ist da ein noch kleinerer und gefährlicherer Killer: Moskitos, die über Malaria allein in Afrika jährlich rund 400.000 Menschen töten. Auch dagegen gibt’s allerdings wirksame Mittel – vor allem Mückenschutzmittel. Malariaprophylaxe kann zudem helfen, den Ausbruch der Krankheit zu lindern. 

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