Hai-Angriff auf Bahamas: Tourguides sollen nicht geholfen haben

Familie klagt nach Hai-Angriff: Keine Hilfe von Tourguides

Ende Juni wurde eine 21-Jährige beim Schnorcheln von Haien getötet. Ihre Familie erhebt nun Vorwürfe gegen den Touranbieter: Ein Boot sei nicht gekommen, ein Erste-Hilfe-Set fehlte und die Crew hätte keine Ausbildung gehabt.

Ein Tigerhai über einem Korallenriff.
Vermutlich wurde die junge Frau von einem Tigerhai angegriffen.

Foto: imago images/Michael Weberberger

Wie hilflos muss die Mutter sich gefühlt haben? Als Jordan Lindsey beim Schnorchelausflug auf den Bahamas von drei Haien angegriffen und tödlich verletzt wurde, kam offenbar niemand ihr und ihrer Mutter Kami zu Hilfe. Das berichten die Angehörigen jetzt – und wollen damit andere Urlauber warnen. 

In einem Statement, das das „Time Magazine“ veröffentlich hat, heißt es, die Familie sei davon ausgegangen, dass der Touranbieter im Notfall Sicherheitskonzepte habe. Doch nicht einmal ein Erste-Hilfe-Kit habe es bei dem Ausflug gegeben. 

Es war kein Guide mit im Wasser

Mutter und Tochter waren am 26. Juni zusammen im Meer nahe Rose Island schnorcheln, abseits der restlichen Gruppe. Guides seien nicht mit der Gruppe im Wasser gewesen, so die Familie. Drei Haie griffen die 21-Jährige aus Los Angeles plötzlich an, bissen sie in Arme, Beine und in den Rücken. Anders als zuvor kommuniziert, soll niemand die Haie vor der Attacke gesehen haben. 

„Ich schwamm zu meiner Tochter und wartete, ich ging davon aus, dass ein Boot zu uns kommt und uns rettet, aber das ist nicht passiert“, sagt Mutter Kami Lindsey. „Wir wurden von zwei Angestellten auf einer Erhöhung aufgefordert, zu ihnen zu schwimmen, aber die Haie hielten sich dazwischen auf und griffen nochmals an“, heißt es in dem Statement.  

Sie habe ihre Tochter daraufhin selbst an Land gezogen, sagt Mutter Kami Lindsey, dort hätten zwar einige Menschen gewartet, allerdings ohne Notfall-Ausrüstung. Nicht einmal ein Erste-Hilfe-Set habe es gegeben.

Nur Handtücher an Bord der Rettungsboote

Erst später kam ein kleines Boot zur Rettung, nur mit einer Bank und dem Kapitän ausgestattet. Die Mutter und Angestellte des Anbieters hätten Jordan in das Boot gehievt. Mit einem Handtuch seien die schwer verletzten Beine der Studentin abgedeckt worden.

Als die 21-jährige Jordan endlich im Krankenhaus war, war es zu spät: Sie wurde für tot erklärt. Jene Angehörige, die im Hotel zurückgeblieben waren, seien vom Touranbieter nicht über den Vorfall informiert worden.

Auch das kritisiert die Familie in ihrer Stellungnahme. Sie hätten von anderen Schnorchlern, die sich geschockt und weinend nach der Rückkehr unterhielten, davon erfahren. 

Mit dem Statement hofft die Familie zu erreichen, dass der Touranbieter seinen Ablauf in Notfällen verbessert, damit sich solch ein Unglück nicht wiederholt.

Der Touranbieter selbst hingegen sieht sich zu Unrecht in der Kritik. „Wir haben alles Menschenmögliche unternommen, um das Unglück zu verhindern, und unsere Angestellte haben danach schnell und nach Maßgabe unseres Notfallplans reagiert“, heißt es in einer Stellungnahme, die „Fox News“ veröffentlicht hat. 

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