Ägypten: Berühmte Knickpyramide nach 54 Jahren wieder geöffnet

Ägypten: Berühmte Pyramide nach 54 Jahren wieder geöffnet

Mehr als ein halbes Jahrhundert blieb Touristen der Zutritt in die antike Knickpyramide verwehrt. Doch die aufwendigen Restaurierungsarbeiten sind seit Kurzem beendet – das macht den Besuch so besonders.

Ein Kamelreiter vor der Knickpyramide.
Die Knickpyramide gilt noch als Tipp unter Ägypten-Urlaubern. Sie ist weniger überlaufen als die Pyramiden von Gizeh – seit 1965 wurde sie restauriert.

Foto: imago images/OceanPhoto

Ägypten und Pyramiden – das gehört einfach zusammen. Für deine Zeitreise zu den Pharaonen kannst du nun zwei historische Orte dazupacken: Zwei der ältesten Pyramiden des Landes sind seit wenigen Tagen wieder für Besucher zugänglich.

Bekannt gegeben wurde dies am vergangenen Samstag in einer Eröffnunsgzeremonie, wie die „Egypt Today“ berichtet. Rund 40 Kilometer südlich von Kairo stehen die Knickpyramide und eine dazugehörige Nebenpyramide in der Grabstätte Dahschur (auch Nekropole genannt).

Ganze 54 Jahre hat kein Tourist in das Innere der Bauwerke blicken dürfen.

Video der Grabstätte Dahschur: So sieht es im Inneren der Pyramide aus

Zwei der ältesten Pyramiden Ägyptens wieder für Touristen zugänglich

Die Eröffnung ist nicht nur aus diesem Grund historisch: Im Auftrag von König Snofru wurde die Knickpyramide bereits 2.650 Jahre vor Christus erbaut. Schon von außen lässt sich das Besondere an der Pyramide erkennen. Ihre Bauweise unterscheidet sich von der dir sonst bekannten.

Zunächst verläuft die Pyramide etwa 49 Meter mit einer Steigung von 54 Grad steil nach oben – eine Abflachung sorgt für den namensgebenden Knick. Bis zur Spitze misst die Pyramide knapp 100 Meter.

Etwas Nerdwissen: Für Archäologen und Historiker ist sie genau deshalb so interessant, da sie eine wichtige Phase in der Bauweise von Pyramiden darstellt, wie „The Guardian“ erklärt. Sie stellt den Zwischenschritt von der Stufenpyramide zur „echten Pyramide“, die steile Außenwände hat, dar.

Der Unterschied wird beim Blick auf die zwei Kilometer entfernte Rote Pyramide deutlich. Sie ist die erste „echte Pyramide“ und gleichzeitig die größte aller Pyramiden in der Nekropole von Dahschur – jedoch nicht ganz so alt wie die Knickpyramide. 

Im Inneren der eigenartigen Knickpyramide

Und was erwartet dich im Inneren der eigenartigen Knickpyramide? Von einem erhöhten Eingang auf der Nordseite der Pyramide aus können Touristen nun einen 79 Meter langen, schmalen Tunnel hinunterklettern. Dort sehen sie dann zwei Kammern.

Ob der Auftraggeber König Snofru hier begraben liegt? „Wer weiß“, rätselte Mostafa Waziri vom Supreme Council of Antiquities (deutsch: oberster Rat für Altertümer). Und tatsächlich weiß bis heute niemand so ganz, warum der König eine weitere Pyramide bauen ließ – vermutlich diente sie eher als Kult- und nicht als Grabstätte.

Ägypten möchte wieder mehr Touristen für das Land begeistern

Mit der Eröffnung wirbt das Land für die bisher weniger bekannte und demnach auch deutlich weniger oft besuchte Grabstätte Dahschur. Das Interesse soll wieder auf die archäologischen Schätze Ägpytens gelenkt werden – nach politischen Unruhen wie der Revolution 2011 und diverser Anschläge, zuletzt im Mai auf einen Ausflugsbus, hat die einstige Touristen-Destination mit einem starken Besucherrückgang zu kämpfen.

Für ganz andere Schlagzeilen sorgte Ende 2018 ein Skandalfotograf, der sich auf der höchsten Pyramide von Gizeh beim Sex ablichtete – die Story schaffte es in sämtliche internationalen Medien.

Einen Besuch der Pyramiden von Gizeh, einem der sieben Weltwunder, kannst du übrigens mit der Knickpyramide verbinden. Die Nekropole samt Knickpyramide liegt ungefähr 26 Kilometer südlich davon. Von Kairo kannst du ein- oder mehrtägige Touren buchen.

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