Korean-Air: Pilot bekommt keinen Wein – Kabinenchef wird bestraft

Pilot bekommt keinen Wein: Kabinen-Chef wird bestraft

Kurioser Vorfall auf einem Korean-Air-Flug nach Amsterdam: Zweimal verlangte der Pilot Alkohol, die Flugbegleiter verweigerte ihm das. Der Chef der Kabinen-Crew wird deshalb abgestraft – er habe Streit provoziert.

Flugzeug von Korean Air.
Der Pilot von Korean Air fragte in der Luft nach Wein.

Foto: imago images/Fabrizio Gandolfo

Der Pilot habe nur einen Witz gemacht und der Purser (ranghöchster Flugbegleiter) habe die Sicherheit an Bord der Maschine von Icheon in Südkorea nach Amsterdam in den Niederlanden gefährdet, weil er einen Streit ausgelöst habe – zu diesem Ergebnis kommt ein interner Untersuchungsbericht von Korean Air. 

Bereits am 30. Dezember kam es laut Bericht des koreanischen Netzwerks „CBS“ zu dem Vorfall. Schon beim Einsteigen habe der Pilot nach Champagnergläsern gegriffen, die für die Business-Gäste servierbereit standen. Die Crew griff ein und wies ihn darauf hin, dass er während des Fliegens nicht trinken könne. „Dann schütt es eben in einen Pappbecher um“, soll er geantwortet haben.

Angst vor Ausraster des Piloten im Flug

Während des Flugs soll er schließlich erneut um einen Becher Wein gebeten haben. Das zuständige Crew-Mitglied verweigerte den Wunsch und meldete den Vorfall an die Kabinenleitung.

Diese wiederum informierte alle Flugebegleiter sowie den Co-Piloten mit dem Hinweis, den Kapitän nicht vor der Landung darauf anzusprechen – um nicht zu riskieren, dass dieser ausraste. 

Doch der Co-Pilot hielt sich nicht an die Bitte und löste damit einen Streit zwischen sich und der Kabinenleitung aus, mitten im Flug. Nach der Landung schließlich meldete die Kabinenleitung den Vorfall an die Airline. 

Doch die beließ es bei einer mündlichen Verwarnung des Piloten, da dieser nur einen Witz gemacht und keine reele Gefahrensituation verursacht habe. Die Kabinenleitung hingegen wurde degradiert und ist nur noch normales Crew-Mitglied ohne Leitungsverantwortung.

Ein Sprecher von Korean Air sagte gegenüber „The Korean Times“, die Person habe während der Auseinandersetzung beleidigende Aussagen getätigt und damit das interne Problem aufgedeckt. 

Korean Air steht in Verdacht, Vorfall vertuschen zu wollen

Der Pilot ist nach wie vor im Dienst – und wurde auch während der Untersuchung des Vorfalls, die mehrere Monate andauerte, nicht suspendiert. In Korea können Piloten, die während des Dienstes Alkohol konsumieren, mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. „Aber er hat ja nicht wirklich getrunken“, kommentiert ein Airline-Sprecher.

Experten verweisen nun auf die Pflicht der Fluggesellschaft, auch das bloße Fragen nach Alkohol ernst zu nehmen, um die Sicherheit aller Fluggäste zu gewährleisten. 

Korean Air steht zudem in der Kritik, den Vorfall verheimlichen zu wollen. Obwohl vorgeschrieben, seien weder der zuständige Prüfungsausschuss noch das zuständige Ministerium informiert worden. Der Fall wurde öffentlich, weil sich ein Besatzungsmitglied anonym auf einem Online-Portal über die Reaktion der Airline echauffiert hatte.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren
Zur
Startseite