Jedes Mal, wenn es in Palma de Mallorca regnet, müssen Einwohner und Urlauber befürchten, dass sich die Stadtstrände in eine Müllhalde und das Meer in einen Abwasserkanal verwandeln. Das ist nicht nur eklig, sondern mitunter auch ein Gesundheitsrisiko.

Gesperrte Strände sind dann eine Folge – zuletzt vergangene Woche in Ciutat Jardí, Molinar und Can Pere Antoni. Den Bürgern von Palma scheint nun der Geduldsfaden zu reißen, sie sollen am Sonntag den Bürgermeister José Hila um eine unverzügliche Lösung gebeten haben. Das berichtet das lokale Online-Magazin „Mallorca Diario“.

Bürger fordern endlich Lösung für Kloaken-Problem vor Palma de Mallorca

Der Verbandspräsident der Anwohnervereinigung, Miquel Obrador, soll das bisherige Abwassermanagement als „lächerlich“ bezeichnet haben. Unterstützung hat er dafür von Hoteliers und anderen Touristik-Unternehmern. In einem offenen Brief an den Bürgermeister schrieben die Hoteliers am vergangenen Mittwoch, dass das Badeverbot dem Image Mallorcas massiv schade, vor allem, weil es mitten in der Sommersaison ausgeprochen werde. Das berichtet die „Mallorca Zeitung“.

Das Problem ist seit Jahren bekannt: Die Stadt besitzt noch immer keine ausreichende Trennung der Abwasser- und von der Regenwasser-Kanalisation. Bei Regen läuft die veraltete Kläranlage voll, das Schmutzwasser wird ins offene Meer geleitet. 

Sichtbar wird das erst, wenn sich sämtlicher Unrat an der Wasseroberfläche ansammelt.

Pläne für eine Modernisierung der Anlage für 80 Millionen Euro gibt es – allerdings wurden diese bereits im Jahr 2018 angekündigt. Passiert ist offenbar bisher nicht viel, man befinde sich weiter in der „Planungsphase“, so die Stadt.

Bürgermeister Hila kündigte an, ein Treffen mit einem Vertreter des spanischen Umweltministeriums zu beantragen, um den Ausbau der Kläranlage voranzutreiben.

Abwasser wird seit Jahren ins Meer geleitet

Allein in diesem Jahr mussten die örtlichen Gesundheitsbehörden mehrfach einige Stadtstrände wegen der Dreckbrühe sperren: Meist trifft es die beliebten Abschnitte Ciutat Jardí, Can Pere Antoni und El Molinar.

Zwar wird das Badeverbot meist nach wenigen Tagen wieder aufgehoben, dennoch ist allein der Anblick der verschmutzten Strände wohl Grund genug, die Lust am Baden zu verlieren.