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Englands Nationalparks geben Insidertipps

Die English National Park Experience Collection ist eine Sammlung von mehr als 70 Angeboten in neun der insgesamt 15 britischen Nationalparks. Sie soll Reisenden die Chance geben, England hautnah zu erleben.

Der Peak District, Englands ältester Nationalpark bei Manchester lockt fast das ganze Jahr über Wanderer an. Bei Klettertouren kannst du jetzt viel über seine Geschichte erfahren.
Der Peak District, Englands ältester Nationalpark bei Manchester lockt fast das ganze Jahr über Wanderer an. Bei Klettertouren kannst du jetzt viel über seine Geschichte erfahren.

Foto: Tomo Brejc/Visit Britain

Es gehört ein bisschen Mut dazu, ausgerechnet mit dem Thema Pest Besucher ködern zu wollen. Jackie und Mark Sweeney versuchen es trotzdem – und das recht erfolgreich. Im Peak District im Norden Englands führen sie Touristen unter anderem nach Eyam.

Kleine Sandsteinhäuser säumen den Ort, davor bunt bewachsene Vorgärten, im Zentrum steht eine Kirche, wie sie in einem guten englischen Landkrimi vorkommen könnte, und natürlich steht hier auch der obligatorische rote Briefkasten ganz in der Nähe. Doch das Idyll trügt: Eyam ist in der Gegend besser bekannt als Plague Village – das Pestdorf.

Ziel einer Experience-Collection-Tour: Eyam – das Pestdorf.
Ziel einer Experience-Collection-Tour: Eyam – das Pestdorf. Foto: Marketing Peak District & Derbyshire

Im Jahr 1665 traf hier eine Truhe voller feuchter Kleidungsstücke aus dem fernen London ein, verseucht mit Flöhen, die Pestbakterien übertrugen. Innerhalb einer Woche starben die ersten Opfer, viele weitere folgten – bis schließlich ganz Eyam unter Quarantäne gestellt wurde.

„14 Monate durfte niemand den Ort betreten oder verlassen“, sagt Mark Sweeney, der sich lange mit der örtlichen Geschichte befasst hat. Die Versorgung wurde über einen Stein am Rande der Sperrzone gesichert, in dem die Bewohner Münzen hinterlegten, gegen die sie von außerhalb Lebensmittel erhielten. Er steht noch heute.

Touren sollen Reisenden Rundumerlebnisse bieten

Mit viel Hingabe erzählen die Sweeneys von der Geschichte, die eine ganze Region geprägt hat. Touren mit Einheimischen in kleinen Gruppen – das ist im Kern das Prinzip des Angebots, an dem sich die beiden beteiligen: Die English National Park Experience Collection ist eine Sammlung von mehr als 70 Angeboten in neun der insgesamt 15 britischen Nationalparks.

Wir wollen den Gästen die Parks so zeigen, wie sie die Einheimischen erleben.

Chris Brant, Projektleiter der Experience Collection

Ganz gezielt sind darunter keine Standardtouren, sondern Rundumerlebnisse. „Wir wollen den Gästen die Parks so zeigen, wie sie die Einheimischen erleben“, sagt Chris Brant, Projektleiter der Experience Collection.

Die Angebote der Experience Collection sind vielfältig. Im Broads National Park können Besucher auf einer mehr als 100 Jahre alten Jolle durch die Norfolk Broads segeln. In den Yorkshire Dales geht es auf Pub-Safari, Geschichten von Einheimischen inbegriffen. Und im Exmoor im Südwesten Englands starten Besucher mit Parkrangern auf Erkundungstour. England hautnah, so will es die Experience Collection vermitteln.

Bei einer Klettertour den Peak District erkunden

Paul Lewis von Peak Mounteneering geht mit Gästen auf Klettertour durch den Peak District, den ältesten der britischen Nationalparks. Und er erzählt über dessen Geschichte. „1932 kam es hier zu einem Massenprotest, weil das Gebiet des heutigen Nationalparks damals nicht für Wanderer zugänglich war“, sagt Lewis.

Die Protestler bewirkten eine Änderung der Gesetze – 1935 entstand im Peak District der Pennine Way, der längste Wanderweg Englands. Jeder durfte nun durch das Gebiet laufen, und die Entwicklung begann erst: 1951 wurde der Peak District zum ersten Nationalpark der Insel erhoben. Seitdem gelten besondere Bestimmungen, unter anderem was Bauten und Naturschutz angeht.

Nationalparks sind Schätze der Insel

Englands Nationalparks sind heute so etwas wie kleine Schätze der Insel. Durch die strikten Bestimmungen und eine geringe Bevölkerungsdichte haben sich hier große Einzelhandelsketten nicht so sehr ausgebreitet wie andernorts. Lokale Einzelhändler bestimmen die Dörfer, einzigartige Natur die Umgebung. Und nicht unwichtig: Die Parks können nach wie vor kostenlos besucht werden.

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