Tortur: Flixbus braucht 28 Stunden von Dortmund nach München

Flixbus braucht 28 Stunden von Dortmund nach München

Von Dortmund nach München mit dem Flixbus – dafür braucht der Fernbus 9,5 Stunden. Eigentlich. In diesem Fall dauerte die Fahrt fast dreimal so lange. Passagiere harrten stundenlang an der Autobahn aus.

Alles andere als gemütlich sollte diese Fahrt mit dem Fernbus von Flixbus von Dortmund nach München werden. (Symbolfoto)
Alles andere als gemütlich sollte diese Fahrt mit dem Fernbus von Flixbus von Dortmund nach München werden. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Reichwein

Ganze 13 Stunden saßen 34 Passagiere auf einem Parkplatz fest. Mitten in der Nacht, nachdem ihr Flixbus nach etwa zwei Stunden Fahrt eine Panne hatte.

Die Fahrgäste stiegen am vergangenen Sonntag um 22 Uhr in Dortmund in den Fernbus ein und sollten am Morgen gegen 7.35 Uhr in München ankommen. Doch daraus wurde nichts – Martin Theisen (29) war bei der Horror-Fahrt an Bord.

Flixbus hat Panne – Passagiere sitzen 13 Stunden auf Autobahn-Parkplatz fest

27,99 Euro hatte Martin für sein Ticket in die Heimat nach Bayern gezahlt, das erzählte er der „Bild“. In Dortmund einsteigen, etwas Schlaf tanken und am Morgen ausgeruht in München ankommen – so der Plan. Doch in der Realität sei er gegen Mitternacht auf einem Parkplatz an der A45 bei Langgöns unsanft geweckt worden.

Der Grund: Wegen einer Panne fuhr der Busfahrer auf den kleinen Parkplatz Hardt. Flixbus bestätigte dem reisereporter den außerplanmäßigen Stopp wegen eines „technischen Defekts“.

Eine Panne, wird wohl schon bald weitergehen, dachte Martin. Doch auch noch Stunden später harrten die Fahrgäste in der Dunkelheit aus. Sie wurden unruhig und kontaktierten Flixbus telefonisch. Aber: „Wir hingen teilweise 20 Minuten in der Flixbus-Warteschleife. Der Busfahrer wusste auch nicht, wie es weitergeht“, sagt Martin.

Flixbus-Passagiere mussten mit Taxis zum Bahnhof 

Erst nach knapp vier Stunden Wartezeit, um 3.58 Uhr, soll sich das Unternehmen per SMS gemeldet haben: „Pannenservice gleich da.“

Doch die Odyssee ging weiter: Vom rettenden Pannendienst keine Spur, selbst der Busfahrer solle daraufhin den Reisenden geraten haben, auf eigene Kosten ein Taxi zum nächsten Bahnhof zu nehmen, berichtete Martin.

Das passte Martin und weiteren elf Mitreisenden aber gerade gar nicht ins Budget: „Wir haben ja extra Flixbus-Tickets gekauft, weil wir nicht so viel Geld haben.“

Das Unternehmen selbst bestellte dann Taxis für die Fahrgäste, doch auch hier ging nicht alles glatt. Offenbar kam es an dieser Stelle zu einem Missverständnis, erklärt Flixbus dem reisereporter.

„Weil einige Fahrgäste auf eigene Faust beim selben Taxiunternehmen Taxis bestellten wie Flixbus, kam es seitens des Taxiunternehmens zu einem Missverständnis, und so blieben letztlich einige Passagiere zurück, die dann erst mit einer zweiten Fuhre durch das Taxiunternehmen mitgenommen werden konnten.“

Erst um kurz nach 13 Uhr holten zwei Taxis die letzten Fahrgäste am Rastplatz ab, unter ihnen auch Martin. Es brachte sie in Frankfurt zum Bahnhof. 

Dortmund–München: Ziel nach 28 Stunden Horror-Trip erreicht

Dort bekam Martin ein neues Ticket – wieder für den Flixbus. Und dieses Mal brachte der ihn ans Ziel. Mehr als 19 Stunden später als geplant kam Martin um 2.35 Uhr am Folgetag in München an. 

Insgesamt hat die Tortur mehr als 28 Stunden gedauert. „DIe Wartezeit ist nicht akzeptabel und entspricht auch nicht unseren Qualitätsansprüchen“, so Flixbus. Das Unternehmen übernehme selbstverständlich die Kosten für die Fahrt, den Weitertransport und ebenso für die Verpflegung in der Wartezeit.

Probleme bei Flixbus? Grüner Riese kriegt Konkurrenz

So richtig rund läuft es beim Fernbus-Unternehmen derzeit nicht. Berichte über verheerende Unfälle, zuletzt sogar mit einem Toten, nehmen zu – hinzu kommen Geschichten über stehen gelassene Familien. Doch Flixbus-Sprecher Martin Mangiapia versicherte, dass es es sich dabei um Einzelfälle handele – im Verhältnis zu den täglich 350.000 stattfindenden Verbindungen. 

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