Zehntausende Urlauber machen derzeit Urlaub in Chalkidiki im Norden Griechenlands – sie sind am Mittwoch von heftigen Unwettern überrascht worden.

Mindestens sechs Menschen starben, darunter zwei Kinder. Alle Todesopfer seien Touristen, das berichtet das Staatsradio „ERT“ unter Berufung auf den Zivilschutz und die Polizei.

Mindestens 30 weitere Menschen wurden verletzt. „Viele wurden durch Stühle, Ziegelsteine, Mülltonnen und andere Gegenstände verletzt, die durch die Gegend flogen“, sagte Athanassios Kaltsas, der Chef des Gesundheitszentrums der Stadt Moudania.

Zwei der Todesopfer, eine Frau und ihre Tochter, wurden nach dem Bericht von „ERT“ vom Dach einer Taverne erschlagen, das abriss.

Ein tschechischer Tourist starb in seinem Wohnmobil, das vom Sturm erfasst wurde und sich überschlug. Seine Frau erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus. Ein Urlauber aus Russland sowie sein Sohn wurden von einem Baum erschlagen. 

In einigen Gebieten fiel der Strom aus, etliche Straßen sind beschädigt oder durch umgestürzte Bäume blockiert. Das Unwetter folgte auf eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 30 Grad. 

Unwetter sorgt auch in Italien an der Adriaküste für Chaos

Auch an der italienischen Adriaküste wurden mehrere Menschen infolge von Unwettern verletzt. Fotos der italienischen Nachrichtenagentur „Ansa“ zeigen, wie extrem groß die Hagelkörner waren – „Hagel wie Orangen“, schreibt die Agentur. 

Betroffen waren vor allem die Regionen um Rimini, die Stadt Andona und die Abruzzen. Bilder von einem Strand in Numana bei Ancona zeigen, wie Strandbäder vollkommen verwüstet waren. Bürgermeister Gianluigi Tombolini schrieb auf Facebook von „gewaltigen Schäden“.

Am Mittwochabend jedoch postete er ein Video, das zeigt, dass die Aufräumarbeiten erfolgreich waren. 

Reiserecht: Was bedeutet ein Unwetter für den Urlaub?

Ein Unwetter zählt im Reiserecht zu den außergewöhnlichen Umständen. Wer eine Pauschal­reise gebucht hat und  von einem Unwetter konkret beeinträchtigt ist, kann seinen Urlaub kostenlos stornieren. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn der Urlaubsort nicht erreichbar oder das Hotel zerstört wäre.

Andersherum können sich auch die Reiseveranstalter auf außergewöhnliche Umstände berufen und die Reise kündigen. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott.

Gegenüber Pauschalurlaubern, die bereits vor Ort sind, haben Veranstalter eine Fürsorgepflicht. Bei konkreten Beeinträchtigungen und Gefahren müssen sie eine Evakuierung sowie die Rückreise organisieren.

Für Individualreisende, die beispielsweise Flüge und Ferienwohnung getrennt gebucht haben, sieht die Rechtslage anders aus. Bei deutschen Anbietern gelten zwar ähnliche Kündigungsbedingungen wie bei Pauschalreisen, Ansprüche auf Erstattung oder Minderung des Preises betreffen aber nur den Mietpreis. Das Risiko für An- und Abreise trage der Reisende allein, so Degott.