Massentourismus: So möchte Holland für Urlauber liebenswert bleiben

So möchte Holland für Touristen liebenswert bleiben

Städte wie Amsterdam ächzen unter Menschenmassen – trotzdem sollen Touristen nach wie vor in die Niederlande reisen. Die neue Tourismusstrategie des Landes will dich in weniger bekannte Ecken bringen.

Morgendlicher Nebel im Nationalpark Mor-Bargerveen in der Provinz Drenthe.
Dieses Kleinod befindet sich direkt an der Grenze zu Deutschland – die niederländische Provinz Drenthe möchte mehr Tourismus.

Foto: imago images/Nature in Stock

Ein liebenswertes Land für alle, sowohl für Touristen als auch für Einheimische. Diesen Status quo möchte die neue Tourismusstrategie „Perspective 2030“ der Niederlande bewahren – wachsende Besucherzahlen erschweren dies jedoch. 

Aktuell zählt das Land allein sechs Millionen deutsche Gäste jährlich. Die Beliebtheit bei Touristen aus aller Welt sei erfreulich, allerdings müsse dem lokalen Overtourism wie etwa in Amsterdam auf lange Sicht gegengesteuert werden. 

Das stellte eine Sprecherin des Niederländischen Tourismusbüros, Alexandra Johnen, in einem Gespräch mit dem reisereporter klar. 

Touristen sollen weiterhin die Niederlande besuchen 

Die Niederlande möchten weiterhin als Reiseziel gelten, doch in der Presse wurden die neuen Pläne für das Besucher-Marketing falsch interpretiert. Auch der reisereporter berichtete, dass das Land fortan nicht mehr für sich als Reiseziel werben wollen würde.

„Besucher sind nach wie vor herzlich willkommen. Aber das Land muss für alle erlebbar bleiben“, erklärt uns Alexandra Johnen. Nachhaltiger Tourismus, auch ökologisch gedacht, sei dafür ein wichtiger Bestandteil.

Weniger bekannte Regionen besuchen und Vorteile der Nebensaison kennen

Um eine Balance zu finden, sollen die Besucherströme künftig gelenkt werden – in weniger bekannte Ecken des Landes. Das sei eine Herausforderung, und die Strategien bräuchten Zeit zum Fruchten, aber dem stehe man optimistisch gegenüber, sagt Johnen.

Und auch du kannst schon bei deiner nächsten Reise dazu beitragen. Auf deinen Trip nach Amsterdam oder in die Urlaubsregion am Meer, Zeeland, musst du natürlich nicht gänzlich verzichten.

Wer die Orte allerdings ruhiger und authentischer kennenlernen möchte, der sollte einfach mal in der Nebensaison hinfahren. Besonders für Foodies lohnt sich Strandurlaub in Zeeland nach dem Sommer, dann, wenn die Miesmuscheln frisch aus dem Meer auf dem Teller landen.

Roter Faden für deine Holland-Reise

Übrigens hat Holland noch einiges mehr als Fisch und Meeresfrüchte zu bieten. Wer das Land kulinarisch entdecken möchte, für den dürfte diese Reiseroute eine Möglichkeit sein, die Besonderheiten jeder Region kennenzulernen.

Die Food-Tour ist nur eine von insgesamt zehn Storylines, die das Marketing des Landes für Touristen zusammengestellt hat. Ob auf den Spuren von van Gogh (abseits Amsterdams) oder der Königsfamilie – wie ein roter Faden ziehen sich die Geschichten durchs ganze Land.

Noch mehr Inspiration kriegst du vom reisereporter – wir zeigen dir, dass die Niederlande mehr als nur Amsterdams Grachten haben.

Städtetrip in die Niederlande – coole Alternativen zu Amsterdam

Klar, wer denkt bei den Niederlanden nicht an Tulpen, Windmühlen, Grachten und weitläufige Strände? Doch diese symbolischen Wahrzeichen des Landes kriegst du auch abseits von Amsterdam. PR-Managerin und Expertin Alexandra Johnen schwärmt für die malerische Studentenstadt Utrecht oder auch für die Hafenstadt Rotterdam, welche sich jetzt schon als Touristen-Spot profiliere.

In den fahrradfreundlichen Niederlanden solltest du auch hier eine Radtour entlang des Wassers einplanen.

Trotz imposanter Hochäuser-Skyline findest du auch hier noch historische Gebäude in der Innenstadt, die den Zweiten Weltkrieg überdauert haben. Und auch Kunst kann die Stadt, wie die kultigen Kubushäuser vom Architekten Piet Blom beweisen.

Weniger überlaufen sind auch das beschauliche Haarlem in Küstennähe oder die Studentenstadt Leiden. Typisches Holland-Flair kriegst du in jeder dieser fünf Alternativ-Städte

Urlaub umgeben vom Wasser – auch auf dem Land

Keine Lust auf Citytrip, sondern auf Urlaub am Meer? Dafür muss es aber nicht die Provinz Zeeland im Südwesten sein, meint auch Alexandra Johnen. Denn hier reiht sich vor allem im Sommer gern Handtuch an Handtuch. Auch im Norden wie beispielsweise in Bloemendaal lässt es sich wunderbar an der Nordsee faulenzen.

Aber: „Wir versuchen, auf dem deutschen Markt weniger für die Küste werben, weil die im Sommer auch oft überfüllt ist“, so Johnen. „Wir werben vor allem fürs Binnenland, also beispielsweise für Provinzen wie Brabant, die Heimat van Goghs und Kulinarik-Destination, oder die Provinz Flevoland am Ijsselmeer mit Tulpenfeldern im Frühjahr und für den Wassersport.“

Touristen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen müssen übrigens gar nicht so weit fahren, um das typische Holland zu erfahren. Ein echter Geheimtipp ist die Provinz Drenthe an der Grenze zu Deutschland.

Fun-Fact: Um deutsche Touristen besser zu verstehen, lernen Gastronomen und Unternehmer nicht nur die Sprache, sondern werden auch kulturell geschult.

Neben den berühmten Unesco-Windmühlen in Kinderdijk oder den überrannten Tulpenfeldern um Amsterdam sind es die Hünengräber, die die älteste Sehenswürdigkeit des Landes ausmachen.

Es handelt sich dabei um prähistorische Grabkammern, errichtet aus Findlingen, die teilweise aus der Eiszeit stammen. Besonders viele, nämlich 52 an der Zahl, findest in Drenthe.

Kein Faible für Urgeschichte oder Steine? Dann vergiss doch einfach die Zeit inmitten von Schafen, Kühen und Heidelandschaften.

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