Erst vor wenigen Wochen kursierte ein Foto im Internet, auf dem Schlittenhunde über einen gefrorenen See liefen. Die Eisdecke war jedoch ungewöhnlich früh im Jahr schon so sehr angetaut, dass die Tiere knietief im Wasser standen.

Ein alarmierendes Zeichen des Klimawandels. Doch Grönland will in den kommenden Jahren verstärkt auf den Tourismus setzen. Dieser muss jedoch mit Aspekten der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes vereinbar sein.

Grönland will mehr Touristen

Die Eisdecke auf Grönland ist die zweitgrößte der Welt und bedeckt ganze 80 Prozent der Region. Doch steigende Temperaturen setzen dem Eis zu. Dieses Jahr schmolz es besorgniserregend früh. Dieser Wandel hat auch Einfluss auf die Einwohner. Jagdgebiete sind schwerer oder gar nicht mehr zu erreichen, berichtet der „Insider“.

Bootstour in Grönland.
Bootstouren können durch die verfrühte Eisschmelze länger angeboten werden. Foto: imago images/imagebroker

Um den Umsatz auf der Insel anzukurbeln, hat die Region deshalb jetzt den Plan, mehr Touristen als je zuvor dorthin zu locken. Das früher schmelzende Eis ermöglicht es, Bootstouren für einen längeren Zeitraum anzubieten. Außerdem sollen neue Hotels entstehen, die mehr Gäste beherbergen können.

Neue Flugrouten nach Grönland

Um die Anreise nach Grönland zu erleichtern, sollen bis 2023 die beiden Flughäfen der Region erweitert werden. Dadurch sollen Direktflüge von Europa und den USA aus ermöglicht werden. Ein neuer Flughafen für Inlandsflüge soll ebenfalls gebaut werden. Pro Jahr sollen zehn Prozent mehr Besucher auf der Insel landen.

Zelt auf Grönland.
Touristen sollen sich in die atemberaubende Natur Grönlands verlieben. Foto: imago images/imagebroker

Die Tourismus-Pläne rufen auch Ängste und Kritik hervor. Warum sollte eine Region, die so unmittelbar vom Klimawandel betroffen ist, für mehr Flugverkehr sorgen? Schließlich stoßen die Flieger Unmengen an CO2 aus, das letztendlich einen großen Teil zum Klimawandel beiträgt.

Wie die Pläne sich letztendlich wirklich mit den Grundsätzen der Nachhaltigkeit vereinen lassen, bleibt abzuwarten. „Es besteht kein Zweifel, dass wir ein wenig besorgt sind“, so ein Mitarbeiter der Tourismusbehörde Grönlands gegenüber dem Magazin.