Florida: Touristen buddeln Dutzende Meeresschildkröten-Eier aus

Florida: Touristen buddeln Dutzende Schildkröten-Eier aus

Dieses Video sorgt im Netz derzeit für Empörung: Zahlreiche Menschen, darunter Urlauber und Rettungsschwimmer, graben die Eier einer Meeresschildkröte aus. Für die Babyschildkröten ist das ein Todesurteil.

Am South Beach Park in Boca Raton, Florida, schlüpfen derzeit Lederschildkröten.
Obwohl die Schildkröten-Nester eindeutig eingezäunt sind, buddelten Urlauber in Boca Raton, Florida, die Eier aus.

Foto: imago images/Zuma Press/Elia Tom

Für viele Urlauber zählen Begegnungen mit Meeresschildkröten zur Krönung eines Strandurlaubs. Einige Touristen in Florida meinten es mit der Tierliebe allerdings zu gut: Aus Angst, die Babys der Lederschildkröte könnten in der prallen Sonne sterben, buddelten sie die Eier aus dem Sand.

Video zeigt, wie Menschen die Meeresschildkröten-Eier ausgraben

Sie legten die rund 100 Eier in Eimer mit feuchtem Sand, und Rettungsschwimmer stellten diese unter ihren Unterstand in den Schatten. Ein wütender Journalist filmte die Aktion am Strand von Boca Raton, rund 75 Kilometer nördlich von Miami, mit seinem Handy.

Für die ungeschlüpften Schildkröten bedeutet dieses Verhalten wahrscheinlich den Tod. Die Brutstätten sind extra mit diesen Schildern gekennzeichnet: „Nicht stören – Meeresschildkröten-Nest. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeld und Gefängnis bestraft werden.“ 

Auch wenn der Vorfall nach Aussage der Sprecherin der Stadt, Chrissy Gibson, nur ein Fall von „gutwilliger Unwissenheit“ war – Boca Raton zieht jetzt Konsequenzen. Die Stadt will die Öffentlichkeit besser über das Thema unterrichten und Mitarbeiter erneut schulen. Das berichtet der „Miami Herald“. 

Meeresschildkröten niemals beim Nestbau oder Schlüpfen stören!

„Wenn Sie sich um Meeresschildkröten oder ihren Nachwuchs sorgen, rufen Sie die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission an“, erklärt David Anderson von der örtlichen Naturschutzkommission. „Berühren Sie nie eine Meeresschildkröte.“

Journalist Andrew Dymburt, der die Aufnahmen am Dienstag auf Twitter geteilt hatte, schrieb: „Ein zehnjähriges Mädchen wusste es besser: Sie hat Fish and Wildlife angerufen.“ Doch als die Mitarbeiter der Behörde schließlich eingetroffen waren, sei es bereits zu spät gewesen.

Insgesamt finden sich an dem acht Kilometer langen Strand zahlreiche Schildkrötennester, die von dem Naturzentrum Gumbo Limbo bewacht werden.

Auf den Vorfall reagierten die Tierschützer mit einem Video, in dem sie über das richtige Verhalten informieren. 

Der Strand werde jeden Morgen überwacht, um neue Nester zu kennzeichnen und zu überprüfen, wo bereits Schildkröten geschlüpft seien.

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