Norwegen: Erstes Kreuzfahrtschiff mit Hybrid-Antrieb gestartet

Norwegen: Erste Kreuzfahrt mit Hybrid-Antrieb gestartet

Die „MS Roald Amundsen“ von Hurtigruten wird mit einem Hybridmotor betrieben – und fährt sowohl mit Erd- und Biogas als auch mit Batteriestrom. Das Hybrid-Kreuzfahrtschiff ist seit Mittwoch auf Jungfernfahrt.

Die „MS Roald Amundsen“ im Tracy Arm Fjord in Alaska.
Die norwegische Reederei Hurtigruten will in den nächsten Jahren eine ganze Hybrid-Flotte bauen. Die „MS Roald Amundsen“ und die „Fridtjof Nansen“ sind die ersten Kreuzfahrtschiffe mit Hybridantrieb.

Foto: Hurtigruten AS

Für die einen ist es eine „bahnbrechende Technologie“, für die anderen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Die „MS Roald Amundsen“ ist in See gestochen. Das erste Kreuzfahrtschiff mit Hybridmotor hatte am vergangenen Wochenende die Werft Kleven verlassen. Am Mittwoch startete die Jungfernfahrt im nordnorwegischen Tromsø. 

Durch den Hybrid-Antrieb sollen der Reederei Hurtigruten zufolge die CO2-Emissionen 20 Prozent niedriger sein als bei anderen Schiffen gleicher Größe. 

Erstes Kreuzfahrtschiff mit Batteriebetrieb sticht in See

„Die ‚MS Roald Amundsen‘ ist das erste Kreuzfahrtschiff, das mit Batterien ausgestattet ist – dies galt vor einigen Jahren noch als unmöglich. Mit der Einführung der ‚Roald Amundsen‘ setzt Hurtigruten einen neuen Standard, nicht nur für die Kreuzfahrtbranche, sondern für die gesamte Schifffahrt“, teilte Daniel Skjeldam, CEO von Hurtigruten, mit.

Im kommenden Jahr soll auch das Schwesternschiff „MS Fridtjof Nansen“ in See stechen. Genau wie die „Amundsen“ soll das Kreuzfahrtschiff mit einem Biogasgemisch, das unter anderem aus Fischabfällen und anderen organischen Materialien gewonnen wird, sowie mit Erdgas und Elektrizität betrieben werden.

Das Schiff fährt zunächst Richtung Nordkap und Kirkenes, bevor es dann die norwegische Küste nach Süden entlangschippert, um dann in Hamburg anzulegen. Übrigens verzichtet die Reederei an Bord auch komplett auf Einwegplastik.

Das Unternehmensmodell der Kreuzfahrt-Industrie ist nicht mit den Klimazielen vereinbar.

Thor Haakon Bakke, norwegische Umweltpartei De Grønne

Thor Haakon Bakke von der norwegischen Umweltpartei äußert sich allerdings kritisch zu dem neuen Schiff: „Das Unternehmensmodell der Kreuzfahrt-Industrie ist nicht mit den Klimazielen vereinbar“, sagte er gegenüber der Nachrichtenseite „NRK“. Er bezweifle, dass die Schiffe – mit Energieräubern wie Casinos und Schwimmbecken an Bord – jemals umweltfreundlich betrieben werden könnten.

Auch Hurtigruten-Geschäftsführer Skjeldam sieht sein neues Schiff nur als ersten Schritt in die richtige Richtung. „Wir sind noch nicht so weit, dass wir die Schiffe komplett per Batterie betreiben und 20 Tage nur mit Strom fahren können“, sagte er gegenüber „NRK“. 

Kreuzfahrten in norwegischen Fjorden in der Kritik

In Norwegen wird bereits seit Monaten heftig über die Kreuzfahrt-Branche diskutiert. So müssen Reedereien strengere Auflagen erfüllen, wenn sie mit ihren Kreuzfahrtschiffen in die Welterbe-Fjorde wollen. Der Betreiber der „MS Magellan“ muss als erster mehr als 71.000 Euro Strafe zahlen, weil das Schiff die erlaubten Schwefelwerte überschritten hat. Und die Stadt Bergen diskutiert über eine Besuchergrenze.

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