Die Aschesäule stieg mehr als 3,5 Kilometer in den Himmel: Der Vulkan Whakaari auf White Island ist ausgebrochen. Mindestens fünf Menschen starben – die Eruption auf der neuseeländischen Insel überraschte Touristen, die gerade am Krater unterwegs waren.

Die Polizei hat die Hoffnung aufgegeben, noch Überlebende auf der Insel zu finden. Aktuell werden noch bis zu 27 Menschen vermisst.

Warum waren überhaupt Reisende auf der Insel?

Die Vulkan-Alarmstufe wurde vom neuseeländischen Beobachtungs-Netzwerk GeoNet erst Mitte November angehoben, von eins auf zwei (Höchststufe ist fünf). Grund war ein Anstieg der Menge an Schwefeldioxidgas, das vom Magma im Inneren des Vulkans stammt, das berichtet das Portal „Stuff“.

Und vor weniger als einer Woche habe GeoNet demnach mitgeteilt, dass der Vulkan „möglicherweise in eine Phase eingetreten ist, in der die Eruptionsaktivität höher als normal“ ist. 

Trotzdem sei es Sache der Reiseveranstalter, die Situation zu überwachen und zu entscheiden, ob sie ihre Reisen dorthin fortsetzen wollen, so GeoNet-Vulkanologe Brad Scott gegenüber „Stuff“. Mehrere Unternehmen bieten von der Küste aus Tagestouren mit dem Boot an. Die Insel wird pro Jahr von etwa 10.000 Touristen besucht.

Vulkanausbruch in Neuseeland: Das sollten Reisende beachten

Was können Reisende tun, die aktuell in Neuseeland unterwegs sind? Worauf sollten sie achten? Die Polizei rät Menschen, die sich in betroffenen Gegenden befinden:

Es könnte zu Ascheregen kommen, daher sollten sie erwägen, im Haus zu bleiben. Denn Vulkanasche kann eine Gesundheitsgefährdung darstellen, besonders wenn die Betroffenen unter Atembeschwerden leiden. Alle Türen und Fenster sollten geschlossen werden, um das Eindringen von Vulkanasche zu verhindern.

Wenn es zu Aschefällen kommt und man sich draußen aufhält, sollte eine Maske oder ein Stofftaschentuch über Nase und Mund getragen werden. Die Augen sollten von einer Brille geschützt werden. Wichtig: Keine Kontaktlinsen tragen, da feine Asche unter die Linse gelangt.

Radio und/oder Fernsehen einschalten, um über Updates zur Lage informiert zu werden.
Die Auswirkungen könnten auch viele Kilometer vom Vulkan entfernt spürbar sein.

Flugverbotszone nach Vulkanausbruch in Neuseeland

Die Aschewolke war sogar aus dem Weltraum zu sehen, wie Satellitenbilder zeigen. Die Polizei teilte mit, dass eine Flugverbotszone eingerichtet wurde. Dass Vulkanausbrüche den Flugverkehr lahmlegen, kommt immer wieder vor.

Bei einer solchen Eruption handelt es sich um außergewöhnliche Umstände – gibt es in diesem Fall überhaupt Rechte für Fluggäste? Wenn der Flug stark verspätet ist oder ausfällt, haben sie Anspruch auf Unterstützungsleistungen der Airlines, nicht aber auf Entschädigungszahlungen.

Reise in Vulkan-Region: Das sollten Touristen wissen

Vulkane sind beides zugleich: Bedrohung und Sehenswürdigkeit. Sie bieten Reisenden ein unvergleichliches Naturerlebnis – oder legen den Flugverkehr lahm, überziehen die Landschaft mit Asche, zerstören Ortschaften und fordern Menschenleben. Wer einen aktiven Vulkan besichtigt, muss damit rechnen, dass der jederzeit ausbrechen kann. Dieses Risiko reist immer mit.

Weltweit gibt es etwa 1.500 Vulkane, manche Urlaubsregionen sind potenziell gefährlicher als andere. Vulkane bilden sich meistens in der Nähe kontinentaler Plattengrenzen, erklärt das Portal „vulkane.net“. Besonders gefährlich ist der Ring of Fire – die Küsten um den Pazifik sind gespickt mit aktiven Vulkanen, ebenso die pazifischen Inselstaaten östlich Australiens. Nicht alle Vulkane werden überwacht.

Vulkanischen Ursprungs sind auch die Kanarischen Inseln vor Westafrika und einige Inseln des Mittelmeeres – besonders bekannt sind hier die Liparischen Inseln um Sizilien. Europas höchster aktiver Vulkan ist der Ätna bei Neapel. Touristen sollten sich vor der Reise in solche Regionen der möglichen Risiken bewusst sein.

Checkliste für die Reise in Vulkanregionen

Vor der Reisebuchung sollten Touristen sich über mögliche Naturgefahren wie Erdbeben und Vulkanausbrüche informieren. Bei der Wahl der Unterkunft sollte die Entfernung zum nächsten Vulkan eine Rolle spielen, 30 Kilometer ist in den meisten Fällen okay, so die Vulkanexperten.

Ins Gepäck sollten Staubmasken, Wasserfilter, Taschenlampe, Verbandszeug, Medikamente, Taschenmesser und Signalpfeife. Touristen sollten außerdem genügend Geldreserven haben, um Flugbuchung und Aufenthaltsverlängerung bezahlen zu können.