Indien versinkt in Wassermassen. Zwischen Juni und September herrscht Monsun-Zeit, jedoch regnet es in diesem Jahr so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Straßen und Bahngleise werden überspült, Häuser stürzen unter der Wasserlast ein – auch der Flugverkehr wird vom Dauerregen gestört.

Am zweitgrößten Flughafen Indiens, dem Chhatrapati Shivaji International Airport in Mumbai, musste die Hauptlandebahn am Montag, 1. Juli, geschlossen werden. Grund dafür ist ein Spicejet-Flieger, der bei der Landung von der Bahn abkam. 

Monsun in Indien: Landebahnen verwandeln sich in Rutschpisten

Fotos zeigen die Schlitterpartie: Die Boeing 737-800 von Jaipur nach Mumbai schoss am Montagabend (Ortszeit) über die Landebahn hinaus und kam wegen des nassen Bodens erst 160 Meter dahinter zum Stehen. Das berichtet der „Aviation Herald“.

Sauerstoffmasken sollen aus der Decke gefallen sein, als beim Aufprall das vordere Fahrwerk des Flugzeugs kollabierte. Den Passagieren sei dabei aber nichts passiert.

Auch am Flughafen von Surat Gurajat im Südosten Indiens hatte ein Spicejet offenbar Bremsprobleme und schlitterte am vergangenen Sonntag 200 Meter über das Ziel hinaus. Auch hier ging das Ganze nach Informationen des „Aviation Herald“ glimpflich aus, lediglich das Flugzeug soll minimal beschädigt worden sein.

Video: Passagier filmt, wie Flieger über Landebahn schlittert

Wie sich so eine rutschige Landung anfühlen muss, zeigt ein Video eines Passagiers im Air-India-Express-Flieger:

Am Flughafen der südwestindischen Hafenstadt Mangalore drehte die Boeing zu schnell ein, weshalb sie von der Bahn abrutschte und erst am Ende dieser im Gras zum Stehen kam. 

Die 183 Passagiere und die sechsköpfige Crew der Maschine aus Dubai blieben dabei unversehrt, berichtet „The News Minute“.

Dauerregen in Indien sorgt für Flugausfälle

Wegen der derzeitigen Wettersituation wurden in Mumbai bislang 50 Flüge gestrichen und mehr als 50 umgeleitet, wie der Sender „BBC“ berichtet. Da am Dienstag eine weitere Landebahn am internationalen Flughafen geschlossen wurde, müssen Passagiere mit Verspätungen und weiteren Flugausfällen rechnen.

Und auch das Reisen über die Schienen in der Metropole Mumbai erweist sich dieser Tage als schwieirg, zeitweise wurden ganze Strecken gesperrrt – seit Mittwoch, 3. Juli, sollen Straßen- und U-Bahnen aber wieder planmäßig verkehren, teilte die Bahngesellschaft auf Twitter mit.

Monsun fordert in Indien Dutzende Tote

Obwohl das Land jährlich zwischen Juni und September dem Monsun ausgesetzt ist, sollen die diesjährigen Regenfälle die stärksten seit zehn Jahren sein. Im Westen Indiens sollen nach Angaben des „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ bisher 27 Menschen ums Leben gekommen sein, davon 21 in Mumbai.

Etliche Menschen konnten bisher noch nicht aus den Trümmern eingestürzter Häuser geborgen werden, die Zahl der Toten erhöhte sich mittlerweile auf 32 (Stand: Dienstag, 2. Juli).

Menschen sollten in ihren Häusern bleiben, um sich nicht weiteren Gefahren auszusetzen, rief die Regierung des Bundesstaates Maharashtras auf.