Mann masturbiert im Zug – Frau droht Strafe, weil sie filmt

Mann masturbiert im Zug – Frau droht Strafe, weil sie filmt

Auf einer Zugfahrt von Paris nach Poitiers fasst ein Mann sich in die Hose und soll masturbiert haben – vor den Augen anderer Passagiere. Eine Frau filmte. Nun droht ihr eine härtere Strafe als dem Mann.

Passagierin Natacha Bras filmte, wie der Mann neben ihr masturbierte.
Zug-Passagierin Natacha Bras filmte, wie der Mann neben ihr masturbierte.

Foto: twitter.com/Natacha Bras

Sie traute ihren Augen nicht: Die Französin Natacha Bras erlebte im TGV von Paris nach Poitiers mit, wie ein anderer Passagier vor ihren Augen anfing, sich selbst zu befriedigen. Sie filmte die Szene und teilte sie auf Twitter.

Im 20-sekündigen Video zu sehen: Der Mann hat die linke Hand in der Hose und bewegt sie im Schritt vor und zurück – es sei noch eine der „harmloseren Aufnahmen“, kommentiert Natacha. „Er hat den Platz gewechselt und sich vor mich gesetzt, mich angeschaut und dann masturbiert.“

Mann masturbiert im TGV – Frau postet Video auf Twitter

Warum sie gefilmt und nicht gleich einen Mitarbeiter informiert habe, wollen einige Twitter-Nutzer unter dem Post wissen. „Ich wusste nicht, was ich tun sollte, der Waggon war fast leer, und in dem Moment war kein Zugpersonal da“, so Natacha gegenüber „France Bleu“. „Ich habe gefilmt, weil es vielleicht meine einzige Verteidigung war.“

Die 37-Jährige ist Vizepräsidentin der Organisation „MoiAussiAmnesie“, einer Vereinigung, die traumatisierten Opfern sexueller Gewalt hilft. Am Anfang habe sie noch gedacht, der Mann würde sich kratzen, doch er habe mit den Bewegungen nicht aufgehört. 

Die staatliche Eisenbahngesellschaft in Frankreich, SNCF, reagierte auf das Twitter-Video. Ein Mitarbeiter schreibt: „Ich verstehe Ihre Sorge und bedaure diese schwierigen Reisebedingungen.“ Dann bittet er darum, sollte so etwas noch einmal vorkommen, den Zugführer oder den Notdienst der SNCF per SMS zu informieren.

48 Stunden nach dem Vorfall erstattete Natacha Anzeige bei der Polizei von La Rochelle und gab einen USB-Stick mit allen Videos des Vorfalls ab.  

Der Mann konnte offenbar identifiziert werden, ihm drohen wegen Exhibitionismus und sexueller Belästigung bis zu ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 15.000 Euro. Doch auch das Opfer Natacha muss mit Konsequenzen rechnen, die noch härter ausfallen könnten.

Das droht der Frau wegen des Videos

Denn das Veröffentlichen der Aufnahmen in sozialen Medien ohne die Zustimmung der gefilmten Person ist strafbar. Natacha verletzte demnach die Privatsphäre des Mannes. 

Die Lösung hätte darin bestanden, das Fehlverhalten einem Mitarbeiter im Zug zu melden, so Kommissar Éric Lortet, Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit in Rochelle, gegenüber „France 3“. Die Französin müsste im Fall einer Anklage mit einer einjährigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von 45.000 Euro rechnen.

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