Steigende Mieten, sinkende Lebensqualität und völlig überlaufene Wohngegenden – das sind nur einige der negativen Entwicklungen, die zehn Städte wegen des Airbnb-Booms in Europa beklagen. Da sie sich offenbar machtlos gegen die Buchungs-Plattform fühlten, wandten sich unter anderem Amsterdam, Berlin und Barcelona an die Politik.

Ihre Forderung: Airbnb muss Grenzen gesetzt werden.

Profit auf Kosten der Locals und des authentischen Tourismus? Diesen Vorwurf nimmt Airbnb nicht hin und veröffentlichte im Gegenzug ebenfalls einen offenen Brief, adressiert an Europäische Regierungen und Regulierungsbehörden. 

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Airbnb reagiert auf Kritik von zehn Städten: Unternehmen ist enttäuscht

Die zentrale Anschuldigung, dass Airbnb ohne jegliche Kontrolle Privatunterkünfte an Touristen vermittle, wies das US-Unternehmen zurück: „Wir investieren täglich weltweit in die Zusammenarbeit mit Regierungen, um neue Regularien zu finden, die den Tourismus vielfältiger machen und den Wohnungsmarkt schützen“, schreibt Patrick Robinson, Leiter von Airbnb’s Public Policy.

Mit mehr als 500 lokalen, regionalen und nationalen Behörden arbeite Airbnb bereits zusammen und wolle das im Sinne aller ausweiten. Deshalb seien die Köpfe hinter der Plattform von dem Brief an die EU enttäuscht gewesen.

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So will Airbnb nachhaltigen Tourismus fördern

„Auch mit der Stadt Amsterdam arbeiten wir seit 2014 zusammen, um den Gastgebern zu helfen, ihr Zuhause zu teilen, die Regeln einzuhalten und ihren Steuerverpflichtungen nachzukommen. Wir sind eine der wenigen Plattformen in Amsterdam, die begrenzen, wie oft Gastgeber ihre Unterkunft vermieten können - typischerweise teilen Amsterdamer ihr Zuhause 30 Tage im Jahr.“ 

Dieses Limit ist seit 2019 in Amsterdam sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Gleiches sei nun für Frankreich und auch andere europäische Länder geplant. Und in Barcelona habe Airbnb gemeinsam mit dem Rathaus „schlechte Akteure“ von der Plattform entfernt. „Wir sind stolz auf diese Zusammenarbeit, und wir werden diese erweitern“, so Robinson. Auch eine engere Absprache mit der Europäischen Kommission sei gewollt.

Plattform sieht sich nicht als Overtourism-Motor

Die besagten zehn Städte (Amsterdam, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Krakau, München, Paris, Valencia und Wien) machten zudem Airbnb für die Verschlimmerung des Overtourism mitverantwortlich.

Vor allem Amsterdam haut eine Maßnahme nach der anderen raus, um der Massen Herr zu werden: Eintrittsgebühren für Kreuzfahrt-PassagiereBettensteuer, Strafen gegen Sauf-Touris und stark eingeschränkte Führungen durch das berühmte Rotlichtviertel.

Für Airbnb seien all das bereits bestehende Probleme: „Zum Beispiel in Amsterdam, da machen Airbnb-Nutzer nur acht Prozent der Übernachtungsgäste aus, und mehr als ein Drittel davon übernachten außerhalb des Stadtzentrums.“ Genau das solle nachhaltigen Tourismus fördern, der vor allem den Locals zugutekäme. 

Zum Vergleich nennt Airbnb Hotels und Kreuzfahrten, die mit mehr als 90 Prozent viel schwerer ins Gewicht fallen sollen und Tausende Besucher in die ohnehin schon überrannten Grachten stoßen würden.

Und in einer Sache, der Stoßrichtung, sind sich die Kontrahenten offenbar einig: gegen Overtourism, pro nachhaltiger Tourismus und für lebenswerte Städte.