Was denn nun? Diese Frage dürften sich aktuell Urlauber stellen, die dieses Jahr einen Städtetrip nach Venedig planen. Denn der angekündigte Eintritt zwischen drei und zehn Euro, der als Reaktion auf den Overtourism in der Lagunenstadt erhoben werden sollte, kommt nun doch nicht – vorerst.

Nachdem sich die Pläne vom 1. Mai bereits auf den September verschoben, sieht es nun danach aus, als würden Touristen von den zusätzlichen Gebühren noch mindestens bis zum 31. Dezember 2019 verschont bleiben. Das gab der Gemeinderat der Stadt am Montag bekannt.

Venedig-Eintritt verschoben – er kommt doch nicht im September

Er schlug vor, den Eintritt erst ab Januar 2020 zu erheben. „Eine zwingende Entscheidung“ nennt Stadtrat Michele Zuin den vorgeschlagenen Aufschub, da er massive verwaltungstechnische Aufgaben bei der Anwendung sehe.

Es sei immer noch nicht klar, wie die Gebühr tatsächlich eingezogen werden soll: Müssen Besucher vorab online Tickets kaufen? Wer zieht den Eintritt vor Ort ein und wer kontrolliert das Ganze? Und wie wird das bei Pauschalreisen geregelt?

Besonders problematisch seien dabei die unterschiedlichen Anreisewege der Gäste. So müssten Unterschiede zwischen Kreuzfahrt-Touristen, Flug-Passagieren und Bahn-Reisenden gemacht werden.

Tagestouristen überrennen Venedig – der Eintritt soll eine Maßnahme sein

Konkret heißt das für Urlauber: abwarten. Aber auch ohne Eintritt, der urspünglich von drei Euro pro Person stufenweise auf bis zu zehn Euro erhöht werden sollte, wird die Kritik am Tages-Tourismus immer lauter.

So sind es vor allem Kreuzfahrt-Gäste, die die Stadt extrem an ihre Kapazitätsgrenzen bringt – nachdem mehrere Menschen bei einem Kreuzfahrt-Crash vor Venedig verletzt worden, protestierten Tausende Einheimische. „Raus mit den Monsterschiffen aus Venedig“, so ihre Forderung. 

Bürgermeister Luigi Brugnaro möchte sogar zum Schutze seiner Stadt, dass Venedig auf die Rote Liste der Unesco gesetzt wird.