Tauchen mit Weißen Haien: Tiere werden mit AC/DC gelockt

Tauchen mit Weißen Haien: Tiere werden mit AC/DC gelockt

Weiße Haie rocken zu AC/DC: Kein Quatsch, sondern Alltag vor den australischen Neptune Islands. Denn dort lockt ein Anbieter den Raubfisch mit satten Gitarrenriffs – Touristen kommen ihm so im Käfig ganz nah.

Käfigtauchen mit dem Weißen Hai.
Käfigtauchen mit dem Weißen Hai: Im Süden Australiens sollen tiefe Bässe und Gitarrensoli den Räuber magnetisch anziehen. (Symbolfoto)

Foto: imago iamges/OceanPhoto

Egal ob Rock-Fan oder nicht: Bei der Band AC/DC schießen dir sicherlich die eingängigen Melodien echter Klassiker wie „Highway to Hell“ in die Ohren. Und offenbar stehen nicht nur Menschen auf den satten Sound. Im Süden Australiens, vor den Neptune Islands, sammelt sich eine Schar von tierischen Hard-Rock-Fans.

Und das Publikum hat es in sich. Extrem scharfe Zähne, ein maximales Gewicht von etwa 2.000 Kilogramm und bis zu sechs Meter Länge – der Räuber der Weltmeere, der Weiße Hai, steht auf Rock ’n’ Roll. Der Tourenanbieter Adventure Bay Charters tauscht Köder gegen Musik.

Weiße Haie werden mit Rockmusik von AC/DC geködert

Taucht der Stahlkäfig mit Touristen unter die Wasseroberfläche, werden sowohl diese als auch die Meeresbewohner über Lautsprecher mit den Klängen der australischen Hard-Rock-Band beschallt. Besonders gut sollen die Hits „Shook Me All Night Long“ und „Back in Black“ ankommen, verriet einer der Tourguides, Matt Waller, dem „Australian Geographic“.

Und offenbar sind die Weißen Haie auf den Geschmack gekommen. Da darf es, wie in diesem Instagram-Video, auch mal etwas sachter zugehen – mit Indie von Singer-Songwriter Chet Faker, der übrigens auch Australier ist.

Experte vermutet, dass Weiße Haie, die Niedrigfrequenz bei AC/DC-Songs anzieht

So richtig erklären kann sich Matt den Musikgeschmack des Raubfisches auch nicht: „Haie haben keine Ohren, sie haben kein langes Haar und Headbangen nicht“, witzelte er. Tatsächlich vermute er aber, dass die niedrigen Frequenzen die Haie auf irgendeine Weise anziehen.

Auf die Idee kam er, da auf der mexikanischen Insel Guadalupe das gleiche Phänomen beobachtet wurde. Dieser Ort gilt neben den Neptune Islands und drei weiteren Ländern (Südafrika, Neuseeland und Bahamas) als Hotpsot für die Sichtung Weißer Haie.

Sichtungen wie vor der Baleareninsel Mallorca sind hingegen historisch – Wissenschaftler beobachteten ein fünf Meter langes Exemplar zuletzt im Jahr 2018.

Lange experimentierte Matt Waller mit den Genres. Der Preis für das Unterwasser-Konzert mit Adrenalin-Kick übersteigt allerdings teilweise den Preis eines Tickets für AC/DC: Erwachsene zahlen 350 australische Dollar, Kinder bis 15 Jahre 300.

Hai-Tourismus: Tuchfühlung im Unterwasserkäfig ist umstritten

Der Ruf des blutrünstigen Killers eilt dem Weißen Hai noch immer voraus. Dabei stehen Menschen gar nicht auf dem Speiseplan, stattdessen bevorzugt er fettreiche Nahrung wie Seehunde, Robben und Seelöwen, informiert der „WWF“.

Kommt es doch zu Hainagriffen auf Schwimmer, Taucher oder Surfer, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine tragische Verwechslung, da der Umriss für den Hai einer Robbe sehr stark ähnelt. 

Auch wenn die Anbieter in Südaustralien keine Fischreste als Köder benutzen, gilt das absichtliche Anlocken der Tiere nur zum Entertainment der Touristen als umstritten.

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