Ganz vertraut lächeln der siebenjährige Landon B. und sein neuer Freund Ben P. auf dem Selfie. Die beiden trafen sich vergangenen Donnerstag im Southwest-Flieger von Las Vegas nach Portland und sollten viel mehr als bloße Sitznachbarn werden.

Die rührende Geschichte um dieses Foto geht derzeit viral:

Kind (7) mit Autismus fliegt allein – Mutter sorgt sich um Sohn und Mitreisende

Landon wagte den Flug zu seinem Vater ganz allein. Das bereitete seiner Mutter Alexa Kopfzerbrechen: Wie würde sich ihr Sohn schlagen? Viele Eltern machen sich prinzipiell Gedanken, wenn ihre Schützlinge allein reisen. Doch in Landons Fall war es dessen Autismus, der seiner Mama Sorgen machte.

Weil sie befürchtete, dass ihr Kind die Nerven der anderen Passagiere strapazieren könnte, gab sie Landon einen Brief mit, in dem sie die Entwicklungsstörung des Siebenjährigen erklärte. Sie schrieb zum Beispiel, dass Landon sehr oft „Sind wir schon da?“ fragen könnte und legte zehn US-Dollar als eine Art Entschädigung bei.

In erster Linie ging es ihr dabei um das Wohl ihres Sohnes, denn der Sitznachbar sollte Landon nicht als Last sehen, sondern ihm vielmehr helfen, durch den Tag zu kommen. Denn Landon hatte vor seinem Abenteuer ganz schön Bammel, wie Mama Alexa dem lokalen Nachrichtenportal „KATU“ erzählte.

Junge freundet sich mit seinem Sitznachbar an 

Alle Ängste sollte ihm jedoch der Passagier auf dem Nachbarplatz, Ben P., nehmen. Landon gab ihm den Zettel und das dazugelegte Geld – doch der Mann wollte das Geld nicht. Stattdessen schloss er Freundschaft mit dem Jungen.

„Wir machten die ganze Zeit Witze“, erzählte Ben und ließ auch Landons Mutter davon wissen. In einer Nachricht an sie schwärmte er von seinem tollen Travel-Buddy, der mit ihm Schere, Stein, Papier während des Flugs spielte. 

Zwar habe Landon, wie erwartet, oft gefragt, wann sie am Ziel seien. Doch Ben störte das nicht: „Er ist ein großartiges Kind und Sie sind eine glückliche Mama“, schrieb er in seiner Nachricht. Die zehn US-Dollar spendete er zu Ehren von Landon an die Autism Society.

Mama Alexa teilte die Nachricht auf Facebook: Sie sei dankbar, dass es solche netten Menschen gäbe, die in dieser Welt etwas bewegen können. 

Was ist Autismus und warum erschwert es Betroffenen das Reisen?

Autismus ist eine komplexe neurologische Entwicklungsstörung. Diese wirkt sich auf die Entwicklung der sozialen Interaktion, der Kommunikation und des Verhaltens aus, informiert der Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus.

Deutlich wird die Störung an eingeschränkten, sich wiederholenden und stereotypen Verhaltensmustern und Aktivitäten. Immer wiederkehrende Fragen und Bewegungen wie schaukeln oder wedeln.

Da Betroffene stark abhängig von Routinen sind, können sie eine veränderte Umwelt und die vielen neuen Reize schnell überfordern. Deshalb raten Experten vom Marcus Autism Center, vorab den Flughafen mit dem betroffenen Kind zu besuchen, damit es sich mit der Umgebung und den Menschenmassen vertraut machen kann.

Zudem sollten Eltern einen Platz am Gang oder aber direkt hinter der Trennwand zur nächsten Kabinenklasse reservieren und dem Kind etwas zur Beschäftigung mitgeben.