Portugal: 7 Insider-Tipps für Madeira abseits der Wander-Klischees

7 Insider-Tipps für Madeira abseits der Wander-Klischees

Das Vorurteil „Wo die rüstigen Rentner wandern“ hat ausgedient, denn Madeira hat viel mehr zu bieten als alte Klischees. Die schönste Insel Portugals ist hipper, wilder und unanständiger, als man denkt.

Die Steilküste von Madeira.
reisereporterin Jasmin war auf Entdeckungstour auf der portugiesischen Insel Madeira.

Foto: Jasmin Kreulitsch

1. Abwarten und Tee trinken auf Madeira

Eine britische Teatime ist spießig? Von wegen! Auf Madeira gilt: In ist, wer drin ist – und zwar beim Afternoon Tea im legendären Belmond Reid’s Palace. Was das Berghain in Berlin ist, war früher das Belmond in Funchal. Wer reich und schön war, kam hierher – Politiker Winston Churchill genauso wie Schriftsteller George Bernard Shaw.

reisereporterin Jasmin im Belmond.
Tee, ein paar süße Naschereien und Kunst – das findest du im Belmond Reid’s Palace. Foto: Jasmin Kreulitsch

Der berühmteste Gast war Kaiserin Sisi. Sie kam wegen des milden Klimas zur Kur nach Madeira und verliebte sich in die Insel. Noch heute spricht man davon, wie sie unterhalb des Hotels mit dem Schiff anlegte. Spießig ist weder das Hotel noch die Teatime – im Gegenteil:

Die Terrasse gilt wegen der umwerfenden Aussicht als Insider-Tipp. Du blickst nicht nur auf den wilden Ozean, sondern auch auf den 40.000 Quadratmeter großen botanischen Garten rund um das Hotel. Und die Teatime inklusive englischem Tee, Gurkensandwiches und Scones mit Clotted Cream ist so üppig, dass du kein Abendessen mehr brauchst.

Five o’clock tea im Belmond Reid’s Palace | Estrada Monumental 139, 9000-098 Funchal | 35 Euro pro Person

2. Eine „Food & Wine Walking Tour“ durch Funchal machen

Apropos Essen: Die Insulaner haben nicht nur das Glück, dass auf der Insel knackiges Gemüse und exotische Früchte wachsen und der Fisch so gut wie immer fangfrisch in den Restaurants landet, sie haben auch ein Händchen für kreative Rezepte.

Frischer Fisch auf Madeira.
Wohl ein Muss auf Madeira: fangfrischen Fisch genießen. Foto: Jasmin Kreulitsch

Es gibt jede Menge lustige Anekdoten über die kulinarische Seite der Insel – und die besten davon hörst du bei der „Food & Wine Walking Tour“ in Funchal, bei der du so richtig in die Foodie-Szene von Madeira eintauchen kannst. Hier dreht sich alles nur um zwei Dinge: essen und trinken!

Statt ellenlanger Vorträge über Geschichte oder Architektur geht es darum, den Geschmack der Insel kennenzulernen: Vom berühmten schwarzen Degenfisch über exotische Maracuja-Früchte bis hin zum legendären Madeira-Wein kannst du alles kosten!

Food & Wine Tour | Dienstags und donnerstags von 10.30 Uhr bis 13 Uhr | 60 Euro pro Person

3. Eine Jeep-Tour auf Madeira buchen

Keinen Bock darauf, im Urlaub im Stau zu stehen oder einen überfüllten Bus zu nehmen? Kein Problem: Die coolste Art, Madeira zu erkunden, passiert ohnehin abseits der Massen und Straßen. Am meisten Spaß macht nämlich eine Tour in einem Land Rover Defender, die zu den abgelegenen Ecken der Insel führt.

Dabei siehst du die schönsten Aussichtspunkte, versteckte Bergdörfer, wilde Natur und bretterst offroad über unerschlossene Wege – gern stehend auf der Rückbank bei geöffnetem Dach.

Ein wilder Ritt durch die dicht bewachsenen Berge Madeiras.
Ein wilder Ritt durch die dicht bewachsenen Berge Madeiras. Foto: Jasmin Kreulitsch

Da wirst du zwar ordentlich durchgeschüttelt, kriegst aber eine prima Dosis Adrenalin und Fun und kannst zudem die coolsten Fotos machen. Die Tour dauert insgesamt dreieinhalb Stunden, ein kleiner Levada-Walk entlang der berühmten Wasserläufe der Insel inklusive.

Jeep-Tour von Mountain Expedition | ab 35 Euro pro Person

4. In die Lava-Schwimmbecken in Porto Moniz hüpfen

Falls du doch mit dem Auto fahren möchtest, solltest du die Straße in Richtung Nordküste nehmen. Denn hier führt ganz klar die schönste Sightseeing-Route auf einer 20 Kilometer langen Zickzackstraße zwischen Porto Moniz und São Vicente entlang. Der Roadtrip lässt sich auch prima mit einem der coolsten Orte der Insel verbinden:

Porto Moniz und seine berühmten Lavaschwimmbecken aka natürliche Meerwasserpools. Der Ort war einst berühmt als Walfangort, heute sind es die Lavaschwimmbecken, die Besucher anziehen. Die natürlich entstandenen Badebassins im Vulkangestein werden ständig mit frischem Meerwasser gefüllt.

Am nördlichsten Ende der Insel hat die Natur einen riesigen Pool aus Lavastein geformt.
Am nördlichsten Ende der Insel hat die Natur einen riesigen Pool aus Lavastein geformt. Foto: Jasmin Kreulitsch

Tipp: Die Ausflugsbusse kommen täglich zwischen 11 Uhr und 15 Uhr an, deshalb lohnt es sich, wenn du in der Früh oder erst am späten Nachmittag auftauchst.

Porto Moniz | Eintritt frei

5. Wal- und Delfin-Watching auf Madeira

Apropos Wasser: Natürlich darf man nicht auf eine Insel wie Madeira reisen, ohne mal aufs Wasser gefahren zu sein. Dazu gibt es jede Menge Möglichkeiten, die actionreichste passiert aber nicht auf einem lahmen Touri-Schiff, sondern mit einem kleinen Superflitzer, der nicht nur rasend schnell über das Wasser saust, sondern auch eine Mission hat: Wale und Delfine aufzuspüren.

Bei einer Tour mit Rota dos Cetáceos gilt: Anschnallen ist Pflicht, denn bevor das Tempo gedrosselt wird, um die Tiere nicht zu erschrecken, geht es mit mörderischem Speed raus in den Atlantik – über hohe Wellen und garantiert mit Gischt im Gesicht.

Ein Delfin taucht vor dem Boot auf.
Vor Madeira ziehen viele Delfin-Arten vorbei, darunter auch der Große Tümmler. Foto: Jasmin Kreulitsch

Plus: Die Wahrscheinlichkeit, Delfine zu sehen, ist sehr hoch!

Wal- und Delfin-Watching mit Rota dos Cetáceos | 49,50 Euro pro Person

6. Eine Nacht lang das Inselgetränk Madeiras trinken

Eine typisch Frucht auf Madeira ist die Maracuja – und die kommt auch im berühmten Inselgetränk Poncha zum Einsatz. Manche bezeichnen das Getränk als Teufelszeug, andere trinken es (fast) täglich. Klar ist: Die Madeirer verordnen sich Poncha gegen jedes „Leiden“: Hunger, Durst, Erkältung, Liebeskummer.

Das Getränk ist ein Cocktail, bestehend aus Orangen, Zitronen oder Maracuja plus Honig und Aguardente, einem madeirischem Brand aus frischem Zuckerrohrsaft. Der hat es in sich, sorgt aber immerhin dafür, dass man einen typisch madeirischen Schwips hat.

Inselgetränk Poncha: So wird es zubereitet.
Inselgetränk Poncha: So wird es zubereitet. Foto: Greg Snell

Fun-Fact: Die Früchte werden mit einem hölzernen Poncha-Mixer gestampft, der als „Caralhinho“ bezeichnet wird. Übersetzt bedeutet das Wort: Pimmelchen. Cheers!

Poncha gibt’s so gut wie in jedem Lokal | ab circa 3 Euro

7. Eine Auszeit auf einer Fajã nehmen

Wo auf Madeira die höchsten Klippen sind, hat sich an manchen Stellen tief darunter über Jahrtausende Land gebildet. Diese schmalen Landstreifen werden von den Insulanern als Fajãs bezeichnet, als „Inseln an der Insel“.

Eine der schönsten ist Fajã dos Padres, wo sich schon im 15. Jahrhundert Jesuiten-Mönche ansiedelten und begannen, die berühmte Malvasia-Traube zu keltern. Noch heute gilt der Malmsey-Wein als einer der besten auf Madeira und in der ganzen Welt.

Blick von der Seilbahn.
Die Höhenangst überwinden, denn der Ausblick lohnt sich. Foto: Jasmin Kreulitsch

Heute ist eine Familie aus Funchal hier ansässig und betreibt Hotel, Restaurant und einen üppigen Garten nach Maßgabe des ökologischen Landbaus. Früher kam man wegen der isolierten Lage nur mit dem Boot oder über eine gefährliche Klettertour zur Landzunge.

Erst seit wenigen Jahren gibt es eine sichere und vor allem spektakuläre Alternative: Eine Seilbahn mit Panoramablick fährt Besucher in nur vier Minuten hinunter nach Fajã dos Padres. 

Fajã dos Padres | Rua Padres António Dinis Henriques nº 1 9300-261 Quinta Grande | Öffnungszeiten Restaurants und Gondel: 10 Uhr bis 18 Uhr | 10 Euro pro Person für Hin- und Rückweg

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