Von Quallen bis Viren: Diese Gefahren lauern im Urlaub in Europa

Von Quallen bis Viren: Diese Gefahren lauern im Urlaub

Sommerurlaub in Europa – das klingt nach Badespaß, viel Sonne, Kultur und gutem Essen. Doch die Auszeit im europäischen Ausland birgt auch einige Gefahren. Der reisereporter-Überblick bereitet dich vor.

Rote Flagge signalisiert Badeverbot zum Beispiel bei hohen Wellen und gefährlicher Strömung.
Eine gehisste rote Fahne am Strand verheißt nichts Gutes.

Foto: imago images/Sabine Gudath

Das tolle Wetter in Deutschland und im europäischen Ausland beschert dir bislang einen bombastischen Sommer. Aber: Die hohen Temperaturen locken nicht nur zahlreiche Urlauber, sondern leider auch so einige Plagegeister.

Von tropischen Mücken über Quallen-Alarm bis Schlangen-Invasion – der reisereporter sagt dir, auf welche Risiken du dich im Europa-Urlaub einstellen musst und wie du dich am besten vorbereitest.

Damit der Sommer 2019 unvergesslich (gut!) wird.

Quallen-Alarm: Wo sie angeschwemmt werden und was beim Stich zu tun ist

Frostbeulen müssen in Deutschland wegen anhaltender Hitze keinen Kälteschock erwarten, sobald sie einen Fuß ins Meer setzen. Die angenehmen Wassertemperaturen sind allerdings auch für Quallen attraktiv: Exemplare wie die Feuerqualle suchen auch deutsche Strände heim.

Diese lebt in der Nordsee, wird in den Sommermonaten aber auch in die Ostsee gespült. Dort sorgte der vergangene Dürre-Sommer im August für ein erhöhtes Aufkommen der Nesseltiere – Hunderte Badegäste klagten in Travemünde über die brennenden Stiche.

Und auch in Spanien sind die Quallen leider Jahr um Jahr ein ungern gesehener Strandbesucher. Dort müssen sich sowohl Einheimische als auch Touristen ab April auf die Tiere einstellen

In dem Fall ist es jedoch die blau schimmernde Portugiesische Galeere, deren Stich zu starken Schmerzen führt und im schlimmsten Fall sogar tödlich sein kann.

Während in Travemünde 2018 nur eine rote Flagge als Quallen-Warnsignal gehisst wurde, werden in Spanien teilweise wegen der Gefahr ganze Strände gesperrt und Badeverbote verhängt – zuletzt erst im Ferienort Benidorm, nachdem sieben Menschen durch den Stich verletzt wurden.

Was bei einem Stich passieren kann: Quallen setzen ihre mit Nesseln besetzten Fangarme zur Verteidigung beziehungsweise zum Töten von Feinden ein. Die teilweise meterlangen Tentakel sind nur schwer zu erkennen. Kommt es zu einer Berührung, wird das Gift in die Haut injiziert – Juckreiz, Ausschlag und Schmerzen sind eine Folge.

Grundsätzlich ist aber weder der Stich der Feuerqualle noch der der Portugiesischen Galeere für einen gesunden und fitten Menschen lebensgefährlich.

Was bei einem Stich zu tun ist: Bei Allergikern ist jedoch ein allergischer Schock möglich, der tödlich enden kann. In diesem Fall oder bei großflächigen Verbrennungen unbedingt den Rettungsdienst rufen.

Ansonsten gilt als Erste-Hilfe-Maßnahme: Restliche Tentakel mit Handschuhen (nicht mit einem Handtuch!) ohne Druck entfernen – gut geht das mit einer Bankkarte, mit der die Überreste quasi weggeschoben werden können.

Ob du die Wunde mit Meerwasser spülen solltest, ist umstritten. Süßwasser und Alkohol solltest du aber definitiv nicht verwenden, am besten übergießt du die Verbrennung mit Essig und kühlst die betroffene Stelle anschließend.

Weitere Tipps und welche Quallen an der deutschen Nordsee noch herumschwimmen erfährst du in unserem Guide.

Tropische Mücken können Viren übertragen

Gefahr in der Luft geht von tropischen Mücken aus. Diese quälen dich nicht nur mit juckenden Stichen, sondern können auch Krankheiten übertragen. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) saugen wegen der klimatischen Veränderungen auch hierzulande dein Blut.

Und sie bringen die in den Tropen und Subtropen gängigen Viren auch nach Europa:

Das West-Nil-Fieber: Zugvögel brachten das Virus von Afrika nach Europa. Bei ihnen infizieren sich Mücken, und die übertragen den Erreger auf den Menschen. In 20 Prozent der Fälle spüren Betroffene Symptome wie Fieber und Schüttelfrost.

Im schlimmsten Fall kann der Erreger auch eine Gehirn- oder Hirnhautentzündung auslösen, die tödlich verlaufen kann. In Griechenland sind in diesem Jahr 318 Menschen an der schweren Form des West-Nil-Fiebers erkrankt, 47 von ihnen starben.

Das Dengue-Fieber: Dieser Virus-Name ist dir sicherlich aus dem südostasiatischen Raum bekannt. Auf den Philippinen wurden 2019 dramatisch viele Fälle gemeldet. Allerdings gab es auch Fälle in Frankreich, Spanien und Kroatien. Oft kommt es zu Fieberschüben sowie Muskelschmerzen. Die Beschwerden sollten normalerweise nach wenigen Tagen abklingen, eine Infektion kann aber ebenfalls im schlimmsten Fall tödlich sein.
 
Chikungunya-Fieber: Und auch dieser Erreger gelangt vermehrt aus Afrika und Südostasien nach Europa. Grippeähnliche Symptome und ein möglicherweise juckender Hautausschläge können auftreten. Das sollte nach ein bis zwei Wochen abklingen, Folgeschäden sind nicht bekannt.
 
Was tun bei einem Stich: Vorbeugen, aber nicht gänzlich verhindern, lassen sich die Stiche mit entsprechendem Schutz. Bei dem Insektenschutzmittel solltest du darauf achten, dass die Wirkstoffe (zum Beispiel DEET) auch auf tropische Mückenarten Anwendung finden.
 
Da diese den ganzen Tag aktiv sind, sollte der Schutz dein ständiger Begleiter im Urlaub sein. Eine Impfung gibt es leider für keines dieser Viren. Bei einer Infektion hilft viel Ruhe und viel Trinken – bei akutem Verlauf immer einen Arzt konsultieren.

Parasiten auf Korsika

Schistosoma haematobium – noch nie gehört? Das bleit hoffentlich auch so, denn die Saugwürmer können durch deine Haut dringen und sich in der Blutbahn im Margen-Darm-Bereich einnisten. Gerötete Haut an der Eintrittsstelle und Fieber sollten dich stutzig machen. 

Bei falscher Behandlung können diese sogar über Jahre in deinem Körper leben und irreparable Schäden an deinen Organen verursachen. Deshalb warnt das Auswärtige Amt vor einer Infektion, der Bilharziose.

Die Parasiten leben am Unterlauf des Flusses Cavu/Cavo nahe der Stadt Porto Vecchio im Süden der Insel. „Eine grundsätzliche Gefährdung kann dort insbesondere beim Baden im Fluss beziehungsweise in Seen oder Teichen derzeit nicht sicher ausgeschlossen werden“.

Wenn Heuschrecken und Schlangen zur Plage werden

Nicht gefährlich, dafür aber ziemlich lästig sind diese zwei tierischen Plagen: Auf Gran Canaria belagern mehr als Tausend Kalifornische Kettennattern die Urlaubsinsel und statten Touristen sogar einen Besuch am Strand oder im Supermarkt ab. Die Tiere sind zwar ungiftig, ihr bei Bedrohung ausgesondertes Sekret riecht jedoch sehr unangenehm. 

Andernorts, nämlich auf Sardinien, richteten Millionen Heuschrecken einen erheblichen Schaden an. Wie ein Teppich sollen diese den Boden belagert haben. Darüber berichtete die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.

Andere Gefahren, die dir den Urlaub vermiesen können

Invasionen, Viren und Verletzungen mal beiseite: Grundsätzlich lauern überall noch ganz andere Gefahren – in Form von kriminellen Menschen.

So wurden in Spanien mehrere Vorfälle mit K.-o.-Tropfen gemeldet, die Urlaubern ins Getränk gemischt wurden. Täter sollen sich zunächst als Touristen ausgeben, um Vertrauen zu gewinnen. Auf Gran Canaria treiben neben den Schlangen auch Trickbetrüger ihr Unwesen, die mit dubiosen Gewinnspielen ahnungslose Touristen abzocken

Und damit es dir nicht wie 20 deutschen Influencern geht, deren Pässe bei einer Fake-Reise geklaut wurden, solltest du Wertgegenstände und wichtige Dokumente im Urlaub an einem sicheren Ort verwahren und nicht unnötig viel Bargeld bei dir haben.

Zieh dir außerdem vorher immer Kopien von deinen Ausweisdokumenten und gib nie das Original aus der Hand. Zudem raten wir dir: Schließ immer eine Auslandskrankenversicherung ab – so bleiben dir bei einer medizinischen Behandlung böse Überraschungsrechnungen erspart.

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