Wien rät Touris: „Lest keine Online-Bewertungen!“

Wien rät Touristen: Lest keine Online-Bewertungen!

Sich vor dem nächsten Trip stundenlang durch die Bewertungen auf Online-Portalen wälzen? Das solltest du ab sofort sein lassen – meint zumindest eine neue Tourismuskampagne in Wien. Und wie dann planen?

Das Plakat vom Wiener Tourismusverband hängt im Hamburger Hauptbahnhof.
Wer mit dem Zug von Hamburg nach Wien reisen will, dem dürften die Plakate der Kampagne vermutlich aufgefallen sein.

Foto: WienTourismus/ Tom Schuenemann/Wien Nord/Sujetfotograf: Paul Bauer

Wir gestehen: Bevor Freunde gefragt werden oder in der Buchhandlung der Reiseführer gekauft wird, ist doch der erste Schritt bei der Urlaubsplanung immer die Suche im Internet – oder?

Wenn es dir genauso geht, dann bleibst du sicher auch ziemlich schnell bei den Bewertungen anderer auf TripAdvisor, Holidaycheck oder Google hängen. Und die können dich ganz schön beeinflussen. Aber warum verlässt du dich überhaupt auf die Meinung fremder Menschen im Internet?

Wiener Tourismusverband will den Abenteurer in Touristen wecken

Diese ziemlich direkte Frage stellt dir der Wiener Tourismusverband. Die Kampagne Unrating Wien sagt klar: Hör auf, dich von Ratings leiten zu lassen, und rät dir, stattdessen einfach mal die Stadt auf eigene Faust zu entdecken. Gezielt richtet sich die Kampagne an deutsche und britische Urlauber, denn die Plakate hängen seit Juni in den U-Bahn-Stationen Hamburgs und Londons aus.

Und deren Aufdrucke sollen dir noch einmal vor Augen führen, warum die Online-Meinungen nicht immer der beste Reiseratgeber sind. Auf den Plakaten prangen Bewertungen zu Orten in Wien, die so im Internet kursieren sollen.

   

Galerie: Kuriose Online-Bewertungen

Offensichtlich will die Stadt damit noch mehr Werbung für sich machen – trotzdem appelliert sie generell an die Generationen des digitalen Zeitalters.

So wichtig sind Online-Bewertung für Urlauber

So sollen nach Zahlen des Wiener Tourismusverbands 95 Prozent aller Besucher mindestens sieben Bewertungen online lesen, bevor sie eine Reise buchen – 33 Prozent sollen aufgrund dessen das Hotel und sieben Prozent sogar das Urlaubsland wechseln.

Dass auf diese nicht immer Verlass ist, darüber haben wir mehrmals berichtet. Bei einer verdeckten Recherche soll herausgekommen sein, dass ein Drittel aller TripAdvisor-Rezensionen Fake seien. Als Reaktion testete ein deutsches TV-Magazin weitere Portale und erkaufte sich Rating-Sterne.

Verteufeln will die Kampagne die Portale allerdings auch nicht: „Online-Bewertungen sind grundsätzlich eine tolle Sache, helfen sie doch, in einer komplexen Welt Orientierung zu finden“, gesteht der Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner.

Internet-Recherche raubt oftmals Zeit und Nerven

Falls dich bei deiner Recherche schon mal das Netlag erwischt hat, also du schon vor Abreise allein von der Planung erschöpft warst, dann gibt es zumindest direkt in Wien (und auch auf der Website) schnelle Hilfe. An der Tourist-Info entscheidet ein Zufallsgenerator, wohin es für dich geht – abseits der berühmten Top-10-Listen. 

Wenn du dich mit dem Gedanken anfreunden kannst, dass andere für dich die Urlaubsplanung übernehmen, dann probier doch mal Blind Booking. reisereporterin Maike hat’s bei einem Trip nach Stockhom getestet – und kein bisschen bereut.

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