Kind (7) verletzt sich in Gran-Canaria-Urlaub – Klage gegen Tui

Kind (7) verletzt sich in Gran-Canaria-Urlaub – Vater klagt

Nachdem ein Kind im Hotel in eine Glastür gelaufen war und sich dabei verletzt hatte, zog der Familienvater gegen Tui vor Gericht. Er fordert 7.000 Euro vom Veranstalter – ein Gericht stärkt ihm den Rücken.

Strand von Las Palmas de Gran Canaria.
Ein Familie buchte über Tui eine Pauschalreise nach Gran Canaria – diese endete nun im Rechtsstreit vor dem Bundesgerichtshof. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Chromorange

Ein Familienvater zog am heutigen Dienstag gegen Tui vor das oberste Gericht Deutschlands – und bekam den Rücken gestärkt. Der Mann verlangt vom Reiseveranstalter einen finanziellen Ausgleich.

Grund der Klage: Die Familie hatte über Tui eine Pauschalreise nach Gran Canaria gebucht. Doch bereits am Ankunftstag ereignete sich ein Unfall. 

Das siebenjährige Kind seiner mitgereisten Lebensgefährtin rannte im Hotelzimmer gegen die geschlossene Balkontür. Dabei zerbrach die Glasscheibe – der Junge schnitt sich an den Scherbe. Die Verletzungen waren so schwer, dass das Kind fünf Tage nicht ins Wasser durfte.

Gran Canaria: Kind rennt in Glastür und darf fünf Tage nicht schwimmen

Dafür fordert der Familienvater von Tui nun 7.000 Euro. Zunächst war er mit der Klage vor dem Oberlandesgericht in Celle gescheitert. Dieses war der Meinung, dass die Scheibe der Balkontür ausreichend mit zwei Warnaufklebern gesichert worden sei.

Doch der Bundesgerichtshof in Karlsruhe stärkt dem Mann den Rücken (Az. X ZR 166/18) und das OLG muss erneut verhandeln.

Auch wenn die Markierung an sich zwar ausreichend sei, sagte der Vorsitzende Richter des BHG Klaus Bacher, entbinde das die OLG-Richter nicht von der Pflicht, die Einhaltung der spanischen Bauvorschriften zu prüfen.

Hätte die Tür eigentlich aus bruchsicherem Glas sein müssen, würden zwei kleine Aufkleber das Problem nicht aus der Welt schaffen. Dann müsste der Hinweis für den Hotelgast, dass hier eine Gefahr besteht, deutlich größer sein.

Urteil stärkt Rechte von Pauschaltouristen

Mit dem Urteil wurde auch insgesamt das Recht von Pauschalurlaubern gestärkt. Denn nicht sie müssen sich bei einem Streit um finanziellen Ausgleich mit den ausländischen Bauvorschriften auseinandersetzen – das ist nach Ansicht des BGH Aufgabe der Gerichte.

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