Quallen an der Nordsee: Vor diesen Quallen solltest du dich fernhalten

Quallen an der Nordsee – welche sind für dich gefährlich?

Welche Quallen gibt es an der Nordsee und was kannst du nach einem Kontakt mit den Nesseltieren tun? Der reisereporter gibt dir konkrete Tipps und nennt dir die häufigsten Quallenarten.

Lucas Baumfeldt
Eine Kompassqualle am Nordseestrand – eine Berührung ist schmerzhaft.
Eine Kompassqualle am Nordseestrand – eine Berührung ist schmerzhaft.

Foto: imago images/blickwinkel

Die Nordsee lockt Tag für Tag viele Urlauber und Gäste an den Strand. Doch vor allem wenn die Temperaturen wärmer werden, finden sich auch ungebetene Gäste, sowohl im Wasser, als auch am Strand ein. Die Rede ist von Quallen.

Schirm- oder glockenförmige Nesseltiere mit einem Durchmesser von knapp einem bis – in der Nordsee – maximal 35 Zentimeter.

Kontakt mit Quallen – warum brennt das so?

Ein leichtes Brennen, ein wenig gerötete Haut – ähnlich, als wenn man eine Brennnessel berührt: In der Regel sind das die beiden Symptome, die die meisten Menschen an eine Begegnung mit einer Qualle erinnert. Aber warum ist das so?

Um Beute zu fangen, oder um sich zu verteidigen, können Quallen in kürzester Zeit hunderte Nesselkapseln freisetzen. In dem Moment, wo diese Kapseln deine Haut berühren, baut sich innerhalb der Kapsel in Druck von etwa 200 bar auf und das in den Kapseln enthaltene Nesselgift wird mit der 40.000-fachen Erdbeschleunigung explosionsartig in deine Haut injiziert. Die Wirkung setzt dabei unmittelbar ein.

Besonders fies: Das Gift kann auch von abgetrennten Tentakeln oder von toten Quallen noch sehr lange abgesondert werden.

Was du nach dem Kontakt mit einer Qualle tun kannst

Solltest du an der Nordsee mit einer Qualle in Kontakt gekommen sein, solltest du vor allem nicht überstürzt handeln. Das wichtigste ist, dass du die restlichen Nesselkapseln, die sich noch auf deiner Haut befinden, deaktivierst.

Dazu auf keinen Fall die betroffene Stelle mit Alkohol oder Wasser – weder Süß- noch Salzwasser – übergießen. Dadurch verschlimmerst du die Symptome meist nur noch.

Was du ebenfalls tunlichst vermeiden solltest: Etwaige Tentakeln auf der Haut mit einem Handtuch entfernen. So sorgst du nur dafür, dass das Gift noch weiter in die Haut gelangt.

Zum Deaktivieren und Entfernen der Kapseln solltest du die betroffene Stelle mehrmals für mindestens 30 Sekunden lang mit Essig übergießen. Am besten geht das übrigens, wenn du dir für den Ernstfall eine Sprühflasche mit Essig in die Strandtasche packst. Hast du die betroffenen Stellen mehrmals mit Essig besprüht, streust du trockenen Sand auf die Stelle. Im Anschluss schabst du alles mit einem stumpfen Gegenstand (zum Beispiel einer Plastikkarte) von deinem Arm.

Eine alternative Methode die sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut: Statt Essig kannst du die betroffene Stelle auch mit Rasierschaum einsprühen. Nach einer Einwirkzeit von etwa fünf Minuten kannst du auch hier wieder am besten mit einer Plastikkarte Rasierschaum und Tentakelreste von der Haut abschaben.

Welche Quallen gibt es an der Nordsee?

Jetzt wo du weißt, wie du dich nach einer Quallen-Begegnung zu verhalten hast, möchten wir dir einen kurzen Überblick über die Quallenarten geben, die vermehrt in beziehungsweise an der Nordsee zu finden sind. Und: Nicht bei allen ist der Kontakt schmerzhaft.

Feuerqualle

Unter dem Namen Feuerqualle werden generell die Quallenarten gefasst, bei deren Berührung auf der Haut meist schmerzhafte, verbrennungsartige Verletzungen zurückbleiben. Zu den bekanntesten Feuerquallen in der Nord- und Ostsee zählen die Leuchtqualle (Pelagia noctiluca), die gelbe Haarqualle (Cyanea capillata) sowie die weiter unten beschriebene Kompassqualle (Chrysaora hysoscella).

In besonders schweren Fällen kann die Begegnung mit einer Feuerquelle zu Atembeschwerden, Schwindel, Erbrechen, Fieber und heftigen Hautausschlägen führen. In so einem Fall solltest du schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Nesselqualle

Die Nesselqualle beziehungsweise die blaue Nesselqualle (Cyanea capillata) gehört zu den Quallen, die du an der Nordsee häufiger antreffen wirst. Obwohl der Name ein erstes Anzeichen für ein Erkennungsmerkmal ist, kann die Färbung der Nesselqualle von durchsichtig zu blassgelb beziehungsweise blassbraun über grau hin zu hellblau oder violett variieren.

Berührst du die Tentakel der Nesselqualle, werden die Nesselzellen aktiviert und das Gift über den Nesselschlauch in die Haut injiziert. Die Folge: Starke Rötungen und angeschwollene Haut. Weitere allergische Reaktionen sind möglich, bei denen du umgehend einen Arzt aufsuchen solltest.

Kompassqualle

Die Kompassqualle (Chrysaora hysoscella) findest du im Atlantik, dem Mittelmeer, im Kattegat und auch an der Nordsee. Mit einem Schirmdurchmesser von 25 bis maximal 35 Zentimeter sowie ihrer gelbbraunen, orangen, roten oder dunkelbraunen Bänder ist die Kompassqualle gut als solche zu erkennen.

Die Nesselzellen der Kompassqualle sitzen an den spiralförmig aufgewickelten Enden der Tentakel. Solltest du durch Berührung die Nesselzellen aktivieren, ist die Wirkung vergleichbar wie bei der Nesselqualle: starke Rötungen und Schwellungen sind die Folge.

Ohrenqualle

Die Ohrenqualle ist weltweit die verbreitetste Quallenart und ist sowohl in der Nordsee als auch in der westlichen Ostsee am häufigsten anzutreffen. Du kannst sie an ihrem 20 bis 30 Zentimeter großen, weiß-gelblichen und leicht gewölbten Schirm erkennen.

Das Nesselgift welches die Ohrenqualle abgibt, sollte für dich ungefährlich sein, da es die Haut von Menschen nicht durchdringen kann.

Wurzelmundqualle

Die – für den Menschen meist ungefährliche – Wurzelmundqualle (auch Blumenkohlqualle genannt) ist mit ihrem Schirm, der in seltenen Fällen sogar einen Durchmesser von bis zu 90 Zentimeter erreichen kann, eine der größten Quellenarten der Welt. 

Am Schirm der Wurzelmundqualle befinden sich einige Nesselzellen, die für den Menschen jedoch nur schwach giftig sind und nur in seltenen Fällen bei Berührung zu Hautirritationen führen.

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