Overtourism auf der Osterinsel – Touristen benehmen sich daneben

Overtourism auf Osterinsel – Touris benehmen sich daneben

Der Klimawandel, zu viele Einwohner und nun auch noch Overtourism: Die mystischen Steinstatuen auf der Osterinsel fallen Menschen zunehmend zum Opfer. Touristen sollen sich unangemessen verhalten.

Die Moais in Rano Raraku, Nationalpark Rapa Nui, Osterinsel.
Noch heute sind zentrale Fragen um die Steinfiguren mit den übergroßen Köpfen unbeantwortet. Zweck, Herkunft und Alter geben Rätsel auf. Ein Anziehungspunkt für Touris.

Foto: imago images/imagebroker

Die Sorge um die sagenumwobenenen Steinkolosse auf Chiles Osterinsel sind groß – wegen des steigenden Meeresspiegels und nun auch wegen Touristen, die die Pazifikinsel überschwemmen. Während in den 80er-Jahren noch 2.000 bis 5.000 Menschen jährlich kamen, sind es heute mehr als 100.000.

Und diese sollen nun vemehrt wegen ihres unangemessenen Verhaltens negativ auffallen, wie „CNN Travel“ berichtet.

Touristen posieren an den geschützten Steinstatuen auf der Osterinsel

Sie posen vor den Köpfen der Moai, lehnen sich an die archäologisch wertvollen Steinstatuen an und sollen teilweise so tun, als würden sie den stummen Kolossen die Nase klauen – und das alles nur für ein Foto.

Dass die Figuren in der polynesischen Kultur ein Teil einer Zeremonialanlage ausmachen und damit eine starke kulturelle und historische Bedeutung haben, scheinen sie offenbar in diesem Moment zu vergessen. Ob Unwissenheit oder Ignoranz: Experten wie die Archäologin Jo Anne Van Tilburg sehen in dem Hype einen gefährlichen Reisetrend.

Anne beschäftigte sich erstmals 1981 als Doktorandin mit dem Thema und beobachtet seither, dass Menschen nur noch „Orte sammeln“ würden – und nicht wegen der Geschichte der Osterinsel diese einmalige und durchaus anstrengende Reise auf sich nehmen.

Touristen sollen bei ihrem Besuch Respekt zeigen

Sie findet die Fotoposen „überhaupt nicht kreativ oder interessant oder witzig“ und möchte deshalb mit ihrem Easter Island Project aufklären. Mit einem Team erforscht sie die rätselhaften Felsköpfe und rät Besuchern: „Lesen und vorbereiten“, und bittet um Respekt, da die Insel kein Museum sei.

Nicht das einzige Problem: Tatsächlich ergab eine Volkszählung 2017, dass mittlerweile fast 8.000 Menschen auf der Insel leben, allerdings zählt nur die Hälfte zum indigenen Volk der Rapa Nuis – den Ureinwohnern der Osterinsel.

Demnach bringen nicht nur Touristen die Insel an ihre Grenzen, auch das Bevölkerungswachstum belastet die Umwelt und verschlechtert die Lebensqualität.

Zeitreise zu den Osterinseln: So kommst du hin

Strengere Aufenthaltsbestimmungen wie ein auf 30 Tage verkürztes Visum (vor 2018 waren es 90 Tage), das Vorzeigen eines Rückreisetickets und einer Hotelreservierung sowie eine schriftliche Einladung eines Anwohners sind seither notwendig.

Das musst du vor deiner Reise auf die Osterinsel wissen:

  • Die Osterinsel (auf polynesisch Rapa Nui) liegt rund 3.800 Kilometer vor der chilenischen Pazifikküste und ist vulkanischen Ursprungs.
  • Mit Latam Airlines kannst du von Santiago de Chile direkt hinfliegen (Dauer: circa fünf Stunden).
  • Möglich sind sowohl Pauschal- als auch Individualreisen. 
  • Übernachten kannst du unter anderem in Hotels, Ferienwohnungen oder Hostels.
  • Auf der Insel gibt es nur einen Ort namens Hanga Roa mit Einkaufsmöglichkeiten.
  • Erkunden kannst du die Insel mit dem Fahrrad, einem Mietwagen oder über eine geführte Tour im Kleinbus.
  • Hauptattraktion sind die Steinskulpturen Moai: Vermutlich sind sie nicht älter als 1.500 Jahre, von einst 1.000 Exemplaren sind heute mehr als 800 über die Insel verteilt.
  • Sie gehören zum Rapa-Nui-Nationalpark: Eintrittskarten erhältst du am Flughafen, ausländische Touristen zahlen 80 US-Dollar, das Ticket ist zehn Tage gültig.
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