Mit knapp zwei Stunden Verspätung startete ein A330 für Brussels Airlines am Samstagmittag in Richtung USA. Von Brüssel sollten die Passagiere knapp neun Flugstunden später den Flughafen Washington Dulles unter sich erblicken – stattdessen bekamen die Fluggäste nur den Atlantik zu sehen und landeten gegen 21.30 Uhr abends am gleichen Tag wieder in Brüssel.

Was war passiert?

Flug SN515 von Brussels Airlines dreht plötzlich um

Die Mutter einer Passagieren verfolgte den Flug und machte sich Sorgen, als sie auf dem Radar eine seltsame Änderung der Route beobachtete„@FlyingBrussels was ist bei Flug SN515 los? Meine Tochter ist an Bord!“

Was die besorgte Mutter zu dem Zeitpunkt anscheinend nicht wusste: Die Crew soll über dem Atlantik zur Umkehr angewiesen worden sein.

Der Grund: Die Maschine nach Dulles war nicht offiziell für Flüge in die USA angemeldet. Das bemerkte Brussels Airlines allerdings erst, als der Flug SN515 schon mehrere Stunden über dem Meer war.

Über Portale wie Flightaware ist zu sehen, dass die Maschine auf der Höhe von Kanada plötzlich umdrehte.
Über Portale wie Flightaware ist zu sehen, dass die Maschine auf der Höhe von Kanada plötzlich umdrehte. Foto: flightaware.com (Screenshot)

Rund 600.000 Euro soll der Fehler Brussels Airlines kosten

Wie kam es zu dieser Panne? Offenbar wurde am Morgen vor dem Abflug das Flugzeug getauscht, anstelle der A330-200 OO-SFZ sprang ein Airbus A330-300 OO-SFL ein, das berichtet das Branchenmagazin „Aero“. Auf den ersten Blick ändern sich nur ein paar Zahlen und Buchstaben – doch der Wechsel war folgenreich.

Brussels Airlines ist eine Tochter der deutschen Lufthansa. Deutschlands größte Airline hat im Zuge einer Flottenmodernisierung mehrere Airbus A330-300 an die Tochter weitergegeben. Auf reisereporter-Anfrage heißt es: „Wir können in der Tat bestätigen, dass unser neuestes Langstreckenflugzeug, das unserer Flotte beitritt, noch nicht über die erforderlichen FAA-Dokumente verfügt, um den US-Luftraum zu durchqueren“. 

Als Grund nennt die Brussels-Airlines-Sprecherin einen „menschlichen Fehler“, der ungefähr vier Stunden nach Start bemerkt wurde. Dieser Fehler soll die Fluggesellschaft nun rund 600.000 Euro kosten. Nicht nur der abgebrochene Hinflug, sondern auch der ausgefallene Rückflug müssen kompensiert werden.

Zudem haben die Passagiere einen Anspruch auf Entschädigung. Diese habe die Airline bei der Ankunft mit einer Übernachtung sowie Umbuchungen auf andere Flüge versorgt.