Cinque Terre: Tipps für die 5 Juwelen an der italienischen Küste

Cinque Terre: 5 Juwelen an der italienischen Küste

Bunte Häuser, türkisfarbenes Wasser und mit Weinbergen überzogene Steilhänge: Zwischen Genua und Pisa locken fünf einzigartige Dörfer an die italienische Riviera. Für Wanderer, Wassersportler und Foodies.

Ann-Christin Schneider
Wie aus einem Buch wirkt Manarola mit seinen Steilhängen.
Wie aus einem Buch wirkt Manarola mit seinen Steilhängen.

Foto: unsplash.com/VidarNordliMathisen

Malerisch und verträumt kommt die italienische Riviera daher. Doch atemberaubende Ausblicke auf das azurblaue Meer machen vor allem fünf kleine Örtchen zu wahren Juwelen in der Region: Die Cinque Terre. Auf einer Länge von gerade einmal 15 Kilometer klammern sich dort farbenfrohe Fischerdörfer an die zerklüftete Küste.

Waren die fünf mittelalterlichen Ortschaften Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore einst abgelegene Piratennester, so tummeln sich heute Touristen in den kleinen Gässchen zwischen den bunten Häusern und auf den Wanderwegen in der Region.

Die pittoresken Orte, die seit 1997 Unesco-Weltkulturerbe sind, waren jahrhundertelang nur zu Fuß oder über das Meer zu erreichen. Heute ist die Region, die etwa 7.000 Einwohner zählt und als Nationalpark geschützt ist, nicht mehr so isoliert. Mit dem Auto, dem (Kreuzfahrt-)Schiff und der Bahn erreichst du die Nachbargemeinden.

Wer mit dem Auto anreist, braucht jedoch gute Nerven, da sich die Küstenstraßen in abenteuerlichen Serpentinen die mit Weinbergen überzogenen Steilhänge zum Meer hinunterschlängeln. Außerdem sind Parkplätze in den Fischerdörfern knapp.

Cinque Terre: So kommst du von Dorf zu Dorf

Am bequemsten kommst du nach Cinque Terre – und auch von Dorf zu Dorf – hingegen per Bahn. Der Zug fährt immer entlang der Küste, wenige Meter vom Strand entfernt steigst du an den Bahnhöfen aus. Nur 15 Minuten brauchst du von Riomaggiore nach Monterosso. Die Cinque Terre Card deckt alle Fahrten zwischen Levanto und La Spezia ab.

Sie umfasst auch eine Art Kurtaxe für die Nutzung der Küstenwanderwege, welche die malerischen Orte miteinander verbinden. Zu empfehlen ist unter anderem die etwa acht Kilometer lange Strecke zwischen Monterosso al Mare und Corniglia.

Wer das faszinierende Häusergewirr entlang der italienischen Riviera vom Wasser aus erkunden will, kann entweder die Ausflugsfähre nutzen, die alle fünf Dörfer ansteuert oder mietet sich ein kleineres Boot. Während die Fähre 30 Euro am Tag kostet, muss für eine etwas privatere Tour mit etwa zwölf Personen an Bord zwischen 65 bis 120 Euro für einen ein- bis dreistündigen Ausflug gezahlt werden. Zu den billigsten Anbietern gehört Cinque Terre dal Mare in Riomaggiore. Auch Kajaks können hier gemietet werden.

Und jetzt zeigen wir dir, wie schön die Küstendörfer der Cinque Terre sind:

Riomaggiore

Reges Treiben im Hafen von Riomaggiore: Die noch leeren Ausflugsboote schaukeln im glasklaren Wasser des östlichsten Dorfes der Cinque Terre, bei Wein und dem typischen Nudeln Trofie mit Pesto – zum Beispiel im Restaurant Dau Cila – genießen die Touristen das sommerliche Wetter. Fotos werden von der Aussichtsplattform geschossen.

Links und rechts des Hafenbeckens ragen die eng nebeneinander stehenden Turmhäuser drei bis vier Etagen in die Höhe – ihre bunten Fassaden bilden den perfekten Kontrast zum leuchtend blauen Wasser.

In Riomaggiore beginnt außerdem die berühmte Via dell’Amore (der Weg der Liebe), ein Fußweg mit atemberaubendem Panorama, der entlang der Steilküste in den Fels gehauen wurde. Er verbindet das Dorf mit Manarola. Leider ist die Strecke aktuell gesperrt – voraussichtlich 2024 soll der Wanderweg wieder geöffnet werden.

Vom Wasser aus sind die aufgetürmten Häuser von Riomaggiore noch deutlicher sichtbar.
Vom Wasser aus sind die aufgetürmten Häuser von Riomaggiore noch deutlicher sichtbar. Foto: Ann-Christin Schneider und Katharina Ahlers

Manarola

Im schmalen Tal von Manarola haben die Einheimischen geschickt jeden Meter genutzt, um die Häuser in aberwitzigen Verschachtelungen über- und nebeneinander zu setzen. Nicht zufällig ist Manarola lange ein Malerort gewesen, haben die Treppengassen entlang der Hänge doch viele Künstler inspiriert. Renato Birolli, einer der bedeutenden italienischen Maler des 20. Jahrhunderts, hat unter anderem hier gearbeitet.

Traditionell lebten die Menschen in Manarola vom Fischfang. Weil die Küste aber keinen Platz zum Lagern der Boote hergibt, werden diese in einer Bucht mit einer Seilwinde aus dem Wasser mehr als 15 Meter hoch auf den Felsen gezogen. Auf der Via Birolli liegen die Boote geparkt. Ansonsten ist Manarola für seine Höhlen und Unterwasserfelsen bekannt. Auch Klippenspringer lassen sich hier beobachten.

In den Steilhängen rings um Manarola wachsen die Weinreben, aus denen der berühmte Cinque-Terre-Wein Sciacchetrà gekeltert wird. Er ist schon seit der Römerzeit berühmt und passt perfekt zur regionalen Delikatesse Sardellen mit Zitrone und Olivenöl.

In der steinigen Bucht von Manarola trauen sich nur Wagemütige ins Wasser. Ansonsten kann man dort schön flanieren.
In der steinigen Bucht von Manarola trauen sich nur Wagemütige ins Wasser. Ansonsten kann man dort schön flanieren. Foto: Ann-Christin Schneider und Katharina Ahlers

Corniglia

Corniglia ist der einzige Ort der Cinque Terre, der nicht direkt am Meer, sondern auf einem Felsen bis zu 100 Meter über dem Wasserspiegel thront. Das macht die Anreise etwas beschwerlich: Denn vom Bahnhof aus müssen 377 Stufen überwunden werden, um die Hauptstraße des Ortes, die Via Fieschi, zu erreichen. Wem das zu schweißtreibend ist, der kann aber auch den grünen ökologischen Bus des Nationalparks nutzen.

Dafür bietet sich von Corniglia aus ein Blick über das Meer und die restlichen vier Orte, der so von keinem der anderen Fischerdörfer geboten wird. Zur Aussichtsplattform an der Spitze des Kaps geht es die Hauptstraße entlang, vorbei an Cafés, Restaurants und Souvenirgeschäften.

Der Ortskern ist außerdem durch die Pfarrkirche von San Pietro geprägt, die ein interessantes Beispiel der ligurischen Gotik darstellt. Zudem besagt eine Überlieferung, dass der gotische Bogen aus schwarzem Schiefer unterhalb des Kirchplatzes die alte Poststelle der Adelsfamilie Fieschi war.

Corniglia ist der einzige der fünf Orte, der keinen direkten Zugang zum Meer hat. Das Dorf thront 100 Meter über dem Wasser.
Corniglia ist der einzige der fünf Orte, der keinen direkten Zugang zum Meer hat. Das Dorf thront 100 Meter über dem Wasser. Foto: Ann-Christin Schneider und Katharina Ahlers

Vernazza

Vernazza wird oft als das schönste der Dörfer der Cinque Terre bezeichnet. Und von der Wanderroute aus Monterosso kommend ist der Blick auf den Hafen wirklich beeindruckend. Farbenfrohe Häuser und Fischerboote, die in den Gassen gestapelt werden müssen, prägen das Bild des Dorfes.

An der kleinen Piazza am Meer reiht sich ein Café und Restaurant aneinander. Einen Cappuccino oder Aperol Spritz kann man unter anderem gleich an der Promenade hinter dem kleinen Sandstrand am Hafen in der Ananasso Bar schlürfen. Gleich nebenan befindet sich die Pfarrkirche Santa Margherita d’Antiochia.

Ein weiteres Highlight von Vernazza ist die Doria-Burg. Auf einem Felsvorsprung steht der unregelmäßige zylindrische Turm auf einem vierkantigen Fundament. 1,50 Euro kostet der Eintritt zur Burg, von der aus du eine schöne Aussicht auf das Dorf, die Bucht mit dem Hafen und das offene Meer hast.

Vernazza gilt als das schönste der Dörfer der Cinque Terre. Von der Doria-Burg hat man einen schönen Blick über das Häuserwirrwarr.
Vernazza gilt als das schönste der Dörfer der Cinque Terre. Von der Doria-Burg hat man einen schönen Blick über das Häuserwirrwarr. Foto: Ann-Christin Schneider und Katharina Ahlers

Monterosso al Mare

Monterosso ist das nördlichste Dorf und mit rund 1700 Einwohnern der größte Ort der Cinque Terre. Es wird von einem Felsvorsprung am Meer mit dem mittelalterlichen Turm Aurora in zwei Teile getrennt: den alten Ortskern und den modernen Teil mit Namen Fegina.

Dort befindet sich auch der längste Kies- und Sandstrand der Region. Im historischen Ortsteil – durch einen Tunnel mit Fegina verbunden – kann durch die engen Gassen, die sogenannten Carruggi, zwischen den schmalen, hohen Wohnhäusern entlang geschlendert werden.

Von hier aus erreichst du auch alle Wanderwege, die entlang des Meeres und durch den Nationalpark der Cinque Terre führen.

Enotecas und Restaurants reihen sich in der Altstadt aneinander. Vor allem Fans von Meeresfrüchten kommen auf ihre Kosten. Die Pasta mit Krebsen im Da Eraldo sollte man probieren. Dazu gibt es entweder die romantische Atmosphäre draußen oder eine offene Küche drinnen, wo man den Köchen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen kann.

Monterosso wird von den Überresten der Burg dominiert, wo sich außerdem etwas exklusiver speisen lässt. Mit Blick auf die Küste im L’Ancora della Tortuga werden klassische Gerichte, wie Burrata oder Pasta mit schwarzer Trüffel, neu interpretiert. Das wurde auch mit einem Michelin-Stern gewürdigt.

: In Monterosso al Mare gibt es den größten Sand- und Kieselstrand der Region. Es ist das nördlichste der fünf Dörfer.
In Monterosso al Mare gibt es den größten Sand- und Kieselstrand der Region. Es ist das nördlichste der fünf Dörfer. Foto: Ann-Christin Schneider und Katharina Ahlers

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