Grünen-Politikerin Lisa Badum fordert Verbot von Inlandsflügen

Grüne fordert: Inlandsflüge müssen verboten werden

Kommt ein Verbot von Kurzstreckenflügen? Ginge es nach der klimapolitischen Sprecherin der Grünen, dann ja! Lisa Badum fordert: Ab 2038 sollen keine Maschinen mehr zwischen deutschen Städten hin- und herfliegen.

Kurzstreckenflüge sind besonders umweltschädlich.
Kurzstreckenflüge sind besonders umweltschädlich.

Foto: unsplash.com/ETTTO

Hand aufs Herz: Wie oft hast du schon einen Inlandsflug gemacht – sei es, weil du das Gefühl hättest, schneller als mit der Bahn ans Ziel zu kommen oder weil es ein Zubringer für einen Fernflug war?

Kurzstreckenflüge sind jedoch besonders klimaschädlich verglichen mit den Alternativen. Eine Studie des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen aus dem Jahr 2017 hat beispielweise gezeigt, dass der Personenverkehr (mit Bus und Bahn) im Vergleich zum Inlandsflug 22-mal klimaschonender ist – bezogen auf Personenkilometer.

Grünen-Politikerin will keine Inlandsflüge mehr ab 2038

Die klimapolitische Sprecherin der Grünen will daher einen drastischen Schritt: „Ich bin der Meinung, dass man keinen innerdeutschen Flugverkehr braucht“, sagte die 35-Jährige in der Talk-Sendung „Studio Friedman“. Ein Verbot solle spätestens im Jahr 2038 umgesetzt werden.

Auf Twitter schiebt sie nach: „2038 ist seeehr moderat. Bis dahin hat sich das Problem hoffentlich auch schon erledigt. Es werden hauptsächlich Frankfurt, München als Zubringer zu Fernflügen angeflogen. Bis dahin haben wir längst günstige Zugtickets, noch bessere Bahnverbindungen und weniger Fernflüge.“

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Wie sinnvoll wäre ein Inlandsflugverbot?

Für den Vorstoß von Badum gibt es vonseiten anderer Parteien ordentlich Kritik. Der Berliner Mobilitätsforscher Professor Andreas Knie (WZB) sieht darin aber ein wichtiges Signal: „Die Debatte um das Fliegen ist in Europa sehr stark angeheizt worden, auch in Skandinavien und der Schweiz wird intensiv darüber nachgedacht, Inlands-Flüge komplett zu verbieten“, sagte er der „Bild“.

Es gebe erstaunlich viele Rückmeldungen, die zeigten, dass viele Menschen selbstkritisch über das Thema nachdächten. Sie wüssten, dass Kurzstreckenflüge für die Schadstoff-Bilanz und besonders für die CO2-Bilanz extrem schädlich seien.

Deutsche wollen nicht aufs Fliegen verzichten

Eine aktuelle Umfrage von „Spiegel Online“ zeigt jedoch auch: Konkret verzichten fürs Klima will niemand so richtig. Auf die Frage, ob die aktuelle Klimadebatte Auswirkungen auf die Urlaubspläne habe, antworteten 71,1 Prozent der Befragten ganz klar mit „Nein“.

Nur 11,8 Prozent würden auf eine Flugreise in den Urlaub verzichten, 3,2 Prozent sparen sich die Kreuzfahrt.

Solche Forderungen sind übrigens nicht neu. Zum Beispiel hatte sich auch Frans Timmermans, den Europas Sozialdemokraten zum Spitzenkandidaten für die Europawahl gemacht hatten, im Mai für ein Ende von Kurzstreckenflügen in Europa ausgesprochen.

Er befürwortete im ZDF ein gesetzliches Verbot. Allerdings unter der Voraussetzung: „Dann muss es eine gute Bahn geben.“

Diese Inlandsflüge wurden bereits eingestellt

Einige innerdeutsche Flugverbindungen sind tatsächlich bereits gestoppt worden. Nachdem die ICE-Strecke von Hamburg nach Berlin ausgebaut worden war, wurde die Lufthansa-Flugverbindung im Jahr 2002 eingestellt. Aus dem gleichen Grund gibt es keine Lufthansa-Flüge mehr von Köln nach Frankfurt.

Die Eurowings-Flüge zwischen Hamburg und Karlsruhe/Baden-Baden wurden wegen der Air-Berlin-Pleite und aus wirtschaftlichen Gründen im Jahr 2018 eingestellt.

Nach wie vor gibt es aber einen Flug zwischen München und Nürnberg. Absurd: Die Flugstrecke ist nur 150 Kilometer lang.

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