Diese 10 Städte in Europa kämpfen gegen Airbnb

Diese 10 Städte in Europa kämpfen gegen Airbnb

Eigentlich soll Airbnb eine günstige Alternative für den City-Trip sein. Doch zehn Städte in Europa sehen in den von Locals vermieteten Wohnungen eine echte Bedrohung und bitten nun um Hilfe von der EU.

Urlauber auf dem Weg zu ihrer Unterkunft.
Mitten in Amsterdam werden Wohnungen über Airbnb an Urlauber vermietet – und fallen damit für die Einheimischen weg. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Hollandse Hoogte

Für Reisende ist Airbnb eine unkomplizierte und auch oftmals sehr günstige Alternative. Und für die Hosts ist die Online-Plattform eine Möglichkeit, während ihrer Abwesenheit (zum Beispiel im Urlaub) die eigenen Räume zu vermieten und damit ein mögliches finanzielles Loch zu stopfen.

Mitunter wird allerdings gemogelt, teilweise werden Wohnungen zu gewerblichen Zwecken dauervermietet. Und das jagt in vielen Städten den Mietspiegel nach oben – die ohnehin schon bestehende Wohnungsnot verschärft sich.  

Gegen Overtourism und für mehr Lebensqualität der Locals ziehen nun zehn Städte – Amsterdam, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Krakau, München, Paris, Valencia und Wien – gemeinsam in den Kampf gegen Airbnb. Sie fordern bei der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament strengere Regeln für Vermietungsplattformen.

Amsterdam, Paris, Berlin: Airbnb bedroht Lebensqualität 

Stellvertretend für die anderen neun Städte veröffentlichte die Stadt Amsterdam den gemeinsamen Brief an die EU, in dem sie ihre Befürchtungen schildern: „Unterkünfte, die von den Einwohnern zum Leben und Arbeiten in unseren Städten benötigt werden, werden zunehmend als ein Vermietungsmarkt für Touristen angesehen.“

Der Grund für diese erhöhte Besorgnis ist ein im April getätigtes Statements des Generalanwalts Szpunar des Europäischen Gerichtshofs, das Anbieter wie Airbnb als „Dienst der Informationsgesellschaft im Sinn der E-Commerce-Richtlinie 2000/31/EG“ ansieht.

Die Online-Plattform stelle lediglich den Kontakt zwischen potenziellen Mietern und Vermietern her, von der tatsächlichen Durchführung und möglichen Vorbedingungen sei sie daher befreit.

Ein herber Schlag für die sowieso schon vom Overtourism geplagten Städte – vor allem Kurzvermietungen über Airbnb sollen den schwallartigen Ansturm an Touristen verschlimmern. 

Die Städte befürchten, dass damit für „Internetgiganten“ ein Freifahrtschein ausgestellt ist und halten die „Bedrohungen und Risiken für die soziale und lebenswerte Gestaltung unserer Städte“ für offensichtlich.

Darum befürchten Städte auch schlechte Stimmung bei Touristen

Auch bei Touristen könnte sich das nach Ansicht der zehn Städte negativ bemerkbar machen, denn diese wollen eben mit dem Übernachten in Privatunterkünften einen Ort besonders authentisch und kulturell erleben. Durch Airbnb erwarten die Städte allerdings mehr Belästigungen, unsichere Gefühle und eine „Touristisierung“ der Wohngegenden.

Damit es so weit nicht kommt, verlangen die Städte ein grundlegendes Mitspracherecht bei der Vermietung durch Airbnb. Die Städte sollten demnach selbst entscheiden können, wie viele Wohnungen und zu welchem Preis Airbnb die Unterkünfte im Internet anbieten darf, und schlagen deshalb eine verpflichtende Kooperation vor.

Vereinzelte Maßnahmen gegen Overtourism und Airbnb – wirkungslos?

Im Alleingang hatten schon mehrere Städte versucht, gegen die Wohnungsknappheit und die steigenden Mietpreise vorzugehen. Die gewerbliche Nutzung eben durch Anbieten über Airbnb wurde vielerorts verboten: Berlin will damit den Kiez-Flair schützen, im teuren München soll damit der Wohnungsknappheit entgegengewirkt werden.

Im Ausland setzte Barcelona mit einer erforderlichen Genehmigung und dem höchsten Grundsteuersatz Schranken für Airbnb-Hosts, während in Amsterdam seit diesem Jahr Wohnungen nur noch höchstens 30 Tage im Jahr an Urlauber vermietet werden dürfen. 

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