Mit dem Auto nach Italien? Tirol sperrt Straßen für Urlauber

Mit dem Auto nach Italien? Tirol sperrt Straßen für Urlauber

Auf dem Weg in den Italien-Urlaub versuchen viele Autofahrer, die österreichischen Autobahnen zu meiden. Grund: Staugefahr und Maut. Doch nun ist Schluss damit – Tirol sperrt die Landstraßen für Urlauber.

Jennifer Geminiani
Bis September 2019 sind die Landstraßen in Innsbruck gesperrt. Autofahrer müssen auf die Autobahnen ausweichen.
Bis September 2019 sind die Landstraßen in Innsbruck gesperrt. Autofahrer müssen auf die Autobahnen ausweichen.

Foto: imago images/ManfredSegerer

Wer mit dem Auto nach Italien fahren möchte, muss womöglich umplanen. Während der Ferienzeit wird es im Tiroler Bundesstaat starke Verkehrseinschränkungen geben.

Seit Donnerstagabend herrscht ein Fahrverbot auf den Landstraßen, um Maut-Flüchtlinge mithilfe der Polizei zu stoppen. Das soll vor allem die Dörfer zwischen Deutschland und Italien entlasten, die normalerweise stark vom Durchgangsverkehr betroffen sind.

Die Autobahnabfahrten im Großraum Innsbruck werden daher für den Durchgangsverkehr gesperrt. Und zwar an allen Wochenenden von Samstag um 7 Uhr bis Sonntag um 19 Uhr und an den Feiertagen – bis Mitte September!

Die Fahrverbote gelten für Autos, Lkw und Motorräder. Nicht von der Sperrung betroffen sind Autofahrer, die direkt nach Innsbruck oder die umliegenden Dörfer fahren wollen.

Konkret betroffen sind folgende Strecken:

  • die Ausfahrten zwischen Hall und Zirl auf der Inntalautobahn (A12)
  • die Ausfahrten bei Patsch und bei Gries am Brenner auf der Brennerautobahn (A13)
  • die Brennerbundesstraße selbst ist von den Verboten nicht betroffen

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter sagte gegenüber der „Tiroler Tagesszeitung“: „Drastische Situationen verlangen drastische Maßnahmen.“ Der Transitverkehr verstopft offenbar regelmäßig die Straßen.

Inzwischen seien auch Vorkehrungen getroffen worden, die vermeiden sollen, dass Navigationsgeräte Umfahrungen über die Landesstraßen anzeigen. Dazu seien, nach Angaben von Markus Widmann, Leiter der Tiroler Verkehrspolizei, den Betreibern die aktuellen Verkehrsdaten in Zusammenhang mit dem Verbot zur Verfügung gestellt worden.

Und das alles, nachdem erst vor einer Woche der EuGH die deutsche Pkw-Maut wegen einer Klage Österreichs stoppte. Für viele ist es daher unverständlich, das Österreich jetzt zu solch harten Maßnahmen greift.

Bayerns Verkehrsminister Reichhart reagiert empört

Die bayerische Regierung reagierte mit Unverständnis und Empörung auf die Situation: „Das Tiroler Verhalten ist unsäglich und reine Schikane“, sagte Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU). „Ich erwarte, dass die EU-Kommission dieses Verhalten sehr schnell unterbindet und für freien Reiseverkehr in Europa sorgt.“

Reichart kündigte Gegenmaßnahmen an: „Sollte die EU-Kommission dieses Verhalten durchgehen lassen, dann muss es auch für die stark belasteten bayerischen Autobahnen und Landstraßen in der Grenzregion gelten.“

Gespräche mit den Tirolern seien aber schon geplant. Vom Ergebnis der Verhandlungen hänge das weitere Verhalten Bayerns ab.

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