Terrorgefahr auf Mallorca? Insel ist sauer wegen Fake News

Terrorgefahr auf Mallorca? Insel sauer wegen Fake News

Orte wie Mallorca befürchten ohnehin schon einen drastischen Rückgang an Touristen in diesem Jahr – negative Schlagzeilen wegen angeblicher Terrorgefahr in Spanien befeuern dies. Die Regierung ist stinksauer.

Polizisten an Touristen-Hotspots wie dem Ballermann in El Arenal – kein seltenes Bild auf Mallorca.
Polizisten an Touristen-Hotspots wie dem Ballermann in El Arenal – kein seltenes Bild auf Mallorca.

Foto: imago images/MiS

Schlagzeilen wie „erhöhte Terrorgefahr in Spanien“, die Touristen vor einer Reise warnen sollten, überschwemmten in dieser Woche die britische Presse.

Verschiedene Zeitungen titelten, dass das Land die Terrorstufe wegen Sicherheitsbedenken für diesen Sommer erhöht hätte – ein großes Missverständnis, sagt die Balearische Regierung.

Falschmeldung über erhöhte Terrorgefahr auf Mallorca kursiert in den Medien

Mehr als 40.000 Polizeikräfte werden das gesamte Urlaubsland in der Ferienzeit von Juli bis September überwachen – das ist sogar korrekt. Allerdings interpretierten nicht nur landesweit, sondern international bekannte Medien wie die „Sun“ diese Meldung der spanischen Regierung falsch. 

Rund 50 weitere britische Medien machten aus den Maßnahmen der jährlichen Sicherheitsvorkehrungen gleich eine Terrorwarnung: Sie werteten die Lage als „ernst“, setzten sogar Verbindungen zu Drohungen der Terrororganisation IS und bezogen sich dabei auf nicht aktualisierte Reisewarnhinweise für Spanien des britischen Außenministeriums.

40.000 zusätzliche Polizisten – nicht wegen Terrorgefahr, sondern Touristenmassen

Tatsächlich handle es sich bei den 40.000 zusätzlichen Polizisten lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme, um den Touristenansturm zu managen.

Der Grund sei keine ehöhte Terrorgefahr, wie die Regierung der Balearen, die mallorquinische Hotelvereinigung (Federación Empresarial Hotelera de Mallorca) und das spanische Tourismusbüro in London nun klarstellen, wovon das „Majorca Daily Bulletin“ berichtet.

Und auch die britische Botschaft reagierte: „Wir können bestätigen, dass sich an den Reisehinweisen für Spanien nichts geändert hat“, hieß es in einem Statement am vergangenen Dienstag.

Reisen nach Spanien weiterhin sicher – doch der Malle-Boom droht auszubleiben

In Spanien gilt auch nach den Terroranschlägen in Barcelona im August 2017 weiterhin die zweithöchste terroristische Bedrohungsstufe (Stufe vier von fünf), wie das Auswärtige Amt in Deutschland informiert. Eine Warnung spricht auch dieses nicht aus, Touristen sollten lediglich aufmerksam sein.

Der Ärger über die Berichterstattung kommt nicht von ungefähr: Mallorca kämpft zwar einerseits mit dem Overtourism, andererseits malen die Buchungszahlen für diesen Sommer ein düsteres Bild, die Hotels sollen nur bis zu 60 Prozent ausgelastet sein – spanische Hoteliers kündigten deshalb Rabatte an.

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