Paris ist ja bekanntlich die Stadt der Liebe. In Frankreichs Hauptstadt ist das Leben allerdings hektisch, viele Gehwege sind schmutzig und die Preise deftig. Nicht ideal für einen Liebesurlaub. Straßburg hingegen ist entspannt, sauber und deutlich günstiger. Liebe findest du hier ganz einfach – und wenn nicht zum Partner, dann eben zur Stadt. 

Straßburg ist fußläufig und praktisch

Straßburg befindet sich in der französischen Region Elsass, direkt hinter der deutschen Grenze. Die Menschen sprechen hier häufig auch Deutsch. Das taugt zwar nicht zwangsfläufig zum Verlieben, mag aber für manchen Gast die Reise erleichtern. Mit einer Fläche von knapp 80 Quadratkilometern ist die Stadt recht klein (Paris misst 105 Quadratkilometer), der Innenstadtbereich gut zu Fuß abzulaufen, es fahren aber auch oft und günstig Straßenbahnen.

Flammkuchen, Choucroute und Feinkost

Im Elsass gibt es eine sehr ausgepägte Essens-, Wein- und Bierkultur. Zu den Spezialitäten gehören Flammkuchen, Choucroute – ein Gericht aus Sauerkraut mit verschiedenen Würstchen und Fleisch –, der Fleisch-Kartoffel-Lauch-Eintopf mit dem Namen Baeckeoffe und der Guglhupf.

Und nicht nur, dass es grundsätzlich viele leckere Speisen in der Region gibt, Straßburg hat auch eine ausgesprochen große Gastro-Szene. Kleine Lebensmittelläden und selbst die großen Supermärkte haben eine Käseauswahl, die schwärmen lässt, Salami gibt es mit Zutaten wie Haselnuss, Olive und Kräutern.

Harte Salami, verfeinert mit Nüssen oder aus Wildschwein, wird im Elsass hergestellt.

Nicht zuletzt liegt das an den europäischen Parlamentariern, die wochenweise in die Stadt einfallen – Straßburg ist Sitz es Europäischen Parlamentes – und dann eben auch gut und gern Essen gehen.

In der Altstadt mit ihrer Fußgängerzone sind zahlreiche Restaurants zu finden. Mal offensichtlich in den Hauptstraßen, einige liegen aber auch versteckter in den kleinen Seitengassen. 

Flammkuchen ist ein traditionelles Gericht im Elsass.

Traditionelle Weinstuben und moderne Brasserien

Für die klassischen Gerichte sei etwa die Ecke Rue du Sanglier und Rue du Chaudron empfohlen, hier kleben in so manchem Fenster die Guide-Michelin-Aufkleber (nicht zu verwechseln mit den Sternen). Le Clou ist eine traditionelle Weinstube mit guter Küche, ebenso das Chez Yvonne.

Moderne Küche und hippes Ambiente gibt es in der Brasserie WOW – die Abkürzung steht für Works on Walls, weil die Wände im Innenraum immer wieder neu von Künstlern gestaltet werden. Auch Le Galopin auf der Grand’Rue und das Aedaen Place bieten leichte und Instagram-taugliche Gerichte samt entsprechendem Interieur.

Angesagte Kneipe, Bar und Restaurant ist auch das Jeannette et les Cycleux. Die Preise für ein Hauptgericht liegen fast überall zwischen 15 und 25 Euro. 

Crémant und Riesling für kleines Geld

Im Elsass gibt es nicht nur ausgezeichneten Wein, der Crémant d’Alsace ist ein Schaumwein, der dem Champagner derzeit den Rang abläuft. Ist nur deutlich günstiger: Das Glas kostet in der Regel zwischen 6 und 8 Euro, eine Flasche bekommst du im Supermarkt für den gleichen Preis.

Ein Riesling oder Muskateller aus der Region beginnt im Bistro bei etwas mehr als 3 Euro. Zum Vergleich: In Paris kostet ein Glas Wein oft das doppelte. Für den Absacker empfiehlt sich das Vino Strada, in den vier Filialen gibt es nicht nur eine sehr große Auswahl an Weinen, sondern auch an Aperitifs und Rum. 

Durch das Elsass führt die Weinstraße, es gibt herrlichen Riesling und tollen Crémant.

Eine Kathedrale umrundet von Fachwerkhäusern

Nun zum Kitsch: Straßburg könnte auch die Kulisse eines märchenhaften Freizeitparks sein. Die Grand Île ist Unesco-Weltkulturerbe, umflossen von der Ill, einem Nebenfluss des Rheins. 

Die Kathedrale Notre-Dame in Straßburg.

In der Mitte thront die Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg, drum herum stehen kleinste und schnuckelige Fachwerkhäuser, an deren Fenstern im Sommer Blumen blühen und die im Winter weihnachtlich dekoriert werden. Straßburg gilt als Weihnachtsstadt mit einem der schönsten Weihnachtsmärkte der Welt.

Straßburg gilt als Weihnachts-Hauptstadt. Viele Häuser sind übermäßig dekoriert.

Schlendern und shoppen

Weil fast die gesamte Innenstadt Fußgängerzone ist, kannst du ausgiebig schlendern und dich verzaubern lassen von Gässchen, Häuschen und Flüsschen. Bei Bedarf: So ziemlich jede Bekleidungsmarke hat eine Filiale in Straßburg. 

Neben den großen französischen Kaufhäusern Galerie LaFayette und Printemps gibt es Geschäfte der französischen Label KookaiNaf Naf und Des Petits Hauts. Die Auswahl reicht aber auch von American Vintage über Diesel bis Ikks.

Auch hier kann man annehmen, dass Parlamentarier und Touristen einfach ausreichend Geld mitbringen, dass sich derart viele Geschäfte lohnen. Denn Einwohner hat die Stadt eigentlich nicht mal 280.000.

In der Straßburger Altstadt kann man prima shoppen.

Bustouristen und Souvenirs

Dass so viele Menschen nach Straßburg kommen, hat natürlich auch Nachteile. Gerade im Bereich um die Kathedrale wird es manchmal eng. Nicht wenige Bustouristen werden durch die Altstadt geführt, rauschen gegen Abend aber wieder ab – häufig übernachten sie auf der deutschen Seite in Kehl oder in einem Vorort.

Dort, wo sich Menschen tummeln, werden auch Souvenirs verkauft: Gläser, Bretter, Postkarten des Künstlers Hansi, Lebkuchen-Figuren, da auch dieses Gebäck Tradition im Elsass hat. Und plüschige Babybringer. Es liebt sich wirklich gut in Straßburg.

Störche sind das Symbol Straßburgs und des Elsasses. Sie werden als Kuscheltiere verkauft.

Anfahrt per Bahn und Auto

Straßburg hat einen großen Bahnhof, der sich gut aus der Altstadt erreichen lässt. Du kommst sowohl mit der Deutschen Bahn als auch mit dem TGV ab Baden-Baden in die Stadt. Ab Offenburg fährt über Kehl und Appenweier die Europabahn im Halbstundentakt. Auch der regionale öffentliche Personennahverkehr TER fährt bis nach Deutschland – Ziele sind Kehl und Saarbrücken. 

Mit dem Auto kommst du ebenfalls am einfachsten von Kehl nach Straßburg, eine Brücke führt über die kaum wahrnehmbare Grenze zwischen Deutschland und Frankreich. Allerdings ist das Parken im Innenstadtbereich recht teuer. Man muss das Auto in einem Parkhaus abstellen, weil es schlicht keine anderen Parkplätze gibt, 24 Stunden kosten zwischen 20 und 45 Euro