Den Chaos-Flugsommer 2018 haben Fluggäste nicht vergessen, doch in diesem Jahr könnte es noch schlimmer werden.

Der neueste Flughammer: Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will Streiks bei der Lufthansa – ab Juli. Und genau dann fangen in vielen Bundesländern die Sommerferien an.

Bei Eurowings, Germanwings und Lufthansa drohen Streiks

Das kündigte die Gewerkschaft an diesem Donnerstag an. Bei den Töchtern Eurowings und Germanwings solle es schnellstmöglich eine Urabstimmung über Arbeitsniederlegungen des Kabinenpersonals geben, bei der Lufthansa werde sich dies um ein paar Wochen verzögern.

Die ersten Urabstimmungen sollen in der kommenden Woche beginnen und zwei Wochen dauern. „Am Ende dieser Urabstimmungen werden wir konkret verkünden, wann, wo und wie lange Arbeitskämpfe stattfinden werden“, so der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr. Er wirft der Lufthansa vor, Gespräche mit der Kabinengewerkschaft konzernweit abzulehnen.

Lufthansa: „Es kann keinen Streik geben“

Deutschlands größte Airline wiederum reagiert mit Unverständnis und weist die Ankündigung zurück: „Einen Streik kann es nicht geben, denn es gibt weder offene Tarifverträge noch konkrete Forderungen.“

Die Gewerkschaft Ufo hatte im März Tarifverträge mit Lufthansa gekündigt – die Airline hatte diese Kündigungen aber nicht anerkannt.

Lufthansa-Flug fällt aus: Die Rechte der Passagiere

Du hast ein Lufthansa-Flugticket für Juli und bist jetzt verunsichert? „Betroffene Passagiere sollten unbedingt die aktuelle Lage beobachten und regelmäßig den Status ihres Fluges überprüfen“, sagt Laura Kauczynski vom Fluggasthelfer-Portal Airhelp

Denn: Reisende, deren Flüge gestrichen werden oder die ihr Ziel erst mit mindestens drei Stunden Verspätung erreichen, hätten unter Umständen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von bis zu 600 Euro pro Person, sofern sie weniger als 14 Tage vor dem eigentlichen Abflugtermin über den Ausfall ihres Fluges informiert wurden.

„Im April 2018 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass selbst ein unangekündigter Streik des Airline-Personals keinen außergewöhnlichen Umstand darstellt, der die Fluggesellschaften von ihrer Pflicht befreit, Entschädigungen auszuzahlen“, so Kauczynski.

Lufthansa-Bilanz 2018: Jeden Tag 60 gecancelte Flüge

Bereits im vergangenen Jahr gab es eine Schock-Bilanz: Bei der Lufthansa fallen jeden Tag durchschnittlich 60 Flüge aus. Schuld daran war nach Angaben von Vorstandsmitglied Harry Hohmeister aber meist nicht die Airline. 

Die Ursache für einen Großteil der Annullierungen und Verspätungen liege bei den Sicherheitskontrollen, der Gepäckbeförderung oder der Flugsicherung.