Mallorca war lange der Urlaubs-Hotspot der Deutschen – und teilweise auch der Briten. Dicht an dicht und hoch in den Himmel ragen an vielen Badeorten die Hotelbunker an den Küsten.

Doch geht es nach den Befürchtungen der Tourismusbranche, bleiben viele Zimmer in diesem Sommer leer. Die Buchungszahlen seien rückläufig, berichtet ein Hoteliersprecher in der spanischen „Ultima Hora“. Im Juni liege die Auslastung bei nur 50 bis 60 Prozent.

Ist der Malle-Boom also vorbei?

Weiteres Problem: Der Supersommer in Deutschland

Zum einen sorgen sich die Hoteliers vor einem weiteren Supersommer in Deutschland. Hitzemonate wie 2018 wirkten sich negativ auf die Urlaubssaison 2019 aus, zitiert die Zeitung „Diario de Mallorca“ die stellvertretende Vorsitzende des Hotelierverbands der spanischen Urlaubsinsel (FEHM), María José Aguiló. 

Wenn das Wetter gut ist, machen Deutsche gern Urlaub im eigenen Land. 

Konkurrenz durch günstigere Destinationen

Zum anderen scheinen Destinationen den Balearen Konkurrenz zu machen. Die Türkei, Ägypten und Tunesien sind oftmals günstiger, das gilt besonders für All-inclusive-Familienurlaub.

Die Partytouristen, die noch immer den Ballermann bevölkern, verteilen sich stärker – Bulgarien etwa liegt im Trend, auch Kroatien. Beide Länder sind gut zu erreichen und preiswert. Wobei Kroatien bereits gegen die touristischen Komplettausfälle vorzugehen versucht.

Mallorca wehrt sich gegen Overtourism

Gerade Mallorca hat in den vergangenen Jahren dem Partyvolk den Kampf angesagt. Nachhaltigerer Tourismus war die Devise, die Ferienhausvermietung wurde eingeschränkt, die Zahl der Gästebetten reduziert.

Wenn nun Zimmer leer bleiben, könnte man meinen, das Ziel sei erreicht. Doch natürlich leben eben all jene Anbieter von der Vermietung.

Viele Kreuzfahrttouristen bringen wenig Geld  

Hinzu kommt der problematische Kreuzfahrt-Tourismus. Jeden Tag strömen bis zu 15.000 Menschen über die Stege in die Altstadt von Palma – mit ihnen jedoch kaum Geld, dafür aber Dreck. Die Inselhauptstadt gilt als eine der drei am stärksten durch Kreuzfahrtschiffe verschmutzten Städte Europas.

Hotelverband-Chef warnt vor „Panikmaßnahmen“

Muss nun der Masterplan Zukunftstourismus noch einmal überdacht werden? Nach einem Bericht des österreichischen „Standard“ warnt der Chef des Hotelverbandes der Region Calvia, Mauricio Carballeda, vor „Panikmaßnahmen“, etwa starke Preisnachlässe.

Das sei für viele „Selbstmord“ – man müsse die Touristen über die Qualität des Angebots zurückgewinnen. Ein paar Prozente dürften bei den Buchungen aber fallen.